Attacke an der Moritzbastei

Polizei fahndet nach Angreifer auf transsexuelle Studentin in Leipzig

Der Tatort vor der Moritzbastei: Hier wurde die transsexuelle Studentin am 25. Juni von einem Unbekannten angegriffen.

Der Tatort vor der Moritzbastei: Hier wurde die transsexuelle Studentin am 25. Juni von einem Unbekannten angegriffen.

Leipzig. Nach dem Angriff auf eine transsexuelle Studentin an der Moritzbastei in Leipzig ermittelt die Leipziger Polizei wegen Körperverletzung. Nach dem Täter, einem mutmaßlich etwa 35 Jahre alten Mann, werde gefahndet, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Mittwoch auf Nachfrage von LVZ.de. Dabei solle auch das Handybild ausgewertet werden, das die Freundin des 22-jährigen Opfers eigenen Angaben zufolge an der Uniklinik geschossen hatte.

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Wie ein Sprecher des Student_innenRats (Stura) gegenüber LVZ.de berichtete, fotografierte die Begleiterin den mutmaßlichen Schläger vor der Notaufnahme, nachdem er sie dorthin verfolgt hatte. Der Mann sei auf dem Bild deutlich zu erkennen, so der Sprecher. Die Polizei hat das Foto bislang per E-Mail jedoch noch nicht erreicht, so Behördensprecher Voigt. Die Ermittler stünden dazu aber in Kontakt mit dem Opfer.

Sobald das Bild vorliege, werde zunächst polizeiintern geprüft, ob der Täter identifiziert werden könne, falls er beispielsweise bereits andere Straftaten begangen habe, erklärte Voigt. Falls dies nicht zum Erfolg führe, werde auch eine Öffentlichkeitsfahndung erwogen. „Das wäre aber das letzte Mittel“, betonte der Polizeisprecher. Als Zeugen suchen die Ermittler auch noch die Frauen, die dem Opfer an der Moritzbastei zu Hilfe eilten.

Schläger brach Studentin die Nase

Die transsexuelle Studentin war am Montagabend vergangener Woche von einem vorbeilaufenden Fremden auf ihr Geschlecht angesprochen und aufgefordert worden, ihren Intimbereich zu entblößen. Unvermittelt schlug der Mann der Studentin danach ins Gesicht und brach ihr die Nase. Sie musste sich in der Notaufnahme der Uniklinik behandeln lassen, wo der Mann erneut auftauchte und die Frauen mit einem Lächeln verhöhnt haben soll, berichtete der Stura.

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Die Studentin saß mit einer Freundin auf der Mauer an der Moritzbastei, als es zu dem Übergriff kam

Die Studentin saß mit einer Freundin auf der Mauer an der Moritzbastei, als es zu dem Übergriff kam.

Die Studentin an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie erstattete am nächsten Tag eine Anzeige bei der Polizei und machte dabei auch Angaben zum Täter. Ihren Schilderungen zufolge war der Mann Mitte bis Ende 30, etwa 1,80 Meter groß und trainiert. Er sprach mit leicht sächsischem Dialekt, hatte braune Haare und einen stechenden Blick. Bekleidet war der Täter mit einem roten Kapuzenpullover, einer dunkelblauen bis schwarzen Hose, einem hellgrauen Basecap und schwarzen Schuhen mit weißer Sohle.

Entsetzen und Welle der Solidarität

Im Netz löste der Fall breites Entsetzen und eine Welle der Solidarität aus. Viele Online-Nutzer zeigten sich auf der Facebook-Seite der LVZ schockiert von der Tat und der Brutalität des Angreifers.

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Auch die Juso-Hochschulgruppe der Universität Leipzig (JHG) äußerte sich am Mittwoch bestürzt über den mutmaßlich transfeindlichen Übergriff vor dem Campus am Augustusplatz. „Dieser Angriff stellt mehr als nur eine ‚gewöhnliche‘ Straftat dar. Der Hass, der aus den Taten des Täters spricht, richtet sich gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Freiheit des Opfers, ihr Leben ohne Angst vor genau solchen Angriffen leben zu können“, erklärte Sprecher Lasse Emcken. „Die gesamte Juso-Hochschulgruppe wünscht der angegriffenen Studentin eine schnelle Genesung und einen starken Rückhalt ihres Umfelds, um mit diesem traumatisierenden Erlebnis fertig zu werden.“

Von Robert Nößler

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (0341) 96 64 66 66 entgegen.

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