Verkehrsproblem innere Jahnallee

Radschnellweg von Lindenau bis zum Leipziger Hauptbahnhof im Gespräch

So könnte der Radschnellweg verlaufen:  Er soll in Lindenau an der Jahnallee  auf der nördlichen Straßenseite verlaufen und dann entlang der Festwiese und der Arena über die Gustav-Adolf-Straße und Humboldtstraße geführt werden.

So könnte der Radschnellweg verlaufen: Er soll in Lindenau an der Jahnallee auf der nördlichen Straßenseite verlaufen und dann entlang der Festwiese und der Arena über die Gustav-Adolf-Straße und Humboldtstraße geführt werden.

Leipzig. Die Leipziger SPD hat die aktuellen Pläne für einen fahrradfreundlichen Umbau der inneren Jahnallee kritisiert: Statt dort Radstreifen einzurichten, könne mit einem neuen Radschnellweg von Lindenau bis zum Hauptbahnhof viel mehr für die Sicherheit der Radler getan werden, argumentiert die SPD. Der Allgemeine Deutsche-Fahrrad-Club Leipzig (ADFC) begrüßt den Vorstoß – hält aber weiter an den umstrittenen Radstreifen fest. Auch Leipzigs Grüne wollen zunächst eine schnelle Lösung.

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SPD: Parallelstraße für Radler macht Sinn

Hinter dem SPD-Vorstoß stehen Julia Kneisel und Leonie Weber, die beide für den Leipziger Stadtrat kandidieren. „Die bisherigen Ideen, den Radverkehr in eine Parallelstraße zu verlagern, sind daran gescheitert, dass man an den unübersichtlichen Kreuzungen kompliziert abbiegen muss“, sagt Kneisel. „Deshalb wollen wir, dass der Radverkehr schon in Lindenau auf der nördlichen Straßenseite fahren kann. Dafür muss die Brücke über das Elsterbecken ertüchtigt oder eine eigene Fahrradbrücke gebaut werden.“ Hinter der Brücke soll der Radschnellweg dann entlang der Festwiese und Arena durch die Gustav-Adolf-Straße und Humboldtstraße geführt werden (siehe Skizze).

Damit der neue Radschnellweg funktioniert, sollen die Gustav-Adolf- und Humboldtstraße Fahrradstraßen werden, mit klugen Einbahnstraßen-, Sackgassen- und Hauptstraßenregelungen für einen durchgehenden Radverkehr. „An Kreuzungen mit wichtigen Straßen für den Autoverkehr sollen Ampeln eingerichtet werden, die mit einer grünen Welle für den Radverkehr geschaltet sind“, sagt Leonie Weber. „Entlang des Naturkundemuseums kann es eine Zufahrt in die Innenstadt geben.” Ein wichtiges Ziel dieses neuen Angebotes sei auch, die innere Jahnallee vom Fahrradverkehr zu entlasten und das Problem der Radverkehrsführung auf dem nördlichen Ring zu lösen.

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„Auch Straßenbahnen brauchen ein eigenes Gleis“

Kurzfristig ist es auch aus Sicht der beiden SPD-Politikerinnen allerdings richtig, die besonders bei den Händlern der inneren Jahnallee umstrittenen Radstreifen einzuführen. Langfristig greife das aber zu kurz, sagen sie. „Wir brauchen Projekte, die über den Tag hinaus denken, da perspektivisch auch die Straßenbahnen ein eigenes Gleis brauchen, um zuverlässiger, pünktlicher und häufiger zu fahren“, so Kneisel.

So stellt sich die SPD eine Radfahrerbrücke über das Elsterbecken vor

So stellt sich die SPD eine Radfahrerbrücke über das Elsterbecken vor. Aber die vorhandene Brücke könnte auch ertüchtigt werden, heißt es.

Der ADFC Leipzig schloss sich dieser Sicht inzwischen an und stellte sich hinter das Ziel, die Radverbindung von Lindenau zum Hauptbahnhof zu verbessern. In den letzten Jahren habe dort die Zahl der Radler spürbar zugenommen, heißt es im Club. Auch in der Leipziger Bevölkerung artikuliere sich der Bedarf nach einer zügigen, sicheren, durchgängigen und komfortablen Radverkehrsführung immer stärker. Auch zu Fuß Gehende würden davon profitieren.

Auch zu Fuß Gehende würden profitieren

Für den ADFC sind die bislang in der inneren Jahnallee durchgesetzten Halteverbotszonen nur ein erster Schritt. „Der nächste ist die Verbesserung der Radverkehrsführung auf den anderen Abschnitten zwischen Goerdelerring und Lindenauer Markt. Sowohl im westlichen Streckenabschnitt der Jahnallee mit Zeppelinbrücke, als auch im östlich der Jahnallee anschließenden Ranstädter Steinweg würden Fuß- und Radverkehr auf zu engem Raum geführt, so dass es häufig zu Gefahrensituationen zwischen zu Fuß Gehenden und Radfahrenden komme.

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Betont wird aber ebenfalls, dass die Umsetzung der SPD-Lösung geraume Zeit benötige, während die Radfahrstreifen auf der schon heute existenter Infrastruktur abmarkiert werden könnten – sowohl schnell als auch kostengünstig. „Spätestens mit Ende der Bauarbeiten auf der Plagwitzer Brücke im vierten Quartal 2019 und den umzusetzenden Maßnahmen des Luftreinhalteplanes ist in diesem Abschnitt mit einer reduzierten Verkehrsbelastung durch Autos zu rechnen, die die Einrichtung von Radfahrstreifen zulässt“, heißt es in der ADFC-Erklärung. „Wir benötigen möglichst schnelle Verbesserungen und können nicht warten, bis der SPD-Vorschlag umgesetzt werden kann“, bekräftigte am Montag auch Rosalie Kreuijer, Vize-Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes Leipzig.

Grüne: Realisierungszeitraum von 15 bis 20 Jahren nötig

Leipzigs Grüne weisen darauf hin, dass der vorgeschlagene Radschnellweg einen Realisierungszeitraum von sicher 15 bis 20 Jahren benötige. "Wir brauchen jedoch heute Lösungen für gefährliche Abschnitte", erklärte am Montag Fraktionsvorsitzende Katharina Krefft. "Radverkehr ist wie jedes andere Verkehrsmittel auf den öffentlichen gewidmeten Straßen zugelassen." Die Probleme an der Jahnallee und am Ranstädter Steinweg könnten kurzfristig behoben werden, wenn dort der Autoverkehr auf zwei Spuren begrenzt und zwei Spuren dem Radverkehr zugesprochen werden.

Von Andreas Tappert

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