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Archäologische Grabungen an Gerberstraße beendet

Sächsische Aufbaubank startet spektakulären Neubau in diesem Jahr

Die 24 Meter hohen Säulen rings um das eigentliche Bankgebäude tragen nicht nur verschiedene Dachelemente. Im Sommer dienen sie auch zum Ableiten der Wärme aus dem gläsernen Haus.

Die 24 Meter hohen Säulen rings um das eigentliche Bankgebäude tragen nicht nur verschiedene Dachelemente. Im Sommer dienen sie auch zum Ableiten der Wärme aus dem gläsernen Haus.

Leipzig. Die Sächsische Aufbaubank (SAB) wird mit den Arbeiten für ihren neuen Unternehmenssitz in Leipzig im zweiten Halbjahr 2016 beginnen. Das teilte Beate Bartsch, die Sprecherin der Förderbank, am Donnerstag auf LVZ-Anfrage mit. Zwar liege die Baugenehmigung für das spektakuläre Projekt noch nicht vor, weshalb der Termin unter einem Vorbehalt stehe. Dennoch sei die SAB sehr optimistisch, die Genehmigung rechtzeitig zu erhalten.

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Wie berichtet, plant die Bank auf einem Areal an der Gerberstraße, wo im Jahr 2013 das frühere Robotron-Gebäude abgerissen wurde, ein sechsgeschossiges Ensemble samt Tiefgarage. Die Kosten liegen bei etwa 60 Millionen Euro. Ebenfalls 2013 wurde ein internationaler Architekturwettbewerb mit 20 Büros durchgeführt, bei dem insgesamt 300.000 Euro an Preisgeldern zur Ausschüttung kamen. Gewonnen hatte das renommierte Londoner Büro ACME. Von ihm stammen beispielsweise schon die BBC-Konzerthalle in der britischen Hauptstadt, auch herausragende Bauten im australischen Melbourne, in Istanbul oder Hamburg. Im vergangenen Jahr eröffnete ACME (was mit „Gipfel“ oder „Höhepunkt“ übersetzt werden kann) eine Niederlassung in Berlin. Von dort aus werden das Großprojekt in Leipzig sowie der Neubau einer Brücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal betreut.

Der Fortgang des Planungsprozesses für Leipzig hatte sich unter anderem deshalb verzögert, weil ein unterlegener Wettbewerbsteilnehmer eine Beschwerde gegen das Ergebnis eingereicht hatte. Diese zog er jedoch später im Zuge eines Gerichtsverfahrens, bei dem ihm die Aussichtslosigkeit des Unterfangens deutlich gemacht wurde, wieder zurück. Im vergangenen Sommer und Herbst ließ die SAB restliche Fundamente auf dem früheren Robotron-Grundstück entfernen. Diese Arbeiten wurden durch Fachleute vom Landesamt für Archäologie begleitet. Erwartungsgemäß gelangen dabei keine bedeutsamen Funde zum Vorschein, so Landesamtssprecher Christoph Heiermann. Die Gerber seien einst vor die Tore der Stadt verwiesen worden, um den Einwohnern Leipzigs strenge Gerüche beim Herstellen von Leder und Pelzen zu ersparen.

Mehr als die Hälfte des 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks will die Aufbaubank nun in einen für jedermann zugänglichen Säulengarten verwandeln. Auf diesem öffentlichen Platz, der durch etliche runde Dachelemente vor Regen geschützt wird, sind auch Konzerte und andere Veranstaltungen vorgesehen. Die 24 Meter hohen Säulen tragen dabei nicht nur die Dachelemente. „Wir lösen damit zugleich das sonst oft energieintensive Problem der Verschattung bei großen Glasflächen“, erklärte Entwurfsverfasser Friedrich Ludewig von ACME. Leipziger Ingenieure der Firma Winter haben ein System entwickelt, bei dem die Säulen des Vorplatzes über wärmeübertragende Rohre thermisch genutzt werden: Nachts nehmen sie die Wärme des Gebäudes über Betonkerne auf und kühlen so das ganze Haus auf natürliche Weise für den kommenden Tag vor. Auch die Verdunstungskälte im Säulengarten wird für ein angenehmes Raumklima in der Bank genutzt, welche Platz für bis zu 600 Mitarbeiter bietet. Wenn alles gut läuft, könnte im neuen Ensemble Ende 2018 die Arbeit aufgenommen werden, so SAB-Sprecherin Bartsch. Eine ganze Reihe bislang in Dresden tätige Beschäftigte würden dann in die Messestadt umziehen.

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Von Jens Rometsch

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