Vorfälle im Leipziger Norden

Eltern in Sorge: Unbekannte sprechen Schulkinder in Leipzig-Eutritzsch an

Erstklässler auf dem Weg zur Grundschule. Gegen manche Gefahren sind Kinder besser gewappnet, wenn sie nicht allein gehen.

Erstklässler auf dem Weg zur Grundschule. Gegen manche Gefahren sind Kinder besser gewappnet, wenn sie nicht allein gehen.

Leipzig. Eltern an der 33. Grundschule in Leipzig-Eutritzsch sind in Sorge. In zwei Fällen sollen unbekannte Männer ihre Kinder auf dem Weg zur oder von der Schule angesprochen haben. Vorerst scheint die Lage beruhigt – die Herbstferien haben begonnen. Die Polizei will das Umfeld der Schule aber im Blick behalten.

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Zunächst soll Anfang vergangener Woche zwischen 7 und 7.30 Uhr ein neunjähriger Junge vom Fahrer eines roten Mercedes gedrängt worden sein, zu ihm ins Auto zu steigen. Der Mann sei langsam neben seinem Sohn hergefahren und habe dann angehalten, berichtet Daniel Martin (37), Vater des Grundschülers. Durch die heruntergelassene Beifahrerscheibe habe er dem Jungen erzählt, dass seinen Eltern etwas Schlimmes passiert sei. Er solle einsteigen, damit der fremde Mann ihn zu seiner Mutter und seinem Vater bringen könne. Sein Sohn sei aber geistesgegenwärtig ins Schulgebäude gelaufen, berichtet Daniel Martin.

Unbekannte belästigen Schulkinder in Leipzig: Väter erstatten Anzeige

Am Dienstag dieser Woche soll sich ein weiterer Vorfall ereignet haben. Der Mitschüler aus einer Parallelklasse sei auf dem Nachhauseweg zwischen 12 und 14 Uhr von einem Mann angesprochen worden, während er gerade telefonierte. Der Unbekannte habe den Jungen aufgefordert, ihm das Handy zu geben. Das tat er nicht, und der Schüler habe sich ebenfalls aus der Situation lösen können. Beide Fälle sind bei der Polizei aktenkundig, nachdem die Väter der beiden Schulkinder Anzeige erstattet hatten. Ihm seien verstärkte Streifenfahrten im Umfeld der Schule zugesichert worden, erklärt Daniel Martin.

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Die Polizeidirektion Leipzig verweist in diesem Zusammenhang auf zwei weitere Fälle, die sich an einem Tag im September zugetragen haben sollen. Dort habe man den Anfangsverdacht einer Straftat allerdings ausräumen können, wie Sprecherin Sandra Freitag erklärt. Anhand der vorliegenden Informationen sei derzeit keine Häufung ähnlicher Vorkommnisse zu verzeichnen. „Die Polizei nimmt jeden Hinweis sehr ernst und geht diesen mit größter Sorgfalt nach“, versichert die Sprecherin. Die Ermittlungen zu den beiden aktuellen Fällen seien noch nicht abgeschlossen. Personenbeschreibungen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Mit Kindern über Verhaltensregeln sprechen

Eltern sollten mit ihren Kindern über Verhaltensregeln sprechen und diese für mögliche Gefahren sensibilisieren, mahnt die Polizeidirektion Leipzig. Konkret sollten folgende Fragen mit dem Kind geklärt werden:

Soll das Kind nach der Schule immer erst nach Hause kommen oder darf es gleich zum Spielen gehen?

Wie soll das Kind über seinen Aufenthaltsort (beim Spielen oder anderen Aktivitäten) informieren – zum Beispiel durch Anruf, Zettel oder vorherige Absprache?

Wann genau soll das Kind zu Hause sein?

Mit wem darf das Kind ohne vorherige Absprache mitfahren – zum Beispiel mit den Großeltern, mit den Eltern eines Freundes oder einer Freundin?

Mit wem und auf welchem festgelegten Schulweg soll das Kind nach Hause gehen oder fahren? Die Polizei rät: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo es sich bei Bedarf Hilfe holen kann (so genannte „Hilfe-Inseln“ wie Geschäfte oder Mütter mit Kindern).

Wo kann das Kind spontan um Hilfe bitten, wenn ihm zum Beispiel auf dem Schulweg etwas oder jemand Angst macht oder es sich verlaufen hat?

Wem darf das Kind zu Hause die Tür öffnen, wenn es allein ist?

Soll das Kind selbstständig Telefonate annehmen, und welche Auskünfte darf es geben?

Wie soll sich das Kind verhalten, wenn ein Erwachsener um Hilfe oder Auskunft bittet?

Weitere Informationen und kindgerechte Angebote zu diesem und weiteren Sicherheitsthemen unter www.poldi.sachsen.de.

Nach Vorfälle in Eutritzsch: Auch die Schule ist sensibilisiert

Derzeit seien in zahlreichen privaten und öffentlichen Messenger-Gruppen Warnhinweise für Eltern vor verdächtigen Personen und Fahrzeugen im Umlauf. „Die Polizeidirektion Leipzig bittet darum, verdächtige Situationen oder Beobachtungen direkt an die Polizei zu melden und in Notsituationen den Notruf 110 zu wählen“, erklärt Freitag. „Gleichzeitig bitten wir darum, dass unbestätigte Informationen nicht über Chatgruppen weiterverbreitet werden.

Dies kann unter anderem dazu führen, dass alltägliche Situationen als potenzielle Gefahr wahrgenommen werden.“ Dennoch sollten Eltern mit ihren Kindern über Verhaltensregeln sprechen und diese sensibilisieren, so die Sprecherin (siehe Kasten). Sensibilisiert ist indes auch die Bildungseinrichtung. „Wenn uns so etwas zu Ohren kommt, sprechen wir immer mit den Kindern, um vor möglichen Gefahren zu warnen“, erklärt Annett Scheller, Leiterin der 33. Grundschule.

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