Große Freude über Mini-Riesenechse

Sensation im Leipziger Zoo: Erster Komodowaran in Deutschland geboren

Im Zoo Leipzig gibt es erstmals ein Jungtier bei den Komodowaranen im Gondwanaland.

Im Zoo Leipzig gibt es erstmals ein Jungtier bei den Komodowaranen im Gondwanaland.

Leipzig. Zehn Jahre nach Eröffnung der Riesentropenhalle Gondwanaland kann sich der Leipziger Zoo jetzt über das perfekte Geschenk freuen: Am 18. Juli ist ein Komodowaran-Jungtier geschlüpft. Es handelt sich um die erste erfolgreiche Nachzucht dieser weltgrößten Echsenart in Deutschland. Männchen Kampung, mittlerweile 17 Jahre alt, war im Mai 2011 aus Frankreich in Deutschland eingetroffen. Er bezog als erste Tierart die neue Tropenhalle und wurde zu einer Hauptattraktion des künstlichen Regenwaldes. Zur Welt gekommen war er 2004 auf Gran Canaria.

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Damals bemühte sich der Zoo Leipzig um weitere Tiere, um mit der Zucht beginnen zu können. Das europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) schickte im April 2012 zehn weitere Großechsen nach Leipzig, um eine stabile Population in deutschen und europäischen Zoos aufzubauen. Die meisten Tiere wurden an zoologische Einrichtungen in Deutschland und Europa weitergegeben. Das aus den USA importierte Weibchen Pantai (10) blieb in Leipzig und bezog mit ihrer Schwester Festus ein eigenes Gehege, da der große Kampung gefährlich für die jungen, noch relativen kleinen Weibchen hätte werden können. Thor (7 Jahre) kam als weiteres Männchen 2016 aus Colchester. Er hat nun gemeinsam mit Pantai für den lang ersehnten Nachwuchs gesorgt.

Komodowaran Kampung lebt seit zehn Jahren im Gondwanaland.

Komodowaran Kampung lebt seit zehn Jahren im Gondwanaland.

Aufzucht hinter den Kulissen

Nach einer Brutdauer von sieben Monaten ist der kleine Komodowaran geschlüpft, der in freier Wildbahn nur auf der indonesischen Insel Flores und auf kleinen Nachbarinseln, darunter der namensgebenden Komodo-Insel, zu finden ist. Das Jungtier macht einen gesunden und aufmerksamen Eindruck und nimmt bereits erste kleine Futtertiere zu sich. Zur Aufzucht befindet es sich hinter den Kulissen und ist für Besucher vorerst nicht zu sehen. „Im Monat des zehnjährigen Jubiläums von Gondwanaland ist diese Art erstmalig in Leipzig und gleichzeitig in einem deutschen Zoo überhaupt erfolgreich vermehrt worden, was uns besonders stolz macht“, sagt Seniorkurator Ariel Jacken.

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Erste Lebensjahre auf Bäumen

Die Jungtiere verbringen ihre ersten Lebensjahre fast ausschließlich in Bäumen und ernähren sich dort von Insekten und kleinen Wirbeltieren. Ab einer Körperlänge von einem bis eineinhalb Metern leben sie zunehmend am Boden, da das Klettern dann immer schwieriger wird und die Gefahr, Feinden zum Opfer zu fallen, sinkt. Im Klimahaus Bremerhaven ist kürzlich ein Waran, allerdings von einer kleineren Unterart, ausgebüxt und war drei Tage lang verschwunden.

Töten der Beute durch Hin- und Herschleudern

Ausgewachsen kann die größte lebende Echse der Welt eine Länge von bis zu drei Metern und ein Gewicht bis zu 80 Kilogramm erreichen. Erwachsene Komodowarane töten ihre Beute, indem sie sie packen und hin und her schleudern beziehungsweise auf den Boden schlagen. Danach wird sie ganz oder in großen Stücken verschluckt.

Die Riesenechse ist seit vier Millionen Jahren auf der Erde beheimatet. In freier Natur gibt es nur noch 3000 bis 4000 Exemplare, deshalb stehen Komodowarane auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

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Von Kerstin Decker

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