Nach Schweinefleisch-Debatte

So reagiert Burkhard Jung auf Drohungen gegen Leipziger Kita

OBM Burkhard Jung hat sich zur Schweineschleisch-Debatte geäußert. (Archiv)

OBM Burkhard Jung hat sich zur Schweineschleisch-Debatte geäußert. (Archiv)

Leipzig. Via Facebook-Post hat sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zur Debatte um ein vermeintliches Schweinefleischverbot an einer Leipziger Kita geäußert. Er wollte die bundesweit geführte Debatte trotz Urlaub nicht unkommentiert lassen.

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Thema wurde hochstilisiert

Zunächst kritisiert er, wie groß das Thema durch Medien und Politik gemacht wurde, obwohl es sich doch um nichts "Ungewöhnliches" gehandelt habe: Der Betreiber zweier Leipziger Kitas hatte sich nach Rücksprache mit den Eltern dafür entschieden, kein Schweinefleisch mehr anzubieten. Die Betreuungseinrichtungen wollten damit auf Kinder aus muslimischen Familien und deren religiösen Ernährungsregeln Rücksicht nehmen.

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Jung bezeichnet die folgende Vereinnahmung des Themas durch rechte und konservative Kräfte als unverantwortlich und die Debatte als hochstilisiert: "Die Entscheidung der Leipziger Kitas ist keine kulturelle Unterwerfung sondern eine freie Entscheidung in einem freien Land. Wer das nicht akzeptiert, der akzeptiert die Freiheit nicht und bringt sie sogar in Gefahr."

Jung schockiert

Doch der eigentlich Anlass für Jung, sich zu dem Thema zu äußern, war die Menge und Härte der Drohungen, die die Kita-Betreiber in der Folge der Debatte erreichten. Der Oberbürgermeister zitiert eine Auswahl: "An den Galgen mit dir oder standrechtlich erschießen", "Frau …, sie führen sofort wieder Schweinefleisch ein, bis 30.7. ansonsten wird die Kita abbrennen, wenn auch zum Nachteil der Kinder. (…)", "Ich werde sie nicht nur krankenhausreif schlagen, ich werde sie töten, mit einem Messerstich ins Herz."

Für Jung sind diese offenen Morddrohungen auch eine Folge des Wandels des gesellschaftlichen Klimas, der sich spätestens seit 2015 vollzieht und verweist auf Angriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte: "Durch unsere Gesellschaft ist kein Ruck der moralischen Entrüstung gegangen sondern die Gaulands, Weidels und Höckes dreschen verbal weiter auf Schwächere ein." Damit weist Jung am Ende seines Posts noch einmal auf die Landtagswahl in Sachsen hin und warnt vor einer - seiner Meinung nach - falschen Wahl.

Von tsa

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