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Immobilienmarkt

So schont das Baukindergeld die Budgets Leipziger Familien

Das Baukindergeld macht den Erwerb von Wohneigentum für Familien unterer und mittlerer Einkommen deutlich lukrativer..

Das Baukindergeld macht den Erwerb von Wohneigentum für Familien unterer und mittlerer Einkommen deutlich lukrativer..

Leipzig.Historisch niedrige Zinsen, steigende Einkommen: „Der Zeitpunkt für den Kauf einer selbst genutzten Wohnung ist gut“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). Die Zins- und Einkommensentwicklung habe den Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt sogar „zum Teil deutlich überkompensiert“. Mit dem Baukindergeld, das der Bund nun rückwirkend zum 1. Januar eingeführt hat, soll der Erwerb von Wohneigentum für Familien mit Kindern noch lukrativer werden. Pro Kind schießt der Staat 12 000 Euro zu. Der IVD hat das Center for Real Estate Studies (CRES) in Freiburg damit beauftragt, die Wirkung der Bauförderung in fünf Städten zu analysieren, darunter auch Leipzig.

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Geringverdiener profitieren

Fazit: „Geringe und mittlere Einkommen profitieren am meisten vom Baukindergeld“, sagte Schick gestern bei der Vorstellung der Studie in Berlin. „Bisher haben sich am Markt die Vermögenden und gut Verdienenden bewegt, untere und mittlere Einkommen sind leer ausgegangen“, so Schick weiter. „Aber gerade für sie wäre Wohneigentum besonders wichtig als Element der kapitalgedeckten Altersvorsorge.“

Durch das vergleichsweise niedrige Einkommen zeige das Baukindergeld in Leipzig einen größeren Effekt als etwa in Hamburg, Nürnberg oder Berlin. Bei drei Kindern, so der Wissenschaftliche Leiter des CRES, Professor Marco Wölfle, spare eine Familie in den untersuchten Leipziger Lagen vom Zentrum bis zum Stadtrand im Schnitt elf Prozent ihres Haushaltseinkommens, das die Studienautoren mit 33 068 Euro im Jahr ansetzten. Das sind 303 Euro weniger, die Monat für Monat an die Bank fließen. Bei zwei Kindern liegt die Entlastung des Budgets bei acht Prozent (220 Euro pro Monat) und bei einem Kind immer noch bei vier Prozent (110 Euro pro Monat).

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Studie zum Baukinderbild: Einkommensbelastung in Prozent

Studie zum Baukinderbild: Einkommensbelastung in Prozent

„Je günstiger der Kaufpreis desto höher ist der Wirkungsgrad des Baukindergeldes“, sagte IVD-Präsident Schick. Bis zu 67 Prozent der monatlichen Kosten ließen sich so in Leipzig je nach Lage, Wohnungsgröße, Kaufpreis, Zahl der Kinder und Finanzierungsplan einsparen.

Schick empfiehlt: Familiengründungsdarlehen

Das Baukindergeld ist auf Familien ausgelegt, die bereits Kinder haben. Deshalb appellierte der IVD-Präsident an die Politik, noch einen Schritt weiter zu gehen. Schick: „Wir bräuchten auch ein Familiengründungsdarlehen für Paare ohne Kinder, die zunächst einmal das Nest bauen.“ Flankierend müsse dazu ein Bürgschaftsprogramm als Eigenkapitalersatzinstrument eingeführt werden. Denn: „Eigenkapital anzusparen in Zeiten von Nullzinspolitik ist schwierig.“ Außerdem fordert der IVD einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer für diejenigen, die erstmals eine Immobilie erwerben. Schick: „Wer keine Grunderwerbssteuer zahlt, schont sein Eigenkapital am effektivsten.“

Für die Studie, die die Auswirkungen des Baukindergeldes in Hamburg, Berlin, Leipzig, Nürnberg und Krefeld untersucht, wurden Preis- und Mengendaten der jeweiligen Immobilienmärkte herangezogen. Die Haushaltseinkommen basieren auf den durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen, multipliziert mit dem Faktor 1,8. Die Eigenkapitalquote wurde mit 20 Prozent angesetzt.

Von Klaus Staeubert

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