Hilfe für Gastwirt

Solidarisch gegen Gewalt

Andrang und gute Stimmung gestern Abend beim Konzert „Rock und Kunst gegen Gewalt“ im Gasthof „Zur Ratte“ in Hartmannsdorf-Knautnaundorf.

Andrang und gute Stimmung gestern Abend beim Konzert „Rock und Kunst gegen Gewalt“ im Gasthof „Zur Ratte“ in Hartmannsdorf-Knautnaundorf.

Leipzig. Rund 300 Leipziger haben am Freitagabend das Angebot angenommen, in der Gaststätte „Zur Ratte“ ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Der Beat-Club Leipzig hatte dazu eingeladen, um der Wirtsfamilie Schneider zu helfen, der von Linksextremisten erheblicher Schaden zugefügt wurde (die LVZ berichtete). Beim Benefizkonzert mit dabei waren auch die Sängerin Cybil Caprice, die Oldie-Live-Band Leipzig sowie die Musiker Thomas Spillner und Stephan Langer von der ehemaligen DDR-Band „Winni II“.

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Hilfe aus der Schweiz

Gastwirt Uwe Schneider zeigte sich gerührt. "Ich war geplättet, als mir die Musiker gleich am ersten Tag nach dem Anschlag erzählten, dass sie ein Benefizkonzert organisieren", sagte er. "Es ist sehr schön, wenn man merkt, dass man nicht allein ist." Sogar aus der Schweiz hätten sich Menschen gemeldet und ihm finanziell geholfen. "Heute machte eine ältere Dame mit ihrem Auto vor unserem Gasthof halt, stieg aus und gab mir 150 Euro", schilderte der Wirt die Welle der Hilfsbereitschaft. "Ich bedanke mich bei allen für die Hilfe."

Der Eintritt für das Benefizkonzert war gestern frei, doch um eine Spende wurde gebeten. Die meisten Gäste gaben freiwillig 20 Euro, einige sogar 100. "Manche fragen, ob sie ihr Auto lieber einige Hundert Meter weiter weg parken sollen, damit es nicht in Flammen aufgeht, wenn die Linken noch einmal zuschlagen", berichtete Schneider. "So kann es nicht mehr weitergehen. Auch die ganz normalen Leute werden immer frustrierter. Wenn nichts geschieht, nimmt das noch ein schlimmes Ende." Wie berichtet, hatten linke Extremisten im Gasthof einen Schaden von 55 000 Euro angerichtet, weil der Wirt der AfD gestattet hatte, in seinem Saal einen Kreisparteitag abzuhalten.

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Enttäuschung über Bundespräsident Steinmeier

„Ich bin gekommen, obwohl ich gegen die AfD bin“, erzählte Besucher Karl Mühlbauer aus Gohlis, der mit seiner Frau im Saal war. „Aber ich bin gegen Gewalt und finde die Musiker gut, die hier auftreten.“ Petra Böhme aus Grünau war ebenfalls gekommen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. „Ich bin jetzt 57 Jahre alt, aber so viel blinde Zerstörungswut habe ich noch nicht erlebt“, sagte sie. Kerstin Zeidler war aus Lindenau gekommen, „um Flagge zu zeigen“. „Vielleicht wacht unser Rathaus jetzt endlich mal auf“, sagte sie. „Es muss auch endlich mehr gegen linke Gewalt getan werden. Auch Jens Melhorn aus Schönefeld erklärte: „Die Zustände sind nicht mehr vertretbar. Gewalt ist nie eine Lösung.“

Enttäuscht waren die Organisatoren darüber, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) das von ihm erbetene „Zeichen für einen freien Meinungsstreit“ nicht gegeben hatte. Er war vom Leipziger Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese (AfD) schriftlich darum gebeten worden. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte das Benefizkonzert als ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt begrüßt.

Von Andreas Tappert

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