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Leipziger Gruppe

Stadtkonzern braucht 3000 neue Mitarbeiter

Die Geschäftsführer-Riege mit dem Aufsichtsratschef der Leipziger Gruppe (von links): Michael Halberstadt, Ronald Juhrs, Ulf Middelberg, Ulrich Meyer, Volkmar Müller, OBM Burkhard Jung, Karsten Rogall und Michael Theis. 

Die Geschäftsführer-Riege mit dem Aufsichtsratschef der Leipziger Gruppe (von links): Michael Halberstadt, Ronald Juhrs, Ulf Middelberg, Ulrich Meyer, Volkmar Müller, OBM Burkhard Jung, Karsten Rogall und Michael Theis.

Leipzig.Der Leipziger Stadtkonzern will noch mehr investieren. Um die Lebensqualität in der (fast) 600.000 Einwohner zählenden Metropole zu garantieren, sollen bis zum Jahr 2023 rund 1,6 Milliarden Euro ausgegeben werden – bis 2030 sogar vier Milliarden Euro. Das teilte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Bilanzpressekonferenz mit. "2018 haben die 4700 Mitarbeiter ihre Aufgaben sehr gut gemeistert", lobte Jung.

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Gewinn und LVB-Zuschuss bei jeweils 46 Millionen Euro

Neben einem Konzerngewinn von 46,2 Millionen Euro seien auch die 46,5 Millionen Euro Zuschüsse für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) innerhalb des Firmenverbundes erwirtschaftet worden. „Die drei Haupthemen im größten Investitionsprogramm der Konzerngeschichte sind klar – die Verkehrswende muss beim ÖPNV beginnen, bei der Fernwärme wollen wir umswitchen auf grün – und nicht zuletzt geht es um eine nachhaltige Wasseraufbereitung im Klärwerk am Rosental.“

45 Kisten Unterlagen für Klärwerk-Ausbau eingereicht

Konzernchef Michael Theis erläuterte dazu, dass jüngst 45 Kisten mit den Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Landesdirektion abgegeben wurden. „Natürlich wurde auch alles elektronisch übermittelt. Wir hoffen, den Bau am Klärwerk 2022 beginnen zu können.“ In diesem Herbst wolle die Leipziger Gruppe eine „gemeinsame Arbeitgeber-Marke“ und ein neues Ausbildungskonzept starten, um großen Nachwuchssorgen zu begegnen. „Bis ins Jahr 2030 müssen wir 3000 Neueinstellungen vornehmen, um Altersabgänge auszugleichen“, so Theis.

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22 Millionen mehr investiert, 17 Millionen mehr Schulden

Die 200 Millionen Euro Investitionen im letzten Jahr (ein Plus von 22 Millionen) hätten sich etwa gleich auf die drei Sparten Energie, Wasser und Verkehr verteilt, sagte Finanzchef Volkmar Müller. „Da wir keine Gewinne an die Stadt abführen müssen, liegen unsere Eigenmittel inzwischen bei über eine Milliarde Euro.“ Eine gut gefüllte Kasse sei nötig, um für die anstehenden Investitionen günstige Kredite zu bekommen. Bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro wuchs die Verschuldung im letzten Jahr um 17 Millionen auf 589 Millionen Euro. Hier folgt der Stand zu den drei großen Unternehmenstöchtern:

Wasserwerke: Durch den Dürre-Sommer 2018 wuchs der Wasserverbrauch der Leipziger um 2,6 Liter auf den Rekordwerte von 94,6 Liter pro Kopf und Tag. 6000 Bürger wurden neu angeschlossen. Zu den 46 Millionen Euro Gewinn trug eine Rückzahlung von 13 Millionen Euro Prozesskosten bei – diese zahlte die UBS-Bank nach den Londoner Heininger-Prozessen. Die Sportbäder konnten 100 000 Gäste mehr als im Vorjahr begrüßen. Nächstes Großprojekt ist der Bau einer Schwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz.

Verkehrsbetriebe: 122 Ticketautomaten wurden neu installiert. Die Zahl der Fahrgäste stieg nur gering auf 156,4 Millionen, die der Abo-Kunden jedoch deutlich auf 110 000. Die Einnahmen legten um sechs auf 141 Millionen Euro zu. 2019 gibt es erstmals keine Preiserhöhungen. Dafür erhalten die LVB acht Millionen Euro mehr vom Konzern und drei Millionen extra fürs Sozialticket von der Stadt.

Stadtwerke: Der Energieversorger erzielte mit 59,3 Millionen Euro einen stabilen Gewinn. Die polnische Tochterfirma GPEC schloss für 50 Megawatt neue Fernwärmekunden an, in Leipzig waren es 15 Megawatt. Jung kündigte an, dass die neue Danziger Oberbürgermeisterin Aleksandra Dulkiewicz am 9. Oktober Leipzig besuchen wird. Die Stadtwerke hoffen, dass der Bundesgerichtshof noch 2019 zu den geplanten Netzübernahmen bei Strom und Gas für das letzte Drittel des Leipziger Stadtgebietes entscheidet.

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Von Jens Rometsch

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