Nach Streik in Leipzig

Stadtreinigung räumt 400 Kubikmeter illegalen Müll weg

Trotz Warnstreiks haben viele Leipziger Sperrmüll vor dem Wertstoffhof in der Krönerstraße abgelegt. Frank Block (58) räumt mühsam die Einfahrt frei.

Trotz Warnstreiks haben viele Leipziger Sperrmüll vor dem Wertstoffhof in der Krönerstraße abgelegt. Frank Block (58) räumt mühsam die Einfahrt frei.

Leipzig. Ernüchterung am Montag vor Leipzigs Wertstoffhöfen (WSH): Ein grausiges Bild bot sich den Mitarbeitern der Stadtreinigung, als sie zur Arbeit kamen. Trotz umfangreicher Information im Vorfeld der Streiks vom Freitag und Sonnabend hatten erschreckend viele Leipziger die Hinweise zu alternativen, legalen Abgabemöglichkeiten von Abfällen nicht ernst genommen und sowohl am Freitag als auch am Sonnabend Müll ohne Skrupel großflächig hinterlassen.

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„DIe Zustände waren katastrophal“

"Beinah an all unseren Wertstoffhöfen waren die Zustände katastrophal", resümierte Enrico Frenkel am Montag, Leiter Fachberatung/Recht im Eigenbetrieb Stadtreinigung. Rund 400 Kubikmeter illegaler Ablagerungen mussten nach ersten Schätzung vor den Höfen beräumt werden. "In der Gärtnerstraße in Grünau ging aufgrund der Unmengen von Abfall bis zum Mittag erst einmal gar nichts. Nur wenig besser sah es auf den Wertstoffhöfen in der Kröner-, Lößniger-, Krakauer- und Dieskaustraße aus.

Bürger entsorgen Autoteile, Bauschutt und Farbeimer

Besonders ärgerlich: Auch Abfälle wie Autoteile oder Bau- und Abbruchabfälle wurden entsorgt. „Dabei werden diese generell nicht von unseren WSH angenommen“, betonte Frenkel. Dass vor dem Objekt in der Lößniger Straße 7 sogar 150 Kilogramm Altfarben abgestellt wurden, sei mehr als unverschämt. „Nicht nur, dass diese Schadstoffe übers Wochenende im öffentlichen Raum standen. Einige Farbeimer liefen auch noch aus. Diese Stellen müssen jetzt intensiv behandelt werden.“

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Frust bei vielen Mitarbeitern

Frust schoben auch Frank Block und sein Kollege in Krönerstraße. „Wir können erstmal nur die Einfahrt freiräumen, hier kommen ja bereits die Leute, die darauf gewartet haben, dass wir sie ihren Sperrmüll heute regulär abgeben können“, sagte der 58-Jährige. „Guckt euch das doch mal an! Wir sind nur zu zweit, können bloß nach und nach alles wegräumen.“ Sauer ist er außerdem, dass die ersten Leipziger ihr Zeug schon vorm Tor platzierten, als am Donnerstag immerhin bis 19 Uhr geöffnet war.

Ordnungsamt kontrolliert 15 Wertstoffplätze

Das unerlaubte Treiben blieb nicht unentdeckt. „Am Sonnabend wurden von 13.30 bis 20.30 Uhr insgesamt 15 Wertstoffplätze im Stadtgebiet kontrolliert“, hieß es auf Anfrage aus dem Ordnungsamt. Überall seien erhebliche Mengen Sperrmüll abgelagert gewesen. „Für neun Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden Beweismittel gesichert, die weiteren Ermittlungen dauern an.“ Wie es hieß, hätten die Inspektoren vor Ort zwar auch Leute angetroffen, deren Absicht unverkennbar war, die es sich dann aber verkniffen, ihren Müll zu hinterlassen.

Verstöße gegen Abfallwirtschaftssatzung

Die Ablagerung von Abfällen vor Wertstoffhöfen stelle im Übrigen einen Verstoß gegen die Paragrafen 13 und 19 der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Leipzig dar, hieß es. Bei geringfügigen Ablagerungen werde ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig.

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Von Cornelia Lachmann

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