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Standort sichern

Tausende unterzeichnen Petition für Leipziger Karstadt

Karstadt-Warenhaus in der Petersstraße Leipzig. Eine Auszubildende kämpft per Petition für den Standort.

Karstadt-Warenhaus in der Petersstraße Leipzig. Eine Auszubildende kämpft per Petition für den Standort.

Leipzig. Adelin Streicher steckt gerade in der Prüfungsphase, viel Zeit nebenher bleibt nicht. Doch die Karstadt-Auszubildende hat aktuell noch eine andere wichtige Mission: Mit einer Online-Petition will sie möglichst viele Unterstützer für den Erhalt des Warenhauses in der Leipziger Innenstadt mobilisieren.

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Der Eigentümer, nach LVZ-Informationen eine Luxemburger Tochter des Schweizer Familienunternehmens Even Capital, hatte den Mietvertrag zum 31. März 2019 gekündigt. "Karstadt würde damit aus der Leipziger Innenstadt verschwinden. Doch das wollen wir verhindern", heißt es in der Petition auf der Plattform change.org, für die sich die Auszubildende grünes Licht beim Leipziger Filialgeschäftsführer Michael Zielke holte.

Schon in den ersten beiden Tagen haben tausende Unterstützer die Petition unterzeichnet. „Aber wir haben auch viele ältere Stammkunden, die vielleicht nicht so mit dem Internet vertraut sind“, sagt die 22-Jährige. Für diese möchte sie auch im Warenhaus Unterschriftenlisten auslegen. Die Petitionen sollen später möglichst dem Vermieter überreicht werden.

Menschenkette am 9. Mai

Hintergrund ist ein Streit um vorgesehene Mieterhöhungen um 68 Prozent, die Karstadt nicht akzeptieren will. Längst würden am Standort marktgerechte Preise bezahlt, heißt es. 400 Beschäftigte sind von der drohenden Filialschließung betroffen. Aber es gehe bei der Petition auch darum zu zeigen, wie vielen Menschen das Warenhaus in der Petersstraße am Herzen liege, betont Adelin Streicher.

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Eine weitere Aktion planen Filialleitung, Mitarbeiter und Kunden am 9. Mai. Um 9 Uhr wollen sie gemeinsam mit weiteren Unterstützern eine Menschenkette um das Haus in der Petersstraße bilden. „Nach über 100 Jahren Karstadt-Geschichte in Leipzig darf die Kündigung des Mietvertrages nicht der Schlussstrich sein“, erklärte Zielke.

Von Evelyn ter Vehn

LVZ