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Am Augustusplatz

Tesla eröffnet Store in Leipzig: Gerüste an der Hauptpost fallen bis Weihnachten

Die beiden neuen Dachgeschosse auf der Hauptpost am Augustusplatz stehen bereits im Rohbau. 2018 öffnen dort zwei Restaurants samt 300 Sitzplätzen auf einer großen Dachterrasse.

Die beiden neuen Dachgeschosse auf der Hauptpost am Augustusplatz stehen bereits im Rohbau. 2018 öffnen dort zwei Restaurants samt 300 Sitzplätzen auf einer großen Dachterrasse.

Leipzig.Noch vor Weihnachten soll die frühere Hauptpost am Augustusplatz ihre frisch sanierte Fassade zeigen. „In den nächsten Tagen beginnen wir mit dem Abnehmen der Gerüste an der Frontseite“, sagte Thomas Scherer, Chef der Denkmalneu-Gruppe aus Bad Heilbrunn, bei einem Baustellenrundgang mit der LVZ. Gleich am früheren Haupteingang wartete er mit einer Überraschung auf. „Hier entsteht ein Tesla-Store.“ Wenn im April bis Mai 2018 der erste große Bauabschnitt entlang des Georgirings eröffnet wird, seien die Elektroflitzer des US-Autobauers in einem modernen Showroom zu besichtigen. Tesla-Fans müssten dann nicht mehr bis nach Berlin fahren.

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Das gesamte Projekt mit 35 000 Quadratmetern Mietflächen sei – bis auf ein Bürogebäude im rückwärtigen Teil – jetzt komplett vermietet, erklärte Scherer unterwegs. Zum ersten Bauabschnitt gehöre unverändert der Designmöbel-Händler „Who’s perfect“ – mit nahezu 1600 Quadratmetern auf zwei Etagen. Zwischen diesem Geschäft und Tesla wird der Eingang zu einem riesigen Konferenz- und Co-Working-Bereich liegen, den der bundesweite Marktführer Design Offices auf mehreren Etagen betreibt. 6000 Quadratmeter samt eines öffentlichen Cafés im Erdgeschoss stehen an dieser Stelle Firmen, Startups und Kreativen zur Verfügung. In der früheren Fernsprechhalle bleiben die Freitreppe, die Lichtkuppeln und sieben Telefonzellen aus der Entstehungszeit des Gebäudes in den Sechzigerjahren erhalten. In die originalen DDR-Telefonzellen könnten sich Co-Worker oder Konferenzteilnehmer zurückziehen, um mal in Ruhe zu skypen.

Auf allen Etagen und in allen Gebäuden des 13 400 Quadratmeter großen Hauptpost-Areals wuseln jetzt Handwerker und Bauleute umher. Die zweistöckige Tiefgarage (366 Stellplätze) im Hof ist fertig. In den 150 Serviceapartments auf Fünf-Sterne-Niveau, die in die oberen Etagen des Hauptgebäudes am Augustusplatz eingezogen wurden, montiert die Firma Design Solutions aus Bad Tölz gerade maßgefertigte Möbel. „Das sind unsere eigenen, sehr ursprüngliche Kreationen aus vier Zentimeter starkem Eichenholz und aus Stahl“, so Geschäftsführer Fabrizio Bruno. Die bis zu 75 Quadratmeter großen Apartments in edler Ausstattung seien für Aufenthalte von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten gedacht – und buchbar ab April 2018, sagte Scherer. „Vor allem bieten sie einen fantastischen Ausblick – direkt auf den Augustusplatz und über die City.“

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Noch besser ist der Ausblick von den neuen Dachaufbauten, bei denen nur noch die Glaswände fehlen. Im sechsten Stock ist ein öffentliches Restaurant zum Thema „Brot und Me(h)r“ vorgesehen, das über jeweils 300 Sitzplätze drinnen und draußen (auf einer 400 Quadratmeter großen Dachterrasse) verfügen wird. „Mit stets nur fünf bis acht Gerichten wenden wir uns hier auch an den eiligen Gast, der zu einer Brot-Grundlage zwischen Fisch, Fleisch, Salaten und anderen Beilagen wählen und dem Koch beim Zubereiten zusehen kann“, erklärte der künftige Restaurant-Chef Wilhelm Andreas Büscher. Er leitet bereits die Gastronomie im „Lebendigen Haus“ neben dem Dresdner Zwinger, welches die Denkmalneu-Gruppe Mitte 2016 eingeweiht hatte.

Das selbe Konzept, bei dem alle Leistungen über eine Smartphone-App buchbar sind, kommt auch bei dem 120-Millionen-Euro-Projekt in Leipzig zum Zug. Der siebte Stock, in dem sich alle Trennwände elektrisch verschieben lassen, soll ein Wintergarten-Restaurant mit 300 Plätzen und indisch-asiatisch angehauchter Küche beherbergen. Samt Concierge-Dienst kümmern sich 100 Mitarbeiter um das Wohl der Gäste im Leipziger „Lebendigen Haus“, kündigte Büscher an.

Durch den Einbau einer Tiefgarage liegt der Hof der Hauptpost (links) jetzt ein Stockwerk höher. In dem Fünzigerjahre-Altbau rechts ziehen unter anderem ein Edeka-Markt sowie ein Musik-Fitness-Club der neuen Marke John Reed ein. Im Hintergrund sind die ersten Stockwerke von einem Neubau-Ensemble zu sehen, das 300 kleinere Apartments für Studenten oder Senioren beherbergt.

Durch den Einbau einer Tiefgarage liegt der Hof der Hauptpost (links) jetzt ein Stockwerk höher. In dem Fünzigerjahre-Altbau rechts ziehen unter anderem ein Edeka-Markt sowie ein Musik-Fitness-Club der neuen Marke John Reed ein. Im Hintergrund sind die ersten Stockwerke von einem Neubau-Ensemble zu sehen, das 300 kleinere Apartments für Studenten oder Senioren beherbergt.

Leipzigs drittes Motel One (mit gut 300 Zimmern) öffnet Mitte 2018. Ursprünglich war dafür Ende 2017 angekündigt. Denkmalneu habe aber die Bauabläufe so verändert, dass im nächsten Jahr gleich alle Bereiche „Schlag auf Schlag“ fertiggestellt werden können, erläuterte Scherer dazu. Bei dem Ersatzneubau für das ehemalige Telegrafenamt am Grimmaischen Steinweg, wo auch eine Einfahrt zur neuen Tiefgarage liegt, habe man daher etwas Geduld aufbringen müssen. Das Motel One nutze auch Teile des dort benachbarten Altbaus: „Zum Beispiel das im Original erhaltene frühere Direktorenzimmer der Post als Frühstücksraum.“

In den Fünfzigerjahre-Bau im Hof ziehen unter anderem ein Edeka-Markt auf 1400 Quadratmetern, ein Musik-Fitness-Club der neuen Trendmarke John Reed auf 2100 Quadratmetern und Büro-Mieter ein. Was bisher hinter der 110 Meter langen Hauptpost-Fassade verborgen blieb: Im Hof sind schon mehrere Etagen von weiteren Neubauten zu sehen. Ursprünglich sollte der hintere Geländeteil, der bis zur Querstraße reicht, erst später angefasst werden. Stattdessen werde nun auch dieser Teil bis Ende 2018 fertig, versicherte Scherer. Dazu gehörten vor allem 300 flexibel nutzbare Apartments, die ebenso für Studenten wie für Senioren geeignet seien. Direkt an der Querstraße hat der Bau eines Gebäudes mit 6000 Quadratmetern Gewerbeflächen begonnen, über dessen Nutzung – als einzige Ausnahme – erst 2018 entschieden werde. Wie berichtet, hatte ein früherer Besitzer dort einst den Bau einer „Scheich-Klinik“ geplant.

Von Jens Rometsch

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