Stadionvorplatz

Trotz klarem Bekenntnis vom Stadtrat keine Lösung für Leipziger Sportmuseum

Sportmuseum steht dran – das Gebäude des ehemaligen Schwimmstadion an der Red Bull Arena verfällt. Dennoch hat die Stadt den Standort noch nicht aufgegeben.

Sportmuseum steht dran – das Gebäude des ehemaligen Schwimmstadion an der Red Bull Arena verfällt. Dennoch hat die Stadt den Standort noch nicht aufgegeben.

Leipzig. Die Sammlung des Sportmuseums ist keineswegs gefährdet. Das betonte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) während der jüngsten Ratssitzung: "Sie ist trocken, sicher und angemessen untergebracht." Wie es weitergeht, ist aber nach wie vor offen – trotz konstruktiver Gespräche auch mit RB Leipzig.

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Zur Erinnerung: 2007 hatte der Stadtrat ein Museumskonzept beschlossen, das laut Verwaltung in seinen Kernaussagen noch immer gültig ist. Die Sammlung umfasst mehr als 90 000 Exponate – vom Sportabzeichen bis hin zum 13 Meter langen Ruderboot. Ziel sei es, im Umfeld der Red Bull Arena ein modernes, interaktives und barrierefreies Museum zu entwickeln.

Nordtribüne bleibt als Standort im Rennen

Als Standort steht nach wie vor die denkmalgeschützte Nordtribüne des abgerissenen Schwimmstadions zur Debatte, die dafür eigens hergerichtet werden soll. „Daran fühlen wir uns gebunden und arbeiten daran, einen Neubau zu realisieren.“ Dafür suche die Stadt Partner wie RB Leipzig. Bislang wurde allerdings immer kolportiert, dass RB im ehemaligen Kassenhäuschen kein Museum will, den Vorplatz zur Red-Bull-Arena komplett umgestaltet haben möchte.

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Die Stadtverwaltung hält es auch vor möglich, eine etwa 1200 Quadratmeter große Ausstellung als „Schaufenster“ von der Unterbringung der Sammlungen und Nebenfunktionen abzukoppeln. Sie plant perspektivisch für mehrere städtische Museen ein großes Depot zu errichten, weil die bisherigen Lagerflächen kaum reichen.

Beirat Mitte will endlich Taten sehen

„Es wird viel geredet. Wir wollen aber, dass endlich gehandelt wird“, sagte Karsten Fehske (Linke) vom Stadtbezirksbeirat Leipzig-Mitte, der die Zukunft des Sportmuseums zur dringlichen Angelegenheit im Stadtrat gemacht hat. „Die Stadt steht in der Pflicht und in moralischer Verantwortung“, ergänzte Siegfried Schlegel (Linke).

"Wir haben große Bauten vor uns – etwa fürs Naturkundemuseum", so Annette Körner (Grüne). "Geben sie uns ein Zeichen, wie wir auch das Sportmuseum befördern können." Bei der Abstimmung bekannte sich der Rat erneut dazu, das Sportmuseum wiederzubeleben. Einstimmig! Im Etat 2017/18 sind bereits 125 000 Euro als Planungsmittel für das Gebäude eingestellt, die sollen in den kommenden Doppelhaushalt übertragen werden.

Stadt will Bürger in Diskussion einbeziehen

Das Kulturdezernat kündigte an, bei der Diskussion um die inhaltliche Ausrichtung des Museums sowie bei der Findung eines geeigneten Standortes die Bürger zu beteiligen. Einen Vorgeschmack bietet dabei die Schau "In Bewegung – Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte" im Haus Böttchergäßchen des Stadtgeschichtlichen Museums. Im Studio gibt es erste Pläne sowie eine Voting-Installation.

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Von Mathias Orbeck

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