Georg-Schumann-Straße

Ursache für Großbrand in Leipzig-Gohlis bleibt wohl ungeklärt

Bei dem verheerenden Feuer am 30. Dezember 2017 wurde das leerstehende Mehrfamilienhaus in der Georg-Schumann-Straße 53 in Leipzig-Gohlis komplett zerstört.

Bei dem verheerenden Feuer am 30. Dezember 2017 wurde das leerstehende Mehrfamilienhaus in der Georg-Schumann-Straße 53 in Leipzig-Gohlis komplett zerstört.

Leipzig. Kein Brandermittler wagt sich in die verkohlte Ruine: Der Grund für das Feuer in der Georg-Schumann-Straße 53 in Leipzig-Gohlis wird wohl nie abschließend geklärt werden. Aufgrund der Einsturzgefahr konnte die Polizei auch neun Tage nach dem verheerenden Brand keine Ermittlungen in dem zerstörten Mehrfamilienhaus durchführen. Und das wird auch so bleiben.

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„Die Lebensgefahr ist gewichtiger als die Ermittlung der Brandursache“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki am Montag auf Anfrage von LVZ.de. Während die Experten der Kripo sonst in den Überresten von abgebrannten Häusern nach Spuren suchen, muss dies in Gohlis aus Sicherheitsgründen unterbleiben. Das Risiko herabstürzender Trümmer wird als zu groß eingeschätzt. „Aufgrund der hohen Brandtemperaturen und den damit einhergehenden Bauteildehnungen und unvermeidlichen Trümmerschlägen weist insbesondere die Straßenfassade im Eckbereich zum Nachbargrundstück starke Risse auf, so dass die freistehende Giebelwand wahrscheinlich nicht mehr ausreichend gehalten ist“, heißt es aus dem Bauordnungsamt.

Legten Brandstifter im Obergeschoss Feuer?

Die Polizei hat jedoch wenig Zweifel daran, dass ein Feuerteufel den verheerenden Brand ausgelöst hat. „Das Haus war leerstehend. Es ist von Brandstiftung auszugehen. Aber das zu beweisen, ist wohl unmöglich“, so Loepki. Wie Harald Effenberger von der Leitstelle der Feuerwehr berichtet, brach der Brand ersten Meldungen zufolge im ersten Obergeschoss aus. Ob Zündler dort Feuer legten, liegt derzeit jedoch ebenso im Dunkeln wie das mögliche Motiv. Strom lag in dem leerstehenden Gebäude – außer im Keller – nicht mehr an. Auch das einstige Geschäft im Erdgeschoss war längst geschlossen.

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Das leerstehende Gebäude in der Georg-Schumann-Straße brannte in voller Ausdehnung

Das leerstehende Gebäude in der Georg-Schumann-Straße brannte in voller Ausdehnung. Die Rauchsäule war weithin zu sehen.

Meterhoch hatten die Flammen am Nachmittag des 30. Dezember aus dem viergeschossigen Wohn- und Geschäftshaus geschlagen. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich der Brand auf das gesamte Gebäude aus, das zuletzt teilweise als Möbellager eines An- und Verkaufs genutzt worden war. Die Feuerwehr ließ das Haus kontrolliert abbrennen. Bis zum 3. Januar mussten die Brandbekämpfer immer wieder anrücken, weil Glutnester aufflammten und Rauch aus dem Gebäude quoll. Inzwischen ist der Brand vollständig gelöscht. Auch der zwischenzeitlich eingestellte Straßenbahnverkehr rollt wieder.

Imbiss nebenan musste schließen

Auf eine halbe Million Euro schätzt die Polizei den Schaden. Das genaue finanzielle Ausmaß müssten jedoch Gutachter klären, so Loepki. Die Ruine soll nun „zeitnah“ abgerissen werden, wie es aus dem Rathaus heißt. „Der Eigentümer steht bereits in Kontakt mit Abrissunternehmen. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht“, informierte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage. Aus Sicherheitsgründen bleiben der Gehweg vor dem Haus und ein Teil der Straße bis auf Weiteres gesperrt. Auch ein Imbiss, der sich auf einer Freifläche an der Ecke zur Sassstraße befindet, musste vorerst schließen. Wann er wieder öffnen kann, ist derzeit unklar.

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Von Robert Nößler

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