Loch in der 18. Etage

Ursachensuche nach Scheiben-Absturz am Uniriesen in Leipzig

Am City-Hochhaus haben sich am Sonnabend Scheiben in der 18. Etage gelöst und sind nach unten gefallen.

Am City-Hochhaus haben sich am Sonnabend Scheiben in der 18. Etage gelöst und sind nach unten gefallen.

Leipzig. Die Absperrungen vor der Moritzbastei wurden inzwischen entfernt, aber Passanten blicken noch immer mit Sorge nach oben zum 18. Stock. An der Fassade des 142 Meter hohen Uniriesen klafft ein 60 mal 100 Zentimeter großes Loch. Zwei Glasscheiben haben sich dort am Sonnabend gegen 14 Uhr gelöst und sind in die Tiefe gestürzt. Die Fassadenteile des City-Hochhauses – zunächst war von Fenstern die Rede gewesen – schlugen aus gut 70 Meter Höhe auf dem Platz zwischen Mensa und Gewandhaus auf. Nur durch Glück wurde niemand verletzt.

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Wie es zu dem erneuten Absturz an dem 34-Geschosser kommen konnte – es war bereits der mindestens vierte Fall dieser Art –, ist bislang unklar. Um die Ursache für die Havarie herauszufinden, waren am Sonnabend Experten des Bauordnungsamtes und eine Glasfirma vor Ort und begutachteten die Schäden.

Scheibe zerbrach und stürzte nach unten

Nach ersten Angaben der Polizei sei eine der betroffenen Scheiben zunächst zerbrochen. „Ein großer Teil fiel danach auf den Platz zwischen Mensa und Gewandhaus“, so ein Sprecher aus dem Führungs- und Lagezentrum gegenüber LVZ.de. Kurze Zeit später löste sich eine zweite Scheibe und stürzte ebenfalls in Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz nach unten.

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Blick auf das Loch in der 18. Etage des Uniriesen.

Blick auf das Loch in der 18. Etage des Uniriesen.

Polizei und Feuerwehr sperrten den Durchgang vor der Moritzbastei zunächst komplett ab. Am Samstagabend wurde der Bereich wieder freigegeben. Das Bauordnungsamt habe vor Ort umfangreiche Prüfungen durchgeführt, so die Polizei. Aktuell bestehe keine Gefahr mehr, dass weitere Scheiben oder Fassadenteile nach unten stürzen, hieß es. Der entstandene Schaden ist bislang noch unklar.

Zuletzt fielen 2015 Scheiben herab

Das City-Hochhaus wurde von 1968 bis 1973 für die damalige Karl-Marx-Universität erbaut und von 1999 bis 2002 saniert. Immer wieder gab es seitdem Probleme mit den Scheiben. Zuletzt lösten sich vor knapp zwei Jahren, im April 2015, Teile eines Fensters im 23. Stock. Bereits 2012 und 2008 gab es ähnliche Vorfälle. Auch damals gingen die Fensterstürze glimpflich aus.

Der im Volksmund „Uniriese“ oder wegen seiner Form auch „Weisheitszahn“ genannte Hochhausturm beherbergt heute vor allem Büros und Firmenräume, darunter unter anderem die Energiebörse EEX. Auch die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM) hat hier ihren Sitz. Mit 142 Metern (mit Antenne 155,40 Meter) ist es das zweithöchste Hochhaus in Ostdeutschland nach dem Jentower in Jena – er ist ohne Antenne noch zwei Meter höher. In den obersten Etagen befindet sich neben dem Panorama-Restaurant eine beliebte Aussichtsplattform.

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Von Robert Nößler

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