Linksextremisten im Visier

Verdächtige nach Angriff auf Leipziger Polizeiposten gefasst

Vermummte haben in der Nacht zu Sonnabend den Polizeiposten in Leipzig-Connewitz mit Farbe und Steinen beworfen.

Vermummte haben in der Nacht zu Sonnabend den Polizeiposten in Leipzig-Connewitz mit Farbe und Steinen beworfen.

Leipzig. Nach dem Angriff auf den Polizeiposten in der Connewitzer Biedermannstraße hat die Polizei zwei Tatverdächtige (17, 19) gefasst. Wie berichtet, hatten Vermummte am Sonnabend gegen 0.40 Uhr die Außenstelle in der Wiedebach-Passage mit Farbbomben attackiert. Zudem warfen sie Steine, beschmierten Überwachungskameras und das Leuchtschild "Polizei". Mit Schlagwerkzeugen versuchten die Täter, Fenster zu zerstören. Das Sicherheitsglas verhinderte ein Eindringen, so Polizeisprecher Andreas Loepki am Montag, der Sachschaden ist dennoch erheblich.

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Durchsuchung auf Wagenburg-Gelände

Die beiden Verdächtigen wurden bei der Tatortbereichsfahndung vorläufig festgenommen. Beamte stellten ihre Oberbekleidung sicher. Zudem wurden ihre Wohnräume durchsucht – bei dem 19-Jährigen außerhalb der Stadt, bei seinem Komplizen in einer Leipziger Wagenburg. Beide Männer kamen zunächst wieder auf freien Fuß. Inzwischen hat die Ermittlungsgruppe „GEG LE“ der Polizeidirektion Leipzig und des Landeskriminalamtes zur Bekämpfung des Linksextremismus in Leipzig den Fall übernommen.

Polizeichef: Keine Rechtfertigung

„Wer die Polizei gewalttätig angreift, greift die Grundfesten unseres Zusammenlebens an“, so Polizeipräsident Torsten Schultze. „Jegliche Rechtfertigung verbietet sich. Die Polizei sichert die Innere Sicherheit und damit einen wesentlichen Stabilitätsfaktor der Demokratie in unserem Land. Solche Ereignisse verdeutlichen mir erneut das Erfordernis eines parteiübergreifenden und gesamtgesellschaftlichen Konsenses über den Wert der Inneren Sicherheit und die Art und Weise der Auseinandersetzung.“

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OBM Jung fordert Konsequenzen

Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung meldete sich am Montag zu Wort. "Am vergangenen Wochenende mussten wir leider miterleben, wie die Gewalt in Connewitz um sich griff: Der Polizeiposten wurde angegriffen, ein junger Mann auf offener Straße überfallen und verprügelt. Dafür gibt es keine Rechtfertigung, schon gar keine politische", teilte Jung mit und bezog sich dabei auch auf den Angriff auf einen 23-Jährigen am Sonntag vor dem Conne Island. Der Mann war von drei Vermummten vermutlich wegen seiner Jacken-Marke angegriffen und verletzt worden.

„Wer so handelt, hat weder die Moral auf seiner Seite noch das Recht. Er handelt kriminell, und sonst nichts“, betonte Jung. „Bei Gewalt, egal ob von links oder rechts, kann es kein Verständnis, kein Wegducken geben, sondern nur klare strafrechtliche Konsequenzen“, forderte der OBM.

Von F. D.

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