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Kripo-Experten beraten

Vier Wohnungseinbrüche pro Tag in Leipzig

So schnell kann es gehen: Ein eingeschlagenes Fenster und schon gelangt der Einbrecher ins Haus.

So schnell kann es gehen: Ein eingeschlagenes Fenster und schon gelangt der Einbrecher ins Haus.

Leipzig.Als die Hausbesitzer für knapp zwei Stunden unterwegs waren, ging alles ganz schnell: Der unbekannte Einbrecher hebelte ein Fenster auf, durchsuchte sämtliche Zimmer, erbeutete Bargeld, EC-Karte, Dokumente und Besteck. Fälle wie dieser aus Mockau vor ein paar Tagen sind in Leipzig an der Tagesordnung.

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Allein im vergangenen Jahr kam es in der Messestadt laut dem Landeskriminalamt zu 1418 Wohnungseinbruchsdiebstählen –immer noch fast vier pro Tag, obwohl die Zahl der Fälle binnen Jahresfrist um 136 zurückging. Zum Vergleich: In Dresden waren es lediglich 565, in Chemnitz 320. Auch in den Landkreisen Leipzig (427) und Nordsachsen (222) ist das Problem weitaus geringer. Es ist also nicht übertrieben, wenn sich Berater der Polizei gleich mal sechs Stunden am Stück zur Verfügung zu stellen, um beim Tag des Einbruchschutzes am Freitag interessierte Leipziger zu informieren.

Mieter delegieren Verantwortung

"Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für viele Menschen ein großer Schock", so die Polizei. "Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, sind für die Betroffenen meist schlimmer als der rein materielle Schaden." Hinzu komme: Etliche private Häuser und Wohnungen sind Experten zufolge nicht genügend gesichert. Schon vor Jahren hatte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) festgestellt, dass beispielsweise viele Mieter die Verantwortung an ihre Vermieter delegieren. Hundertprozentigen Schutz gebe es zwar nicht. Aber Studien kommen zu dem Schluss, dass die meisten Gelegenheitstäter abbrechen, wenn sie nicht in zwei bis fünf Minuten in das Objekt gelangen. Ihnen das Leben schwer zu machen, dafür gibt es durchaus Möglichkeiten.

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Inzwischen gibt es eine bundesweite Kampagne von Polizei, Versicherungswirtschaft, Industrieverbänden und Errichterfirmen, um die Bevölkerung für einen eigenverantwortlichen, effektiven Einbruchschutz zu sensibilisieren. Auch der Tag des Einbruchschutzes gehört dazu. Dieser findet stets am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die Sommerzeit endet. Die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde, so das Ansinnen, sollen Bürger nutzen, sich über wirksamen Schutz zu informieren. Anregungen vermitteln die Spezialisten der Polizeilichen Beratungsstelle am Freitag von 11 bis 17 Uhr im Foyer der Stadtbibliothek. Sie geben Tipps und Hinweise zu verschiedener Sicherungstechnik, aber auch zu empfehlenswertem Verhalten, um es Einbrechern möglichst schwer zu machen. Wie sieht ein geeignetes Zusatzschloss aus? Welche Fenstersicherung ist zweckmäßig? Wie funktioniert eine Einbruchmeldeanlage? Informationen sind zudem darüber zu bekommen, wie der Staat bestimmte Vorkehrungen zum Schutz gegen Einbruch finanziell fördert.

Tipps in eigenen vier Wänden

Wer sich individuell bei sich zu Hause beraten lassen möchte, kann auch einen Termin mit der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle vereinbaren (0341 9604951 oder kpbst.pd-l@polizei.sachsen.de). Die Experten decken schonungslos Sicherheitsdefizite in den eigenen vier Wänden auf und empfehlen geeignete Schutzmaßnahmen.

Termine zum Tag des Einbruchschutzes: Heute von 9 bis 14 Uhr: Toom Baumarkt Markkleeberg, Städtelner Straße 54; Freitag, 26. Oktober, von 11 bis 17 Uhr: Foyer der Stadtbibliothek Leipzig am Wilhelm-Leuschner-Platz 10–11.

Von Frank Döring

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