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Premiere in Leipzig

Wasserturm Liebertwolkwitz wird Wohnturm

Der Wasserturm von Liebertwolkwitz, erbaut um 1910: Das Wahr-zeichen des Ortsteils ist voraussichtlich bis zum Frühjahr 2018 eine Baustelle.

Der Wasserturm von Liebertwolkwitz, erbaut um 1910: Das Wahr-zeichen des Ortsteils ist voraussichtlich bis zum Frühjahr 2018 eine Baustelle.

Leipzig.So ändern sich die Zeiten: Einst waren Wassertürme für die Versorgung der Bevölkerung mit kostbarem Nass unerlässlich. Heutzutage bedienen sich Anbieter wie die Leipziger Wasserwerke (LW) vor allem moderner Pumpstationen, um Trinkwasser in die Haushalte zu schaffen. Die alten Türme – sie haben fertig! Auf der Gemarkung der Stadt Leipzig werden gegenwärtig nur noch zwei von einem guten Dutzend der um 1900/1910 errichteten Bauwerke als Wasserspender genutzt: der Turm auf dem Gelände des Wasserwerkes in Probstheida und der Engelsdorfer Wasserturm. Etliche ausrangierte Bauten gehören inzwischen Privatleuten oder Firmen, wurden in den zurückliegenden Jahren verkauft. Eine dieser Immobilien erfährt gerade ihre Erweckung: der Wasserturm von Liebertwolkwitz. Aus ihm wird ein Wohnturm. Eine derartige Verwandlung kannte Leipzig bisher noch nicht.

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Schon seit einiger Zeit ist das Wahrzeichen des Leipziger Ortsteils Liebertwolkwitz, der 55 Meter hohe Wasserturm in der Straße Zum Wasserturm, eingerüstet und verhüllt. Was die „Wolkser“ lange erhofften, wird nun Realität. „Er hat uns immer am Herzen gelegen, unser Turm“, sagt Ortsvorsteher Roland Geistert. „Wir mussten befürchten, dass er untergeht. Schön, dass es anders kommt.“ Eine Eigentümergemeinschaft hat den Bau von einem privaten Vorbesitzer aus Holzhausen erworben und „füllt“ ihn jetzt mit vier Maisonette-Wohnungen auf. Der alte Wasserbehälter mit einem Durchmesser von zwölf Metern und einem Volumen von circa 300 Kubikmetern muss natürlich raus. Die äußere, denkmalgeschützte Hülle mit ihrer gelben Klinkerfassade und das Dach bleiben derweil nahezu unverändert. Sie erhalten ein Lifting. Dafür wird im Inneren mächtig gewirbelt.

„Wir müssen neun Ebenen einziehen, Treppen und eine Aufzugsanlage bauen, zusätzliche Fenster schaffen“, beschreibt der Gohliser Architekt Tobias Voigt, der für den Generalunternehmer TMP Planungsgesellschaft aktiv ist, die Basis der Wasserturm-Wiederbelebung. Ihm und der Firma TMP aus Stötteritz kommen dabei die gesammelten Erfahrungen beim Umbau des Markkleeberger Wasserturms vor noch gar nicht allzu langer Zeit zugute. Das 1904 errichtete, 50 Meter hohe technische Denkmal war für 1,25 Millionen Euro angepackt worden, beherbergt seit 2014/2015 ebenfalls vier Maisonette-Wohnungen. Beim „Wolkser“ Turm geht Voigt von einer ähnlichen Investitionssumme aus: von rund 1,2 Millionen Euro.

Bezugsfertig soll das Bauwerk im Frühjahr 2018 sein. „Neun Decken, die betoniert werden müssen, die aushärten müssen, dazu die Maurerarbeiten – der Rohbau wird sich ziehen“, ist Voigt überzeugt. Ob es am diesjährigen Tag des offenen Denkmals, am 10. September, mit einer Baustellen-Besichtigung klappt, vermag der Architekt deshalb nicht zu prognostizieren. Liebertwolkwitz’ Ortschef Geistert würde sich drüber freuen. „Wäre toll, damit unsere Leute sehen, wie so ein Umbau vonstatten geht. So etwas kommt schließlich nicht allen Tage vor. Und er ist halt unser Turm.“

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Von Dominic Welters

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