Eigene Wohnung

Wie Leipzig Obdachlose von der Straße holen will

Die Zahl der wohnungslosen Menschen hat in Leipzig zuletzt zugenommen. Ein Modellprojekt soll dem entgegenwirken.

Die Zahl der wohnungslosen Menschen hat in Leipzig zuletzt zugenommen. Ein Modellprojekt soll dem entgegenwirken.

Leipzig. Die Zahl der obdach- und wohnungslosen Menschen in Leipzig hat nach Angaben der Stadt zuletzt zugenommen. Bezahlbarer Wohnraum wird auch in der Messestadt zunehmend knapp, was die Wohnungslosigkeit noch verstärken dürfte. Mit dem Projekt „Eigene Wohnung“ will die Stadt dem entgegenwirken. Gleichzeitig soll ein neues Modell für Sachsen erprobt werden.

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Das Modellprojekt der Wohnungsnothilfe arbeitet mit dem aus den USA stammenden Ansatz „Housing First“. Demnach wird den wohnungslosen Personen zunächst eine Wohnung mit Mietvertrag vermittelt, ohne dass eine Teilnahme an Therapien oder Abstinenz vorausgesetzt werden. Der Prozess soll durch soziale Maßnahmen begleitet werden.

Besonders Langzeitobdachlosen wird geholfen

„Die Vorteile des Ansatzes ‚Housing First‘ liegen klar auf der Hand: Wohnungslosigkeit wird nicht nur verwaltet, sondern beendet. Und es hilft am meisten den Langzeitobdachlosen, die es in unserem derzeitigen System sehr schwer haben, ein Dach über dem Kopf zu finden. Andere Länder wie Finnland und Dänemark setzen das ‚Housing First‘-Prinzip bereits erfolgreich um, bei dem obdachlose Menschen zuerst mit einer Wohnung versorgt und erst danach Probleme wie Schulden, Arbeitslosigkeit oder Sucht angegangen werden“, erklärt Simone Lang, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag.

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Leipzig als Modell für sächsische Kommunen

Wie das Sozialministerium am Donnerstag in Dresden mitteilte, wird das Leipziger Projekt bis Ende 2023 mit 111.000 Euro vom Freistaat unterstützt. Den Angaben zufolge handelt es sich bei der Vereinbarung zwischen der Stadt Leipzig und dem Sozialministerium um eine erste Maßnahme zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag 2019 bis 2024 vorgesehenen Begleitung der kommunalen Ebene bei präventiven Ansätzen in der Wohnungslosenhilfe. Ziel der Vereinbarung sei es, in den kommenden beiden Jahren einen Leitfaden für interessierte Kommunen auf Basis der Erfahrungen in Leipzig zu erarbeiten.

„Mit der Entwicklung dieses Handlungsleitfadens zum Hilfsansatz ‚Housing First’ stellen wir den sächsischen Kommunen künftig eine praktische Arbeitsgrundlage für die Entwicklung eigener Projekte der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung“, begrüßte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) das Vorhaben. Es sei wichtig, den Leitfaden auf Erfahrungen einer sächsischen Kommune fußen zu lassen.

Von LVZ/lg

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