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Theaterball im Reich der Götter

Döbeln erlebt rauschende Ballnacht

Da klatschte das Publikum im Takt mit: Jacques Offenbachs Cancan war ein Höhepunkt des Galaprogramms des göttlichen Theaterballs.

Da klatschte das Publikum im Takt mit: Jacques Offenbachs Cancan war ein Höhepunkt des Galaprogramms des göttlichen Theaterballs.

Döbeln.Da flogen die Röcke und die Beine. Und das, obwohl das Mittelsächsische Theater als Dreispartenhaus mit Oper, Schauspiel und Philharmonie gar kein Tanzensemble hat. Aber was wäre ein Theaterball ohne Cancan?

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Und der passt ja zudem zum Motto „Ball im Olymp“, wenn auch über ein paar Ecken. Denn die berühmteste Musik zu diesem schnellen Tanz – dazu schwangen auch die Tänzerinnen des Mittelsächsischen Theater am Sonnabend Beine und Röcke – schuf Jacques Offenbach in seiner Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Aus diesem Werk trugen Sänger des Opernensembles einige Ausschnitte vor.

Theaterball in Döbeln (Video: Sven Bartsch)

Ins Reich der griechischen Götter ging die thematische Reise, die das Mittelsächsische Theater veranstaltete. Aber haben Athene und Aphrodite dem Zeus tatsächlich Cancan vorgetanzt? Und wie passen Marylin Monroe und Hildegard Kneef in die Götterwelt?

„Wer den Himmel kennengelernt hat, weiß die Hölle zu schätzen.“ In dieser locker-scharfzüngigen Art moderierte Susanne Engelhardt als Athene nicht nur die „Unterwelt“-Szenen an, sondern führte so durch das gesamte Galaprogramm auf der Hauptbühne. Da bekamen die Briten einen mit, denn das ganze Brexit-Getue geht auch den Göttern gehörig auf den Geist. Und wenn man diesen nachsagt, sie wären narzistisch-persönlichkeitsgestört, dann konstatierte Athene, „dass Menschen mit dieser Störung auf der Erde Präsident werden.“

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Aus dem Land, das der Präsident regiert, der damit gemeint sein könnte, sang Athene in Gestalt von Marylin Monroe ein Lied: „Diamonds are a girl’s best friend“ (Diamanten sind die besten Freunde eines Mädchens) aus dem Broadway-Musical „Blondinen bevorzugt“. Musical, Operette, Schauspiel – das Galaprogramm auf der Hauptbühne, die an diesem Tag Olymp hieß, war bunt und vielseitig, bot auch den Mitgliedern des Opernchores die Möglichkeit, solistisch aufzutreten. Die „Loge Nr. 5“ gab einen Vorgeschmack auf ihr neustes Projekt, das Mantel-und-Degen-Musical „Die drei Musketiere“. Clemens Leisegang sang D’Artagnans Song „Constance“.

200 Gäste verfolgten das Treiben auf den insgesamt drei Bühnen, darunter Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) und die Freiberger Landtagsabgeordnete Dr. Jana Pinka (Die Linke). Auch aus Waldheim waren einige Gäste nach Döbeln gekommen. Manche von ihnen tanzten sogar. Denn im Foyer – an diesem Tag das Labyrinth des Minotaurus – spielte die Dresdner Galaband. Da wurde eher locker getanzt. Ganz anders auf der Hauptbühne. Das Orchester hatte sich verkleinert und um einen Flügel gruppiert und spielte unter andrem Walzer, darunter den Kaiserwalzer von Johann Strauß. Ein Hauch Wien wehte durchs Döbelner Theater, weil sich einige Ballgäste hervorragend auf das Walzertanzen verstanden.

Aber es war freilich noch mehr los und gar nicht möglich, alles zu erleben. Während nämlich das Lustspiel „Wer begatten will, muss friedlich sein“ über die Hauptbühne ging, entführte Susanne Engelhardt im TiB in die Welt der Leinwand-Göttinnen und trat abwechselnd als Marylin Monroe (I wanna be loved by you), Hildegard Kneef (Für mich soll es rote Rosen regnen), Audrey Hepburn (Moon river), Barabara Streisand (The second hand rose) und Whitney Houston (I will always love you) auf und meisterte die Rollenwandlungen auch stimmlich sehr gut.

Von Dirk Wurzel

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