Leisnig

Durchs Burgtor passen nur die kleinen Feuerwehrautos

Die Kameraden der Naunhof-Beiersdorfer Ortswehr hatten ihre historische Motorspritze von 1924 mit auf die Burg gebracht.

Die Kameraden der Naunhof-Beiersdorfer Ortswehr hatten ihre historische Motorspritze von 1924 mit auf die Burg gebracht.

Leisnig. Grundsätzlich sollte es ja nie unerwünscht brennen. Aber auf einer Burg, wie auf dem Leisniger Mildenstein, erst recht nicht. „Die Burg ist kritisch“, sagt Leisnigs Feuerwehrchef Bernd Starke. Große Fahrzeuge passen nämlich nicht durchs Burgtor und mit der Drehleiter ist von draußen auch kein Herankommen. Das Tragkraftspritzenfahrzeug der Ortsfeuerwehr Clennen, ein relativ kleiner Mercedes mit der Motorspritze im Huckepack, ist das „größte“ Einsatzfahrzeug, dass es bis auf den Burghof schafft. Ausprobiert haben das die Kameraden erst wieder am Sonntag – beim Feuerwehr-Mitmach- und Aktionstag, zu dem die Burg und die Leisniger Wehr gemeinsam eingeladen hatten.

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DJ-Nebel holt Feuerwehr auf den Plan

Ein echtes Ausrücken auf die Burg hat es aber durchaus schon gegeben, wie Bernd Starke berichtet. Dabei hatte die Brandmeldeanlage die Kameraden in die mittelalterlichen Mauern zitiert. Letztlich ging es glimpflich ab. Einmal war es der Nebel eines DJs bei einer Hochzeitsfeier, ein anderes Mal ein getränkter Lappen, der nach Bauarbeiten herumlag. Wegen der örtlichen Gegebenheiten gibt es direkt auf der Burg eine Tragkraftspritze, die mit einem Rollenwagen bewegt werden kann, außerdem Strahlrohre und Schläuche für den Erstangriff. Und wenn die Feuerwehrleute von außerhalb der Gebäude in die oberen Etagen müssen? Bernd Starke: „Dann geht das nur mit tragbaren Leitern.“

Zuspruch nicht wie erhofft

An diesem Sonntag waren die Leisniger Stadtwehr und die Ortsfeuerwehr Naunhof-Beiersdorf aber nicht wegen des Löschens auf die Burg gekommen, sondern um Besuchern – auch die der Sonderausstellung „Retten.Löschen.Bergen.Schützen.“ – zusätzliche Attraktionen zu bieten, um die Arbeit der Feuerwehr vorzustellen und um für Nachwuchs zu werben. Der Zuspruch für die erste Veranstaltung dieser Art hielt sich allerdings in Grenzen. „Eigentlich hatten wir uns mehr Besucher erhofft. Aber was will man bei dem Wetter erwarten. Da sind die Familien am Baggersee oder im Freibad“, sagte Bernd Starke am Sonntagnachmittag, als er noch mal die Gulaschkanone für den leckeren Kesselgulasch anheizte.

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Historisch schlägt modern

Die Naunhof-Beiersdorfer um Ortswehrleiter Frank Andrä hatten ihre historische Motorspritze von 1924 mitgebracht. Sie passte durchs Tor und funktioniert noch heute. „Bei einem Vergleich erst voriges Wochenende spritzte die historische zwei Meter höher als die moderne Spritze“, sagte Frank Andrä. Die alte Technik war dann auch live zu erleben, genauso wie das Vorführen eines Pulverlöschers durch Erik Gasch von der Jugendfeuerwehr. Kinder konnten basteln, bei einem Quiz mitmachen oder die Lesestunde mit der Geschichte „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ besuchen. Allen Gästen stand natürlich die Sonderausstellung zum Leisniger Löschwesen offen.

Löschen statt vorbereiten

In ihren Vorbereitungen für den Aktionstag waren die Leisniger Kameraden gestört worden. Bereits in der Nacht zum Sonnabend mussten sie wegen eines Containerbrandes an der Chemnitzer Straße ausrücken. Und Sonnabendnachmittag waren sie auf der A 14 im Einsatz, weil ein Gefahrengut-Transport brannte (Beitrag links). Bernd Starke: „Das hat uns so gar nicht ins Konzept gepasst.“

Von Olaf Büchel

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