DAZ-Spendenaktion

„Ein Licht im Advent“: So können die DAZ-Leser der Tafel im Raum Döbeln helfen

Tafel-Koordinatorin Maxi Lippmann mit gepackten Lebensmittel-Kisten der Döbelner Tafel. Die Bedürftigen erhalten den Inhalt für vier oder sechs Euro. Mit diesen geringen Einnahmen kann sich die Tafel nicht finanzieren. Sie ist gerade jetzt dringend auf Spenden angewiesen.

Tafel-Koordinatorin Maxi Lippmann mit gepackten Lebensmittel-Kisten der Döbelner Tafel. Die Bedürftigen erhalten den Inhalt für vier oder sechs Euro. Mit diesen geringen Einnahmen kann sich die Tafel nicht finanzieren. Sie ist gerade jetzt dringend auf Spenden angewiesen.

Döbeln. Georg Basel hat zwei große Einkaufs-Taschen voll mit Lebensmitteln gepackt. Die hat er gerade in der Döbelner Tafel an der Eichbergstraße bekommen. Donnerstag ist immer Ausgabetag. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren Kunde bei der Tafel und ich bin sehr froh, dass es die Einrichtung gibt. Und ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die die Helfer hier leisten“, sagt der Döbelner, der sich und seine Frau mit den Produkten versorgt. Menschen mit geringem Einkommen, wie Georg Basel, sind auf die Tafel angewiesen. „Klar gehe ich auch noch in den Supermarkt für uns einkaufen. Obst und Gemüse brauche ich aber dort zum Glück fast gar nicht zu kaufen, weil ich es hier bei der Tafel bekomme“, erklärt Basel.

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Georg Basel: „Ich bin froh, dass es die Tafel gibt. Ich bin jetzt seit zehn Jahren hier Kunde.“

Georg Basel: „Ich bin froh, dass es die Tafel gibt. Ich bin jetzt seit zehn Jahren hier Kunde.“

Zum Glück – denn auch Obst und Gemüse ist im zurückliegenden Jahr wie fast alle Lebensmittel deutlich teurer geworden. Die Döbelner Allgemeine Zeitung mit ihrem Mutterblatt Leipziger Volkszeitung hat sich vorgenommen, die Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ in diesem Jahr den Tafeln im Verbreitungsgebiet der Zeitungen zu widmen.

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Die großen Sorgenfalten auf der Stirn von Maxi Lippmann verdeutlichen, wie wichtig und richtig diese Entscheidung ist: „Wir haben einen gewaltigen Zuwachs an Kunden in diesem Jahr zu verzeichnen. Zeitgleich spüren wir in letzter Zeit, dass die Lebensmittelspenden zurückgehen, die Supermärkte, Discounter und Läden offenbar schärfer kalkulieren. Da bleibt leider nicht mehr soviel übrig für die Tafeln“, sagt die Tafelkoordinatorin fürs Döbelner und Mittweidaer Gebiet. Sie steht in einem Raum und zeigt mit der Hand: „Sonst haben wir die Kisten mit Obst und Gemüse bis unter die Decke stapeln können. Jetzt reichen sie nicht mal bis auf halbe Höhe.“ Die junge Frau nennt auch ein paar Zahlen: Hatte die Döbelner Tafel mit ihren vier Ausgabestellen in Döbeln, Roßwein, Waldheim und Hartha im vergangenen Jahr 821 Kunden, so hat sich diese Zahl bis September 2022 mehr als verdoppelt, steuert auf 1800 zu. Rund 40 Prozent der Menschen, die zur Tafel kommen, sind aus dem Ausland, Asylsuchende und zu einem großen Teil Ukrainer, die vor Putins Krieg aus ihrer Heimat geflohen sind. Viele von ihnen sehen die Hilfe der Tafel als selbstverständlich an. Doch das ist sie nicht.

Das ist die Döbelner Tafel

Maxi Lippmann leitet die Tafel in Döbeln. Sie erklärt, wie die Tafel arbeitet und wie viele Menschen gerade auf die Unterstützung angewiesen sind.

„Die Einrichtungen gehören zum Netzwerk e.V. Mittweida, einem gemeinnützigen Verein. Bei uns arbeiten Ehrenamtliche mit, sie unterstützen uns sehr. Wir sind also keine staatliche Stelle“, erläutert Maxi Lippmann. Und dort, wo der Staat, die öffentliche Hand helfen kann, läuft es nicht selten zäh. Lippmann: „Wir haben Beschäftigte, die über Maßnahmen des Jobcenters bezahlt werden. Konkret in Döbeln laufen die Maßnahmen für drei Personen im Frühjahr 2023 aus und wir wissen immer noch nicht, ob und wie es für sie weitergeht.“ Dabei lobt die Koordinatorin das Döbelner Team, in dem Annett Alberscheit die Fäden zusammenhält. „Alles ist teurer geworden, damit haben wir natürlich auch privat zu kämpfen. Hinzu kommt die Sorge um die Tafel. Die Spendenbereitschaft der Märkte könnte besser sein“, verdeutlicht Alberscheit, dass auch eine große psychische Last auf den Schultern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt. „Diese Belastung ist gerade noch höher, als in der Coronazeit“, sagt Maxi Lippmann.

Blick in den Ausgabebereich der Döbelner Tafel

Leiterin Maxi Lippmann und zwei ihrer Kolleginnen zeigen, wo die Lebensmittel ausgegeben werden.

Personelle Unterstützung könnte die Döbelner Tafel gut im Fuhrpark gebrauchen. Fahrer fürs Einsammeln der Lebensmittelspenden werden benötigt, also Menschen mit Führerschein und solche, die kräftig zupacken können.

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Um 9.30 Uhr öffnet die Tafel an der Eichbergstraße in Döbeln jeden Donnerstag. Die Menschen stehen schon lange vorher Schlange.

Um 9.30 Uhr öffnet die Tafel an der Eichbergstraße in Döbeln jeden Donnerstag. Die Menschen stehen schon lange vorher Schlange.

Das allergrößte Problem ist aber das der Betriebskosten. „Wir haben die Tafel-Räume an der Eichbergstraße gemietet und müssen natürlich für Strom und Gas bezahlen. Meine Leute sind schon sehr sparsam. Aber wir haben eine große Kühl- und eine große Gefrierzelle für Lebensmittel, die müssen rund um die Uhr laufen, da ist nichts mit sparen“, sagt Maxi Lippmann. Einen „Vorgeschmack“ auf den Kosten-Hammer, der da kommt, liefern die Mittweidaer Kollegen, wo eine horrende Gasrechnung auf dem Schreibtisch liegt. Beim Sprit sieht es nicht besser aus. Rund 100 Kilometer legt jedes der vier Sammel-Fahrzeuge pro Tag zurück. Im vorigen Jahr betrugen die Spritkosten knapp 7000 Euro. „Ich möchte nicht wissen, wo wir dieses Jahr landen. Weit über 10 000 Euro, das ist klar“, sagt Maxi Lippmann.

Renate Schmidt aus Döbeln zeigt ihren Tafelausweis. Dieser weist sie als berechtigte Empfängerin von Lebensmitteln in der Einrichtung aus.

Renate Schmidt aus Döbeln zeigt ihren Tafelausweis. Dieser weist sie als berechtigte Empfängerin von Lebensmitteln in der Einrichtung aus.

Die Tafelkoordinatorin, Annett Alberscheit und alle anderen im Team möchten auch weiterhin bedürftigen Menschen wie Georg Basel helfen. Gerade jetzt, in der Advents- und der bevorstehenden Weihnachtszeit. Eine Spende bei „Ein Licht im Advent“ trägt dazu bei, dass das gelingt. Maxi Lippmann: „Wir hoffen sehr, dass die Leute, die etwas übrig haben, für die Tafel im Raum Döbeln spenden. Wir können es wirklich gut gebrauchen.“

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