Historienspiel

Elster-Fritzes Erben verklagen Leisnig

Leisnigs Mimen proben fürs Altstadtfest.

Leisnigs Mimen proben fürs Altstadtfest.

Leisnig. Dem Bäcker von Leisnig fehlt nicht bloß ein Pfund zu jedem Brot, sondern auch eine gewisse Anzahl von Zähnen. Jedenfalls zieht er beim Reden geräuschvoll die Luft durch die Lücken. Besonders, wenn er aufgeregt ist. Dazu hat er allen Grund, denn mit einem – vielleicht bald - neuen Leisniger Bürger deutet sich unverhofft die Lösung des Problems an. Jörn Hänsel haucht seiner Rolle als Bäckermeister in unverwechselbarer Weise Leben ein. Derzeit laufen die Proben für das Historienspiel vom Burg- und Altstadtfest.

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Jaaaaaa, lachen erlaubt

Ein bisschen versteckt geht es in dem Stück aus der Feder von Miskus-Schauspieler Norbert Hein um das Einbürgern. Es wären ja nicht die Leisniger Mimen, wenn es nicht ordentlich was zum Lachen gäbe. Was darf sich so ein Neuleisniger eigentlich an Schabernack leisten? Bekommt er hier wirklich von vorn und hinten alles, bloß weil er es beansprucht? Sollte er nicht eher etwas mitbringen oder besser noch etwas können, was allen nützt? Keine Frage, ob über ein solches Thema gelacht werden darf: Natürlich! Schließlich ist an dem Stück nichts Bösartiges.

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Der Situation etwas Positives abgewinnen

Von der Obrigkeit wie Bürgermeister und Richter über den schlitzohrigen Handwerker bis hin zum einfältigen Bauern sind aus mehreren mittelalterlichen Ständen Protagonisten vertreten. So versucht jeder, nach viel kleinkariertem Hin und Her der Situation etwas Positives abzugewinnen, auch wenn der freche Antragsteller partout nicht verraten will, woher er denn nun kommt.

Bockiges Schweigen macht verdächtig

Um eine Antwort drücken sich Ralf Herrmann nebst angetrautem Weib Carmen Kießling sowie zweier Töchter, Jessica und Christin Kießling, geschickt herum. Das macht den Neuankömmling für den Bürgermeister, gespielt von Wolfgang Rölle, sowie den Stadtrichter Hansjörg Oehmig erst recht verdächtig.

Freiberger? Schon gar nicht willkommen

Arm sind sie zwar, kommen jedoch angeblich aus einer supertollen Stadt, wo man das Silber bloß so aus der Erde zu heben braucht – gleich recht verdächtig: Muss wohl Freiberg sein. Und es wäre ja auch kein Stück von Norbert Hein ohne diesen Seitenhieb auf die mittelsächsische Kreisstadt. Da ist eine gewisse Ahnung nicht weit: Von dort wollen die Leisniger gleich recht keinen haben. Das Schweigen des Ankömmlings hat also seinen Grund: Er will nicht von vornherein eine Abfuhr riskieren.

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Heiratsfähige Töchter suchen Kandidaten

Was wollen sie ausgerechnet hier? Das fragen sich auch die heiratsfähigen Töchter: Ob denn in diesem Nest wenigstens ein paar passende Kandidaten zur Auswahl stehen? Was die Eltern planen, wird jedenfalls schnell deutlich, wenngleich im Verlaufe des Stückes vereitelt: Sie wollen absahnen, nämlich ein Haus in der Oberlanggasse namens Elsternest.

Auch noch Ansprüche stellen

Das gehörte einst Elsters Fritz. Die Neuleisniger um ihr etwas faules, jedoch nicht minder großmäuliges Familienoberhaupt erheben Erbanspruch. Das gewiefte Eheweib triezt ihren Gatten immer wieder, sich mit dem Stadtrichter und dem Bürgermeister anzulegen, denn das beanspruchte Haus gehört der Stadt. Die beiden Obrigkeiten, hochnäsig und abweisend, rücken die Hütte nicht raus.

Gefragte Fähigkeiten machen neugierig

Neugierig sind sie aber schon, was der Mann zu bieten hat, wenn er denn schon mit seiner gesamten Familie neuer Bürger von Leisnig werden will. Und jetzt kommts: Schreiben und lesen kann er zwar nicht so richtig. Doch er hat anderweitig gefragte Fähigkeiten. Das macht ihn zum Beispiel für den Bäcker mit seinem lückenhaften Gebiss interessant.

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Spätmittelalterliche Zahneinpflanzung

Der Mann kann nämlich nicht nur Zähne rausreißen. Er kann angeblich auch welche einpflanzen. Wie das im spätmittelalterlichen Leisnig funktioniert haben könnte, wird sogar auf der Bühne demonstriert.

Kostümprobe gelungen

Zur ersten Kostümprobe gibt es bei den Leisniger Mimen vom Carneval Club Leisnig schon ordentlich Gelächter. Auf dem Weg zum gelungenen Stück sind die Laienschauspieler nach all den Jahren immer noch ihr kritischstes Publikum.

Wenn du nur einmal deinen Einsatz hättest...

Wahrscheinlich ist das auch ein Grund dafür, dass schon in der Probe der Standardsatz fällt: „Wenn ich nur einmal erleben dürfte, dass du deinen Einsatz hast!“ Es wird sich zeigen, ob und wem Wolfgang Rölle dieses Jahr auf der Festbühne diesen Vorwurf an den Kopf knallt. Auf jeden Fall wird es eine Stelle zum Lachen sein.

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Von Steffi Robak

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