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„Ein Licht im Advent“

Herzenswunsch erfüllt: Ein Treppenlift für Ute Friedrich

Dank der LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ ist im Zuhause von Ute Friedrich ein Treppenlift eingezogen.

Dank der LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ ist im Zuhause von Ute Friedrich ein Treppenlift eingezogen.

Zunschwitz. Zwei Monate ist es her, dass die LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ ihren Anfang nahm. Seitdem hat sich im Leben von Ute Friedrich viel verändert. Es war eine intensive Zeit, sagt die 55-Jährige. Die Zunschwitzerin, die im Rollstuhl sitzt, seit sie auf einem Fußweg umknickte, hat viel gefühlt. Sie war aufgeregt, überwältigt, glücklich – manchmal alles zusammen. Und das Fühlen hört auch heute, einen Monat später, nicht auf. Vor wenigen Tagen zog ein Treppenlift in ihr Haus in Zunschwitz ein. Möglich gemacht haben das über 400 Menschen und Unternehmen, die für sie gespendet haben. Mehr als 20.000 Euro sind dabei zusammen gekommen.

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Auf ihrem ganz persönlichen Wunschzettel standen zwei Herzenswünsche: ein Treppenlift, damit sie in ihrem Zuhause wieder in die obere Etage gelangt, mit ihrem Mann in einem Bett schlafen kann und nicht länger im Erdgeschoss festsitzt. Und der rollstuhlgerechte Umbau ihres Autos. Nur so kann sie all die Ehrenämter, die sie begleitet, wahrnehmen. Nur so kann sie sich die Eigenständigkeit, die ihr so wichtig ist, bewahren. Einen Herzenswunsch erfüllte sich Ute Friedrich jetzt. Der dringend benötigte Treppenlift ist da.

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Schneller als gedacht, kam die Firma Berndt Mobilitätsprodukte aus Bautzen zu ihr nach Zunschwitz. „Der Vorteil war, dass man in der Firma schon alle Aufmaße und Unterlagen von unserem Haus hatte“, erklärt die 55-Jährige. Vor Jahren schon bemühte sie sich um einen Treppenlift, doch damals reichte das Geld nicht. Die Firma selbst beteiligte sich auch an der Spendenaktion, überwies 400 Euro. Beim Einbau übernahm sie die Kosten für eine besondere Funktion. Mit ihr kann sich der Sitz des Treppenlifts drehen, so dass es Ute Friedrich noch einfacher in ihren Rollstuhl schafft.

Sie saß im Erdgeschoss fest

Innerhalb eines halben Tages bauten die Männer den Treppenlift ein. Aus ihrem Rollstuhl heraus setzt sie sich auf den Treppenlift. Dann fährt sie mit ihm ins obere Stockwerk, um dort wieder in einen Rollstuhl zu wechseln. „Anfang September war ich das letzte Mal oben“, sagt sie. Damals konnte sie noch aus eigener Kraft nach oben kommen. Sie setzte sich auf die Treppe und schob sich Stufe für Stufe nach oben. Weil ihr Knie Probleme macht, ging das von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Ute Friedrich saß im Erdgeschoss fest. Aus dem Wohnzimmer der Familie wurde gleichzeitig ihr Schlafzimmer und der Raum, in dem sie plant und organisiert. Das ist jetzt vorbei.

Die Freude über den Treppenlift ist groß. Aber er bringt auch ganz neue Gefühle mit sich. Fährt sie mit ihm nach oben wird ihr schmerzlich klar, dass sie vor wenigen Wochen noch ohne Hilfe nach oben gekommen ist. Für die 55-Jährige bedeutet das, sich wieder neu anzunehmen. Zu akzeptieren, dass sie sich verändert hat. Es fällt ihr nicht immer leicht. Es tut weh. „Ich glaube, es braucht einfach noch ein bisschen Zeit. Ich muss mich daran gewöhnen und auf die neue Situation einstellen“, sagt sie.

Hausumbau: Schwellen beseitigt

Mit dem Einbau des Treppenlifts kam gleichzeitig der Umbau der oberen Etage. Schwellen müssen beseitigt und Räume umgebaut werden, um mehr Platz zu schaffen. Möglich wurde das durch die Spenden der LVZ-Leser. Nur so konnte Ute Friedrich den Eigenanteil stemmen, der nötig ist, um die Förderung der Sächsischen Aufbaubank zu bekommen. Mit der restlichen Spendensumme möchte sich die 55-Jährige ihren zweiten Herzenswunsch erfüllen. Ihr Auto soll rollstuhlgerecht umgebaut werden. Im besten Fall heißt das, ein Rollstuhleinzug wird integriert. Dazu sind einige Umbaumaßnahmen am Fahrzeug nötig. Doch der gesundheitliche Zustand von Ute Friedrich könnte das Vorhaben erschweren.

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Reicht der Rollstuhleinzug?

„Vielleicht reicht der Rollstuhleinzug nicht“, sagt sie. „Es könnte sein, dass mein Auto komplett auf Handbetrieb umgebaut werden muss.“ Schalten, bremsen, Gas geben – das alles würde Ute Friedrich dann mit der Hand erledigen. Dazu müsste sie aber noch einmal Fahrstunden nehmen und eine Prüfung ablegen. „Ob ein so umfangreicher Umbau nötig ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“ Erst einmal will sie den Umbau im Haus zu Ende bringen. Und dann muss sich ihr Gesundheitszustand verbessern. Mehrmals die Woche geht sie zur Physiotherapie, ständig stehen Arzttermine an. Im schlimmsten Fall wird noch einmal eine OP nötig. Die Gedanken daran schiebt die Zunschwitzerin noch beiseite. Stück für Stück. Eins nach dem anderen.

Ein Dankeschön von Ute Friedrich

Ein Dankeschön von Ute Friedrich

Noch immer ist Ute Friedrich gerührt von der Anteilnahme der vielen Menschen, die Teil der LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ waren. „Am liebsten würde ich mich persönlich bei jedem Einzelnen bedanken“, sagt sie. Auch nach Ende der Aktion kamen Menschen auf sie zu. Manche überwiesen ihr im Nachgang noch Geld. Doch es sind vor allem die Mut machenden Worte und der liebevolle Zuspruch, der die Spendenaktion für die 55-Jährige zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. Nach all den Jahren, in denen sie sich aufopferte, ihre eigenen Bedürfnisse zurück steckte und für ihre Arbeit im Frauenverein, beim VdK oder der Bücherei Ottewig alles und manchmal noch ein bisschen mehr gegeben hat – nach all den Jahren war es längst überfällig, dass es dieses Mal um sie ging. Um ihre Geschichte, ihr Schicksal. Dafür ist sie dankbar.

Von Stephanie Helm

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