Gesundheit in Mittelsachsen

Nicht kratzen bei Krätze: Zahl der Fälle hat sich verdreifacht

Mit Krätze am besten zum Hautarzt.

Mit Krätze am besten zum Hautarzt.

Region Döbeln/Mittelsachsen. Im Mittelalter war sie weit verbreitet: Krätze, eine parasitäre Hauterkrankung. In Deutschland ist sie nie komplett verschwunden und mittlerweile häufen sich die Fälle wieder. In diesem Jahr hat das Gesundheitsamt des Landkreises zirka 140 meldepflichtige Krätze-Fälle in Mittelsachsen registriert (Stichtag 3. Dezember). Das sind etwa dreimal so viele Fälle wie im Vorjahr. Auch die Döbelner Region ist betroffen. So sind zum Beispiel Eltern durch das Landratsamt über das Auftreten von Krätze in einer Döbelner Einrichtung informiert worden. Der Landkreis berichtet zudem in seinem aktuellen Amtsblatt über Skabies, wie die durch die Krätzmilbe verursachte Infektionskrankheit ebenfalls genannt wird. „Die Fallzahl ist in diesem Jahr hoch, deshalb die Informationen im Mittelsachsenkurier“, erklärt André Kaiser, Sprecher der Kreisverwaltung.

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Krätze ist durch Ärzte meldepflichtig, wenn Krankheitshäufungen auftreten. „Gemeinschafts- und Pflegeeinrichtungen müssen auch Einzelfälle melden“, sagt Dr. Annelie Jordan, Leiterin des Gesundheitsamtes Mittelsachsen. Denn es handelt sich um eine ansteckende Hautkrankheit, die zwar die Gesundheit in der Regel nicht gefährdet, die aber sehr lästig und unangenehm ist. Die winzigen, mit 0,3 bis 0,5 Millimeter großen, kaum sichtbaren Krätzmilben graben sich in die obere Hautschicht des Menschen ein. Sie legen dort täglich mehrere Eier und stoßen auch Kot ab, was nach einiger Zeit zu juckenden Hautreaktionen führt.

Verbreiten können sich Krätzmilben besonders dort sehr gut, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Obwohl bei uns Schulen und einzelne Kindertagesstätten betroffen sind, können wir auf Basis der vorliegenden Informationen davon ausgehen, dass die Übertragung der Skabies vordergründig im privaten Bereich erfolgt“, stellt Dr. Jordan aber für die Fälle in Mittelsachsen fest und bezieht sich damit zum Beispiel auf enge familiäre Kontakte oder Kontakte im Freundeskreis.

Als Schwerpunkt bei der Eindämmung der Krätze sieht das Gesundheitsamt des Landkreises die gleichzeitige Behandlung aller Kontaktpersonen zuzüglich solcher Maßnahmen wie Wäschewechsel und Behandlung von Gegenständen, die einem intensiven beziehungsweise längeren Hautkontakt ausgesetzt waren. Dazu können Hausschuhe oder auch Oberbekleidung gehören. Dr. Annelie Jordan: „Dafür ist die Information aller engen Kontaktpersonen durch die Betroffenen äußerst wichtig.“

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Krankheitszeichen: Brennen der Haut und Juckreiz, der bei Bettwärme besonders ausgeprägt ist, sind erste Anzeichen von Krätze. Befallen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Feine, dunkle und unregelmäßige Linien auf der Haut (die Milbengänge) sind typische Merkmale, die aber mit bloßem Auge schwer zu erkennen sind. Nach einiger Zeit gibt es stecknadelgroße Bläschen, gerötete erhabene Knötchen oder Pusteln.

Ansteckungsgefahr: Krätzmilben verbreiten sich von Mensch zu Mensch vor allem bei länger andauerndem Hautkontakt – länger als fünf bis zehn Minuten – zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, Kuscheln, Schlafen.

Richtiges Verhalten: Treten die genannten Krankheitszeichen auf, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Möglichst nicht kratzen! Verletzte Hausstellen können sich sonst eitrig entzünden. Erkrankte sollten vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und insbesondere den direkten Hautkontakt vermeiden. Kleidung, Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche von Erkrankten einmal täglich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.

Behandlung: Für die Behandlung der Krätze gibt es wirksame Medikamente, so genannte Skabizide. Sie können als Cremes, Sprays oder Salben auf die Haut aufgetragen oder in Form von Tabletten eingenommen werden.

Von Olaf Büchel

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