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Sind wir noch zu retten? Wirtschaftsjournalistin spricht über das „Ende des Kapitalismus“ auf Gut Gödelitz

Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann spricht auf dem Gut Gödelitz zum „Ende des Kapitalismus“.

Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann spricht auf dem Gut Gödelitz zum „Ende des Kapitalismus“.

Gödelitz. Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann hat einen Bestseller geschrieben. Titel: „Das Ende des Kapitalismus“. Das mag den einen hoffnungsfroh, den anderen aber skeptisch-ablehnend stimmen. Je nach politischer Grundeinstellung. Aber Ulrike Herrmann ist keineswegs gegen den Kapitalismus an sich, zuweilen kann er ja auch seine sozial-ausgleichenden Seiten vorweisen. In ihrem Buch geht es um etwas ganz Anderes: Es geht um das Überleben der Menschheit, es geht um die dringende, möglichst schnellwirkende Eindämmung des Klimawandels und es geht darum, dass der Kapitalismus von seiner Grundkonzeption her dies nicht leisten kann. Er ist auf Wachstum angewiesen. Wenn er nicht dauerhaft wächst, folgt ein chaotischer Zusammenbruch – mit allen sozialen, politischen Folgen.

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Sind wir noch zu retten?

Im ägyptischen Sharm El Sheikh ist gerade die 27. Weltklimakonferenz zu Ende gegangen. Aber von Konferenz zu Konferenz sind die Treibhaus-Emissionen gestiegen. Zur Vergegenwärtigung: Während der ersten Weltklimakonferenz 1995 in Berlin emittierten die damals sechs Milliarden Menschen pro Tag 100 Millionen Tonnen Treibhausgase, heute emittieren die acht Milliarden pro Tag 180 Millionen Tonnen. Dem Klima geht es also immer schlechter. So dass sich die Frage stellt, sind wir noch zu retten? Ulrike Herrmann beschreibt in ihrem Buch schonungslos die Gründe für den gigantischen Misserfolg – aber auch, was getan werden kann und muss, um noch eine Umkehr zu erzwingen.

Radikaler Umbau nötig

Sie beschreibt, dass damit zwar ein radikaler Umbau unserer kapitalistischen Gesellschaft Weltgesellschaft einhergehen muss. Sie beschreibt aber auch, dass diese neue „Überlebenswirtschaft“ keineswegs ins Chaos führen muss. Dass ein anderes, einfacheres, sinnerfüllteres Leben ohne Luxus in einer ökologischen Kreislaufwirtschaft auf eine lebenswerte Weise gelingen kann. Das Problem ist: Niemand in der Politik sagt den Menschen die nackte Wahrheit. In einer Demokratie hätte das die sofortige Abwahl zur Folge. Also reden alle vom „grünen Wachstum“ von einer neuen Technologie, die uns vor einem Schrumpfen der Wirtschaft verschonen würde Dass dies eine Illusion ist, sagen sie nicht.

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Wer ist Ulrike Herrmann?

Nach einer abgeschlossenen Lehre als Bankkauffrau absolvierte Ulrike Herrmann die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Anschließend studierte sie Geschichtswissenschaften und Philosophie an der Freien Universität in Berlin. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Körber-Stiftung und später als Pressesprecherin der Hamburger Gleichstellungssenatorin Krista Sager.

Seit 2000 ist Ulrike Herrmann Redakteurin bei der taz in Berlin. Dort war sie zunächst Leiterin der Meinungsredaktion und Parlamentskorrespondentin. Seit 2006 ist sie Wirtschaftskorrespondentin. Von 2008 bis 2014 gehörte sie auch zum Vorstand der taz-Verlagsgenossenschaft.

Ulrike Herrmann schrieb sechs Bücher: „Älter werden, Neues wagen“ (2008), „Hurra, wir dürfen zahlen“ (2010), „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ (2016), „Deutschland ein Wirtschaftsmärchen“ (2019) und schließlich die beiden SPIEGEL-Bestseller: „Der Sieg des Kapitals (2013) und „Das Ende des Kapitalismus“ (2022).

Die Wirtschaftsjournalistin nimmt häufig an politischen Diskussionen in Hörfunk tun Fernsehen teil, unter anderem am Presseclub und bei Phoenix. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

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Vorherige Anmeldung erwünscht

Ulrike Herrmann spricht am Samstag, 3. Dezember, um 18 Uhr, in der Alten Schäferei auf dem Gut Gödelitz. Wer dabei sein möchte, sollte sich vorher anmelden. Das geht telefonisch unter 034325/20434 und 20306 oder per E-Mail unter buero@gut-goedelitz.de. Der Eintritt kostet zehn Euro für Mitglieder und 15 Euro für Nichtmitglieder.

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Von LVZ

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