Havarie

Windrad dreht durch: Vollsperrung der A14 bei Leisnig

Die Feuerwehr sicherte den Havaristen ab.

Die Feuerwehr sicherte den Havaristen ab.

Leisnig/Döbeln. Verkehrschaos Mittwochnachmittag in der Region Döbeln: Auf der Autobahn ging für über zweieinhalb Stunden gar nichts mehr. Und selbst die kleinste Dorfstraße rund um die Autobahn bei Bockelwitz war verstopft. Laster quälten sich auf schmalen Asphaltbändern aneinander vorbei. Grund war die Havarie einer Windkraftanlage.

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Bei Leisnig drohten Teile eines Windrads abzustürzen

Bei Leisnig drohten Teile eines Windrads abzustürzen.

Teile einer Anlage des Windparks bei Bockelwitz drohten auf die Autobahn zu stürzen. Deshalb war die A 14 zwischen Leisnig und Döbeln in beide Richtungen voll gesperrt. Bei der kaputten Windmühle handelte sich um eine Tacke TW 1,5 mit einem Rotordurchmesser von rund 70 Metern, der sich laut Datenblatt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 266 Kilometern pro Stunde dreht.

Havarist hätte sich überhitzen können

„Das Windrad lässt sich nicht abschalten, es droht heiß zu laufen. Deshalb wurde der Bereich um die Windkraftanlage weiträumig abgesperrt. Auch die A14 ist betroffen“, informierte Andrzej Rydzik von der Polizeidirektion Chemnitz, als die Techniker versuchten, die Windmühle anzuhalten. Die Autobahn war in beide Richtungen auf etwa zweieinhalb Kilometer Länge gesperrt.

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Abschaltversuche zunächst erfolglos

„Es könnten wohl die Rotorblätter abfliegen“, ergänzte Birgit Höhn von der Polizeidirektion Leipzig. Feuerwehr, Rettungskräfte und Betreiberfirma waren vor Ort. Versucht wurde laut Rydzik, die Windkraftanlage abzuschalten. Das klappte erst über zweieinhalb Stunden nachdem die Betreiberfirma die Havarie festgestellt hatte. „Gegen 16.45 Uhr gelang es, das Windrad zu stoppen. Die Autobahn wurde daraufhin wieder freigegeben“, informierte Doreen Göhler von der PD Chemnitz.

Chaos auf den kleinsten Straßen

Gegen 14 Uhr waren Polizei und Feuerwehr zu der defekten Windkraftanlage nahe der Ortslage Bockelwitz gerufen worden. Die Betreiber des Windparks hatten selbst festgestellt, dass sich eines der Windräder schneller dreht als gewöhnlich. Mehrere durch den Betreiber eingeleitete Maßnahmen, das Windrad zu stoppen, funktionierten zunächst nicht. Zur Gefahrenabwehr musste die Autobahn gesperrt werden. Zwischen dem Parkplatz Mühlenberg und der Abfahrt Leisnig war die Schnellstraße auf rund zweieinhalb Kilometern Länge gesperrt. Weil viele Autofahrer die A 14 über die Anschluss-Stelle Leisnig verließen und dann selbst auf den schmalsten Gemeindestraßen Richtung Döbeln fuhren, kam es auf desen Verkehrswegen entlang der Autobahn zu beträchtlichen Behinderungen.

Evakuierung abgewendet

Wie Leisnigs Ordnungsamtsleiter Uwe Dietrich vor Ort informierte, stand auch im Raum, das etwa zwei Dutzend Einwohner zählende Dörfchen Nicollschwitz zu evakuieren. "Das konnten die Techniker aber abwenden", sagte Uwe Dietrich, der bereits die Schlüssel für die Turnhalle in der Tasche hatte, wo die Nicollschwitzer vorübergehend untergekommen wären. Im April war bei Frohburg ein Windrad nach einem Bliteinschlag abgebrannt. Die Feuerwehr konnte nicht löschen. Das Windrad musste kontrolliert abbrennen.

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Von Olaf Büchel & Dirk Wurzel

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