Soziales

„Zwischenstopp“ braucht Klarheit

Gäste beim Tag der offenen Tür im „Zwischenstopp“ im Oktober des Vorjahres.

Gäste beim Tag der offenen Tür im „Zwischenstopp“ im Oktober des Vorjahres.

Bockelwitz. Das Projekt „Zwischenstopp“ ist mittlerweile über den Freistaat Sachsen hinaus bekannt. Suchtkranke junge Menschen können in Bockelwitz Nr. 3 den Zeitraum zwischen Entgiftung und Langzeittherapie überbrücken. Die Gefahr eines Rückfalls verringert sich.

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Fördermittel: Zu spät und zu wenig

Die Finanzierung des Projektes war im Vorjahr für die Diakonie Döbeln als Träger allerdings alles andere als einfach. Auf Fördermittel für die Arbeiten mit den suchtkranken Menschen angewiesen, schilderte Diakonie-Geschäftsführer Thomas Richter jüngst gegenüber CDU-Landtagspolitikern die Vergabe-Praxis des Freistaates: „Für das laufende Jahr haben wir erst im November den Fördermittelbescheid erhalten. Und dieser sicherte uns lediglich 50 Prozent der Antragssumme zu. Zum Glück hat uns der Landkreis aus der Zwickmühle und beim Aufstocken der Mittel geholfen.“

Mehr Klarheit notwendig

Richter wünscht sich an dieser Stelle viel mehr Klarheit und „kein Herumgeeiere“. Wenn rechtzeitig gesagt werde, dass es kein Geld gibt, dann müsse man eben damit leben und andere Quellen erschließen, so Richter. Aber im vorletzten Monat eines Jahres eine solch ernüchternde Mitteilung zu erhalten, kann für so ein Projekt existenzbedrohend sein.

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2019 sagen, was 2020 möglich ist

Beim Fraktionschef der Sachsen-CDU im Landtag, Christian Hartmann, stieß Thomas Richter mit seiner Kritik auf offene Ohren: „Dieses Thema begegnet mir an allen Ecken und Enden. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass die Fördermittelpraxis in Sachsen umgestellt werden muss. Wir müssen doch mit dem Doppelhaushalt 2019 sagen können, was 2020 möglich ist. Damit schaffen wir Planungssicherheit für die Träger und Personalsicherheit.“

„Liegt am Sozialministerium“

Der Döbelner Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser (CDU) wies darauf hin, dass es nicht am Geldmangel gelegen haben kann, sondern an der Vergabe der Mittel durch das Sozialministerium. Für dieses und nächstes Jahr geht der Diakoniechef Thomas Richter nun davon aus, dass der Trägerverein für „Zwischenstopp“ jeweils 53.000 Euro vom Freistaat erhält.

Von Olaf Büchel

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