Durchwehnaer Straße

Abriss der Bad Dübener NVA-Bauten wird teurer

In der Durchwehnaer Straße läuft der Abriss von alten Teilen der ehemaligen NVA-Unteroffiziersschule auf Hochtouren.

In der Durchwehnaer Straße läuft der Abriss von alten Teilen der ehemaligen NVA-Unteroffiziersschule auf Hochtouren.

Bad Düben. Ist ein Angebot, das weit unter den geschätzten Kosten liegt, unseriös oder nicht? Vor dieser Frage stand der Bad Dübener Stadtrat im Oktober, als es um die Vergabe des Abrisses der NVA-Brachen in der Durchwehnaer Straße ging. Am Ende gab es grünes Licht für eine Zwickauer Firma, die mit rund 770 000 Euro das billigste Angebot abgegeben hatte, aber wie weitere zwei preiswerte Firmen unter den auf über zwei Millionen Euro veranschlagten Kosten lag. Zweifel blieben und kamen nun erneut auf, als der Stadtrat am Donnerstag über einen ersten Nachtrag in Höhe von 850 000 Euro zu befinden hatte. "Das hört sich viel an", sagte Bauamtsleiter Thomas Brandt, "aber es geht vor allem dabei unter anderem um große Mehrmengen sowie Zusatzleistungen."

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Höhere Kosten waren schon in den Ausschüssen Thema

Bereits im Verwaltungs- und im Bauausschuss hatte es deshalb Diskussionen gegeben. Für Andreas Flad (Die Linke) bleiben Fragen offen. Schon im Herbst hatte er Bedenken formuliert: „Da muss ich mich fragen, entweder sie haben Sklaven zum Arbeiten oder sie schütten den Schutt in den Wald.“ Das sei zwar polemisch gemeint gewesen: „Aber am Ende hat die Zwickauer Firma das erreicht, was sie, ohne ihr etwas zu unterstellen, vielleicht von Anfang an wollte: Das Projekt billig angehen, den Zuschlag bekommen und am Ende wird es teurer.“ Und es sei eben ein Abbruch- und kein Umbauprojekt, reagierte Flad auf einen Einwurf von Gisbert Helbing (CDU). Der hatte von Erfahrungen des Trägervereins beim Umbau des Ex-Gymnasiums berichtet, das ebenso im Brachen-Gebiet liegt. Da das Areal noch immer der militärischen Geheimhaltung unterliege, gäbe es keine Unterlagen. Das erschwere die Arbeiten, treibe die Kosten in die Höhe.

Verwaltung hält Nachträge für gerechtfertigt

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hält die Nachträge für gerechtfertigt: „Bei den ehemaligen Militärbauten wurden wir im Laufe der Baumaßnahme mit zusätzlichen Einbauten und verbauten heutigen Schadstoffen konfrontiert, die wir vorher so nicht erwarten konnten. Außerdem hatten wir ursprünglich nicht vor, die unterirdischen Betontrassen zu entfernen. Deren Dimensionierung, Größe und Länge sowie Tiefe führen zu erheblichen Mehrkosten. Und ja, wir haben nicht von jedem verbauten Betonteil vorher Untersuchungen machen können. Deshalb sind wir in einigen Bereichen von deutlich besser einzustufendem Beton ausgegangen, was Mehrkosten bezüglich der Sortierung aber vor allem der Entsorgung nach sich zieht.“ Klar ist schon jetzt: Es wird weitere Nachträge geben. „Wir haben Fördermittel in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung, rechnen mit Kosten zwischen 2,2 und 2,4 Millionen Euro“, so Münster.

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Planer sollten im Vorfeld in Ausschüssen Auskunft geben

Michael Seidel (SPD/Bürgerkreis) nahm die Debatte zum Anlass, im Hinblick auf weitere kritische Projekte wie beispielsweise die Burgsanierung Planer rechtzeitig im Ausschuss „zu hören, dessen Ansichten zu verstehen und nicht nur nach Aktenlage Zahlen abzunicken.“ Gerade bei diesem Projekt sei das schlechte Bauchgefühl von Anfang an da gewesen, wenn auch „wissend, dass die Kosten gedeckt sind.“

Von Kathrin Kabelitz

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