Diakonie-Projekt

Bad Dübener Fahrradwerkstatt nimmt wieder Betrieb auf

Michael Marschall (vorn) vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie und Vasily Atanov (verdeckt) schrauben an den Fahrrädern. Die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt ist immer donnerstags geöffnet.

Michael Marschall (vorn) vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie und Vasily Atanov (verdeckt) schrauben an den Fahrrädern. Die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt ist immer donnerstags geöffnet.

Bad Düben. Die kleine Fahrradwerkstatt im Postweg in Bad Düben ist gut gefüllt. Kleine und große Fahrräder stehen da, dazwischen zwei bunte Roller. Alles noch Exemplare vom vergangenen Jahr, die Vasily Atanov in den nächsten Wochen wieder auf Vordermann bringen will.

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Bad Dübener Fahrradwerkstatt wurde 2009 gegründet

Seit zehn Jahren gibt es die kleine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt beim Jugendmigrationsdienst der Diakonie im Postweg. „Das Projekt ist zusammen mit den jugendlichen Spätaussiedlern entstanden. Wir wollten ihnen nachmittags eine Beschäftigung anbieten. Und dann fragten immer wieder Leute nach gebrauchten Fahrrädern. So entstand die Idee mit der Werkstatt“, erzählte Michael Marschall vom Jugendmigrationsdienst. Man habe sich einen Raum gesucht und verschiedene Aufrufe in der Bevölkerung gestartet. Jetzt würden immer mal wieder alte Fahrräder vor die Tür gestellt, die dann aufgearbeitet und wieder in Gang gebracht werden. „Die Drahtesel sind sehr beliebt. Vor allem die mit einer Gangschaltung. Lange stehen sie nicht bei uns herum und suchen einen neuen Besitzer“, so Michael Marschall.

Nachfrage nach gebrauchten Rädern ist groß

Geöffnet ist zwischen April und Oktober donnerstags ab 14.30 Uhr. Der Andrang ist immer recht groß, wenn Chefschrauber Vasily wieder ein paar alte Räder auf Hochglanz gebracht hat oder ein paar Ersatzteile zur Selbstmontage anbietet „Die Fahrräder oder Ersatzteile werden dann für einen kleinen Obolus verkauft. Von dem Geld werden neue Ersatzteile angeschafft“, so Marschall weiter.

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Mittlerweile gibt es auch einen Kooperationsvertrag mit dem Landkreis Nordsachsen. Vom landkreiseigenen Werkstoffhof bekommt die Fahrradwerkstatt regelmäßig alte Fahrräder und Einzelteile zum Weiterverwenden. „Aber auch jeder andere kann uns helfen, das Projekt am Leben zu erhalten. Wer möchte, kann seine ausgedienten Fahrräder immer am Donnerstag zu den Öffnungszeiten direkt zu uns in den Postweg bringen. In der Werkstatt erwecken sie Vasily Atanov und seine Mannschaft dann zu neuem Leben“, hofft Marschall auf Unterstützung.

In der Werkstatt werden die Fahrräder wieder aufgemöbelt

Und dabei ist es fast völlig egal, in welchem Zustand die Räder sind. In der Werkstatt werden Beleuchtung und Reflektoren angebracht, Bremsen funktionstüchtig gemacht und gelegentlich gibt es auch mal einen neuen Anstrich, wenn der Rost gar zu sehr dran nagt. Die neuen kleinen und großen Besitzer stören die kleinen Makel überhaupt nicht. „Viele können sich nagelneue Fahrräder aus dem Geschäft nicht leisten. Sie sind dann glücklich, etwas zum Fahren zu haben. Das betrifft nicht nur Zugwanderte, sondern auch Deutsche“, sagt Marschall weiter.

Von Steffen Brost

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