Erholung

Presseler Teich: Baden im Biotop

So schön wie im Mai 1997 ist der Strand zwar nicht mehr in Pressel, Baden ist aber dennoch möglich.

So schön wie im Mai 1997 ist der Strand zwar nicht mehr in Pressel, Baden ist aber dennoch möglich.

Pressel. Das kommt nicht mehr wieder: Vor 20 Jahren säumte ein Strand die Südwest-Seite des Presseler Teichs. Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen. Schilf wuchert das ehemalige Freibad zu, nur noch ein kleiner Teil des Ufers ist frei zugänglich. Das Baden ist dennoch erlaubt.

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Baden ohne Bademeister

Der komplette Teich wurde von einem Anglerverein gepachtet, klärt Karin Eckhardt auf. Nur ein kleines Stück, ganz am Ende des zugänglichen Weges des Westufers, wird vom Campingplatz Pressel genutzt. Diesen Teil halte die Verwaltung des Dauercampingplatzes sauber, sagt Eckhardt, die den Platz unter der Woche verwaltet. Ihr Sohn Ralf ist der zuständige Platzwart. Baden sei auf eigene Gefahr möglich, sagt er. Es gebe hier eben keinen Bademeister. Im von der B 183 aus gesehenen vorderen Bereich des Südwest-Ufers mähe er maximal das Gras, „aber grundsätzlich kann jeder an den See ran“, sagt Ralf Eckhardt. Neben den Dauercampern nutzten auch viele der Presseler Einwohner den Teich.

Regeln beim Baden

Der pachtende Anglerverband sieht das ähnlich: „Wegen uns kann am Teich gebadet werden“, sagt Friedrich Richter. Der Geschäftsführer des Leipziger Anglerverbands ist am Teich für die Einhaltung des Fischereirechts zuständig. Der Presseler Teich unterliege Naturschutzrichtlinien und somit der Naturschutzbehörde, erklärt Friedrich. Da diese den Teich als geschütztes Biotop einordne, seien auch die Angler eingeschränkt. Weil der Campingplatz an das sensible Heidewald- und Moorgebiet anliege, sei sogar im Gespräch gewesen, diesen komplett zurückzubauen, sagt Friedrich. Doch dafür sei ein Kompromiss gefunden worden, ergänzt Lothar Schneider, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Laußig. Der Teich dürfe nicht als Badeteich, sondern nur als Naturteich genutzt werden. Das heißt: Baden ist grundsätzlich erlaubt, aber nur unter bestimmten Regeln. Das Entfernen des Schilfs, um besser ins Wasser zu kommen, sei zum Beispiel nicht möglich. Dies bestätigt Antje Brumm, Amtsleiterin des Umweltamtes im Landkreis Nordsachsen. „Der Campingplatz am Presseler Teich, der Teich selbst und die Nebenanlagen sollten im Rahmen der Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes vollkommen zurückgebaut und renaturiert werden“, fasst Brumm die Entwicklung zusammen. „Nach langen Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem Zweckverband wurde dann als Kompromiss nur ein teilweiser Rückbau des Campingplatzes, der Freianlagen und des Freibades ausgehandelt. Die Umbaumaßnahmen wurden mit Bundes- und Landesmitteln gefördert, sind zweckgebunden und die Gemeinde hat dafür eine finanzielle Entschädigung erhalten.“

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Der Teich soll nach Aussagen des Umweltamtes langfristig nur als naturnaher Teich bestehen bleiben und dürfe nicht ausgebaut werden. Der Laußiger Gemeindechef wolle dennoch nicht, dass der Teich vollkommen zuwächst. „Wir stehen dem Baden sehr positiv gegenüber“, sagt Schneider. Daher habe er vor, sich im Herbst mit dem Anglerverband und dem Zweckverband zusammenzusetzen, um eine Lösung zu finden, mit der alle leben können.

Von Mathias Schönknecht

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