Buchvorstellung

Enrico Hochmuth bleibt der Genossenschaftsidee und Delitzsch verbunden

Enrico Hochmuth auf der Leipziger Buchmesse 2019: Wie kann das Thema „Genossenschaft“ zeitgemäß und attraktiv kommuniziert werden?

Enrico Hochmuth auf der Leipziger Buchmesse 2019: Wie kann das Thema „Genossenschaft“ zeitgemäß und attraktiv kommuniziert werden?

Delitzsch/Leipzig. So ganz lässt ihn Delitzsch nicht los. Zwar ist Enrico Hochmuth bereits seit gut vier Jahren an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig für das Projekt- und Veranstaltungsmanagement zuständig, doch der ehemalige Kurator des Deutschen Genossenschaftsmuseums erinnert sich gerne an seine Zeit in Delitzsch zurück. Jetzt hat er zusammen mit Dirk Schaal ein Buch veröffentlicht – das seinen Anfang im Archiv des Schulze-Delitzsch-Hauses fand. Auf der Leipziger Buchmesse stellte er es vor.

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Dichtes Gedränge herrscht am Samstagnachmittag auf der Buchmesse, als Enrico Hochmuth den Gang entlang kommt. Unterm Arm sein 160 Seiten starkes Sachbuch „Kooperativ Wirtschaften – modern Bauen. Die Architektur der Genossenschaften in Sachsen“. Mit dem Buch will Hochmuth eine Frage beantworten, die den 47-Jährigen bereits als Museumschef in Delitzsch beschäftigte: „Wie kann man das Thema zeitgemäß und attraktiv kommunizieren?“ Die erste Idee für die Umsetzung sei eine Art Reiseführer gewesen, erzählt Hochmuth. Es habe sich dann aber schnell auf das Aktuelle konzentriert.

Dirk Schaal und Enrico Hochmuth

Dirk Schaal und Enrico Hochmuth: „Kooperativ Wirtschaften – modern Bauen. Die Architektur der Genossenschaften in Sachsen“, Sachbuch, Mitteldeutscher Verlag.

Und wie aktuell die Genossenschaftsidee ist, veranschaulicht der Leipziger gleich an einigen Beispielen: Jeder Vierte Deutsche habe einen Bezug zu dieser Unternehmensform, sagt Hochmuth, dennoch stehe ihre Bekanntheit nach wie vor in einem Missverhältnis zur Rolle, die sie tatsächlich in der Gesellschaft einnimmt. Fast jeder verbinde beispielsweise mit der Stadt Riesa die Nudel- oder Zündholzherstellung, aber kaum jemand denke dabei an die Genossenschaften, die dahinter stehen. Für Delitzsch führt Hochmuth die 2017 gegründete Bürger-Energie-Genossenschaft (DBEG) an, die auf den Dächern vier städtischer Immobilien Photovoltaikanlagen mit dem Ziel errichtete, den vor Ort erzeugten Strom gleich in den Schulen und Kitas zu verbrauchen und den überschüssigen Strom in das Netz der Stadtwerke Delitzsch einzuspeisen.

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Das Buch soll nun Querverbindungen herstellen und könne daher auch in unterschiedlichen Formen genutzt werden, sagt Hochmuth. Es zeige die Ästhetik der Produktionsstätten-Architektur, die Lage der Orte genauso wie deren Bedeutung. Dazu gebe es "kurze, knackige Texte". So sei es gleichzeitig Reisebegleiter und Nachschlagewerk, sagt Hochmuth. Nicht zuletzt erkläre es im Bauhausjahr 2019 und dem Jahr der Industriekultur in Sachsen 2020, welche Rolle die Genossenschaftidee in diesen Bereichen spielte. "Das blieb bisher außen vor", sagt der promovierte Museologe.

Mit der Recherche hat Enrico Hochmuth vor mehr als vier Jahren begonnen. "Delitzsch ist der Ausgangspunkt für dieses Buch", sagt er. "Die Bibliothek im Schulze-Delitzsch-Haus ist sehr umfangreich, aber leider noch zu wenig bekannt", auch wenn der aktuell leitende Kurator, Thomas Keiderling, ausgiebig daran arbeite. Hochmuth ist auch heute noch Mitglied in der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und öfter Gast in der Stadt – das nächste Mal zum 24. Delitzscher Gespräch am 4. April im Veranstaltungshaus Markt 20. Und auch an der HTWK hält Delitzsch dank Enrico Hochmuth Einzug. Aktuell hat die Fakultät für Medien einen Film zum Geburtstag der Leipziger Unitas Wohnungsgenossenschaft, die auch in Delitzsch Wohnungen besitzt, erstellt.

Von Mathias Schönknecht

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