Zukunftsplan

Insolvenzverwalter legt Lösung für Rackwitzer Industrieanlagen vor

Insolvenzverwalter Prof. Dr. Florian Stapper (Mitte) berät mit dem Geschäftsführer des insolventen Betriebes, Gerald Rockstroh (rechts), und dessen Sohn Michael den Start der Auffanggesellschaft.

Insolvenzverwalter Prof. Dr. Florian Stapper (Mitte) berät mit dem Geschäftsführer des insolventen Betriebes, Gerald Rockstroh (rechts), und dessen Sohn Michael den Start der Auffanggesellschaft.

Rackwitz. Für die Mitarbeiter der insolventen Rackwitz Industrieanlagen GmbH (RIA) wird es eine berufliche Zukunft geben. Diesbezüglich äußerten sich am Mittwoch der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Dr. Stapper und Geschäftsführer Gerald Rockstroh optimistisch. Zugleich informierte Stapper über einen Zukunftsplan. Für diesen sei entscheidend gewesen, dass der Geschäftsbetrieb des Unternehmens fortgeführt werden konnte. "Ziel war es, halbfertige Aufträge zu Ende zu führen, damit Erträge erzielt, sprich Geld verdient wird", erklärt der Insolvenzverwalter. Das sei dank der guten Mitwirkung von Geschäftsführung und Belegschaft gelungen. So werde in dieser Woche ein großer Auftrag für einen Kunden in Österreich fertiggestellt. "Parallel dazu haben wir die Zeit genutzt, um eine unternehmerische Lösung zu strukturieren. Dazu laufen noch die Vorbereitungen", so Stapper weiter.

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Auffanggesellschaft übernimmt

Sein Zukunftsplan sieht vor, die beiden Bereiche Produktion und Konstruktion getrennt zu betrachten. Demnach soll der profitable Bereich Konstruktion in einer Anfangsgesellschaft weiter betrieben werden. „Mit Michael Rockstroh, dem Sohn des bisherigen Geschäftsführers, haben wir einen qualifizierten Mitarbeiter aus dem Betrieb gewonnen“, sagt Stapper. Der studierte Wirtschaftsingenieur soll die Leitung der Auffanggesellschaft übernehmen. Diese wird am 1. April am Standort ihre Tätigkeit aufnehmen. Zirka 10 der knapp 30 Beschäftigten werde in diese wechseln. Dazu seien in den zurückliegenden Wochen Gespräche geführt worden, in denen die Mitarbeiter Interesse erklärt hätten.

Der Bereich Produktion wird eingestellt und die RIA aufgelöst. „So wie hier produziert wird, kann man in Deutschland nicht mehr profitabel arbeiten“, erklärt Stapper den letztlichen Grund für den Insolvenzantrag. „Wir haben praktisch alles gemacht, es gibt aber Firmen, die sich spezialisiert haben und deshalb profitabler sind. An diese soll die Produktion der in Rackwitz entwickelten Spezialmaschinen für aluminiumverarbeitende Gießereien und Presswerke abgegeben werden, sodass der Bereich Konstruktion weiter auf dem vorhandenen Kundenstamm zurückgreifen könne“, so Geschäftsführer Gerald Rockstroh. Bei Kunden gebe es eine positive Resonanz, dass sie weiter mit den Rackwitzern zusammenarbeiten wollen, wenn alles rechtlich sauber geklärt wird.

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Schlosser sollen vermittelt werden

Die verbleibenden Arbeitskräfte – vor allem Schlosser mit teils Schweißerqualifikation – , die nicht in die Auffanggesellschaft übernommen werden können, sollen in andere Betriebe im näheren Umfeld vermittelt werden. Diesbezüglich lobt Stapper die Geschäftsführung, die sich in diesem Prozess intensiv einbringe. „Wir sind unter anderem in Verhandlung mit Firmen, mit denen wir bereits zusammenarbeiten“, schildert Rockstroh. Betriebe, die Schlosser suchen, sollten sich an Gerald Rockstroh wenden, ermutigt der Insolvenzverwalter. Aufgrund der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt, wo alles händeringend Fachkräfte sucht, ist er guter Dinge, dass „niemand aus der Rackwitz Industrieanlagen GmbH arbeitslos wird“.

Von Thomas Steingen

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