Beratung für Betroffene

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Beratungsangebote in Nordsachsen

Im Jahr 2021 wurden 9.232 Straftaten der häuslichen Gewalt in Sachsen gemeldet. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll ein Zeichen setzen. (Symbolbild)

Im Jahr 2021 wurden 9.232 Straftaten der häuslichen Gewalt in Sachsen gemeldet. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll ein Zeichen setzen. (Symbolbild)

Nordsachsen. Der 25. November ist seit 1981 der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Der Gedenk- und Aktionstag geht auf die Ermordung der Schwestern Mirabal zurück. Diese wurden am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst getötet, weil sie sich als Frauen im Widerstand gegen die damalige Trujillo-Diktatur organisiert hatten. Vor 21 Jahre wurde der Internationale Gedenk- und Aktionstag beim Lateinamerikanischen Frauenkongress in Kolumbien ausgerufen. Seitdem wird am 25. November jährlich weltweit ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt.

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Nach wie vor ist Gewalt gegen Mädchen, Frauen und Queers ein gesellschaftliches Tabuthema. Bellis e.V. in Leipzig hat sich zur Aufgabe gemacht die Situation von Betroffenen von Vergewaltigung und häuslicher Gewalt zu verbessern und das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Seit 2021 realisiert der Verein u.a. den Aufbau eines Unterstützungsnetzes für Betroffene von Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt in Sachsen. Das Projekt wird vom Freistaat Sachsen gefördert.

Fehlende Hilfsangebote im ländlichen Raum

Besonders in den ländlichen Regionen Sachsens finden Betroffene keine Fachberatungsangebote oder Angebote zu medizinischer Soforthilfe nach Vergewaltigung und häuslicher Gewalt. „In den Landkreisen Leipzig Land, Nordsachsen, Sächsische-Schweiz/Osterzgebirge, Erzgebirgskreis, Görlitz und Mittelsachen bauen wir mit Hilfe von Expertinnen und Experten vor Ort Versorgungsstrukturen auf. Ziel ist es, den Zugang für betroffene Frauen und Queers zu einer guten medizinischen Versorgung, auf Wunsch zu einer verfahrensunabhängigen Befundsicherung und die Überleitung in ein spezialisiertes psychosoziales Hilfesystem zu ermöglichen“, erläutert Susanne Dimmer, Projektkoordinatorin.

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Hier finden Frauen Hilfe

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" richtet sich an Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben. Unter der Nummer 08000 116 016 können Frauen rund um die Uhr und kostenlos Kontakt zu Beraterinnen aufnehmen - vertraulich und anonym. Die Beratung kann per Telefon, Online-Chat oder E-Mail erfolgen. Es handelt sich um ein Angebot des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

In sechs von zehn sächsischen Landkreisen wird die Vernetzungen und Fortbildungen von Fachkräften vorangetrieben, erstmals Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt aufgebaut, sowie eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben, die über das Thema aufklärt. Am 25. November 2022 findet ab 20 Uhr in den Kellerräumen des Haus V in der Belianstraße 6 in Eilenburg ein Aktions-Konzert statt. Das Gewaltschutzteam des Kinderschutzbundes OV Torgau e.V. stellt seine Arbeit zu den starken Beats der Leipziger Band „wonach wir suchen“ vor. Zusätzlich soll es Blechfassmusik, Infos und Denkanstöße zum Thema Häuslicher Gewalt geben.

Sachsen: 241 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall mit Todesfolge

Das Netzwerk Häusliche Gewalt (HGW) in Nordsachsen hat sich umstrukturiert beziehungsweise neu gegründet. Das neue „Netzwerk Istanbul Konvention - Prävention und Intervention geschlechtsspezifischer Gewalt Nordsachsen“ wird Mai 2023 zu einem Fachtag zum Thema sexualisierte Gewalt im Landkreis Nordsachsen einladen. Gründerinnen des Netzwerkes sind die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking vom Deutschen Kinderschutzbund OV Torgau e.V., Bellis e.V. und der Opferhilfe Sachsen e.V.

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Laut Sächsischem Staatsministerium des Innern wurden im Jahr 2021 9.232 Straftaten der häuslichen Gewalt in Sachsen gemeldet und es gab 1.078 Stalkinganzeigen. Das Dunkelfeld zu diesen Straftaten wird auf mehr als das Dreifache geschätzt. Im Jahr 2021 wurden im Freistaat Sachsen 241 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall mit Todesfolge (§ 177 StGB) polizeilich erfasst. Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung werden lediglich 5 bis 8 % Fälle polizeilich angezeigt. In 90 % der Fälle sind Männer die Täter.

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Kontakt: Bellis e.V., Tel.: 0341/39285560, Mail: kontakt@bellis-leipzig.de, Website: www.bellis-leipzig.de

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Von OAZ

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