Umbaupläne unbekannt

Schloss Wölkau – das große Schweigen

Ein Gerüst ist am Schloss Wölkau gestellt worden.

Ein Gerüst ist am Schloss Wölkau gestellt worden.

Wölkau. Baufahrzeuge rollen von der B 2 ins Dorf und verschwinden unweit des Ortseingangs im Hof des alten Schlosses, bevor sie Stunden später genauso wieder auf die Bundesstraße verschwinden. Immer wieder sind teils polternde und andere Geräusche zu hören vom Hämmern, Sägen, Bohren und Schuttrutschen. Ein Gerüst ist gestellt. Es tut sich was am und im Schloss Wölkau. Nur was und zu welchem Zweck genau?

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Wölkau hofft

Vor knapp einem halben Jahr trat ein neuer Investor auf den Plan. Das Schloss wurde, und darum wurde sich so viele Jahre vergeblich bemüht, doch endlich verkauft. Es galt als fast zu schön, um wahr zu sein. Dieser Verkauf gilt als die vielleicht letzte Rettung vor dem endgültigen Verfall des Denkmals und Barockschlosses. Die Hoffnung der Wölkauer jedenfalls scheint sich zu erfüllen, dass nun endlich was mit dem Schloss geschieht und es wieder hergerichtet wird. Es gab Abstimmungen mit dem Denkmalschutz, was auf dem Gelände abgerissen werden muss und was nicht. Mehrere Container mit Schutt sollen den Hof schon verlassen haben.

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Der neue Besitzer von Schloss Wölkau heißt "IKS Immobilien Gruppe GmbH" mit Sitz in Lützen bei Leipzig. Nach eigener Aussage geht es dem Firmeninhaber und Geschäftsführer Vasyl Senyuk bei Schloss Wölkau in erster Linie um das Sichern dieses Kulturdenkmales und um eine Verfallsverhinderung. Der Kauf sei in bester Absicht erfolgt, hieß es Ende 2018. Sicherungsmaßnahmen wurden schnell in Angriff genommen, da sich einige Teile des Schlosses in desolatem Zustand befanden. Dem Investor geht es, so jedenfalls die Pressemitteilung Ende letzten Jahres, um nicht weniger als die Rettung des Schlosses und es dann wieder einer Nutzung zuzuführen. Allerdings räumte man in der Mitteilung auch ein: "Ein finales Nutzungskonzept existiert noch nicht, eine konkrete Investitionssumme können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benennen. Ansätze und Anfragen liegen uns in verschiedene Richtungen vor. Wir bearbeiten diese, sobald uns alle Eckdaten bekannt sind. Denkbar wären aber zum Beispiel eine Spezialklinik oder ein Hotel." Seit Jahresbeginn gestellte mehrere Anfragen dieser Zeitung an die für Marketing und PR zuständige Mitarbeiterin des Unternehmens, die um Aufklärung baten, blieben bislang und bis Redaktionsschluss dieses Artikels allerdings unbeantwortet.

Gemeinde wartet

Gespannt auf Details ist man auch in der Gemeindeverwaltung. Es gehe unter anderem um Fragen wie die, in welchem Umfang die Kläranlage aufgerüstet werden muss. Gemeinde und Gemeinderat haben ihren Teil getan und noch in der letzten Ratssitzung 2018 den Beschluss zum Verzicht auf das Vorkaufsrecht und Löschung der Rückauflassungsvormerkung für das Schloss gefasst. Vorhabensbezogene Baupläne bekomme man als Gemeinde dann schon zügig hin, habe darin schon ausreichend Erfahrungen, heißt es aus dem Rathaus. Dort und auf den meisten Plätzen des Gemeinderates ist man überzeugt vom Investor und dass es schon gut gehen wird – Planlosigkeit hin oder her.

Ideen gibt es

Dass diese Planlosigkeit nicht ewig währt beziehungsweise mittels Schweigsamkeit momentan nur noch der Öffentlichkeit beziehungsweise Presse gegenüber existiert, belegen einige Begehungen, die schon stattgefunden haben. Potenzielle Vorhabensträger sollen sich bereits eingehend im Schloss und auf dem Gelände umgesehen haben.

Von Christine Jacob

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