LVZ-Aktion „Licht im Advent“

Delitzscher Tafel kämpft um Lebensmittel und neuen Transporter

Ramona Horber, leitende Mitarbeiterin der Delitzscher Tafel, im Lager der Hauptstelle Delitzsch.

Ramona Horber, leitende Mitarbeiterin der Delitzscher Tafel, im Lager der Hauptstelle Delitzsch.

Delitzsch. Auch draußen stehen noch Menschen. Der gut 25 Meter lange Gang der Delitzscher Tafel vom Eingang bis zum Ausgabetisch reicht an diesem frühen Freitagnachmittag im November nicht für die Kundinnen und Kundinnen aus. Über den gesamten Tag werden es etwa 130 Personen sein, die ihren Einkauf bei Jutta Faak und ihrem Team erledigen.

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„Es wäre schön, wenn es in Deutschland keine Tafeln geben müsste“, sagt Faak, die mit der Ausgabestelle in der Loberstadt vor 17 Jahren begonnen hat. Doch aktuell befürchtet die heute 80-jährige Chefin des Delitzscher Ablegers der bundesweiten Hilfsorganisation, dass eher noch mehr Menschen zukünftig auf die Tafeln angewiesen sein werden.

Im Jahr 2005 hat Jutta Faak die Ausgabestelle in Delitzsch eröffnet. Ehrenamtlich, nach ihrem Berufsleben. 50 Tafelkunden kamen Anfang der 2000er-Jahre täglich. Heute sind es durchschnittlich 150 pro Tag. Insgesamt zählt die Hilfsorganisation in der Region zirka 3000 Kundinnen und Kunden monatlich. Die drei zugehörigen Ausgabestellen in Eilenburg, Schkeuditz und Laußig sind dabei mitgezählt – und die Hauptstelle in Delitzsch.

Spendenwunsch in Delitzsch: Tafel benötigt neuen Transporter und Hilfe bei den Tankrechnungen

War es in der Vergangenheit bereits schwierig, ausreichend Lebensmittel für alle Kunden aufzutreiben, haben die steigende Inflation und die Energiepreise die Situation verschärft. Die Leute achten allgemein mehr auf ihr Geld. Das zeigt sich unter anderem darin, dass Supermärkte ihre Produkte, die nah an der Verfallsgrenze sind, verbilligt anbieten anstatt sie der Tafel zu geben. Und die Nachfrage dafür ist da.

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„Ich gehe Sponsoren suchen“, beschreibt Faak ihre Art, dennoch genügend Lebensmittel zu besorgen. Und teilweise muss sie, wie viele Tafeln im gesamten Bundesgebiet, zukaufen – im Fall, dass sie überhaupt Spenden erhält, die konkret diesen Zweck benennen.

Dann werden andere Anschaffungen oder das Bezahlen von Rechnungen schwieriger. Das wohl größte Problem sind in Delitzsch neben der Beschaffung von Lebensmitteln aktuell die Fahrzeuge und deren Unterhalt. Besonders die gestiegenen Spritpreise bringen die Kalkulation durcheinander.

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Für ein essenzielles weiteres Auto fehlt das nötige Geld

Mit ihren Transportern beliefert die Tafel nicht nur die Ausgabestellen, sondern auch Senioren, die nur eingeschränkt mobil und nicht mehr in der Lage sind, ihre Lebensmittel selbst abzuholen. Für diese Fahrten wird jetzt sogar ein dritter Kühltransporter gebraucht. Und den hat die Delitzscher Tafel bereits in Aussicht. Anfang November hat Jutta Faak ein Angebot erhalten, die Förderzusage der Sächsischen Aufbaubank hatte sie da bereits. Doch es fehlen noch einige Tausend Euro Eigenanteil für den Kauf.

Die Delitzscher Tafel versorgt gut 3000 Menschen monatlich. Aktuell kämpft die Hilfsorganisation um Lebensmittel und einen neuen Transporter. Die Delitzscher Tafel-Chefin Jutta Faak und Mitarbeiter Christian Meißner vor einem der beiden aktuellen Fahrzeuge.

Die Delitzscher Tafel versorgt gut 3000 Menschen monatlich. Aktuell kämpft die Hilfsorganisation um Lebensmittel und einen neuen Transporter. Die Delitzscher Tafel-Chefin Jutta Faak und Mitarbeiter Christian Meißner vor einem der beiden aktuellen Fahrzeuge.

Das dritte Fahrzeug, so sagt sie, sei essenziell, wenn es beispielsweise darum gehe, spontan Lebensmittel in einem Markt abholen zu können. Erhält Jutta Faak einen Anruf, hat aber keinen Transporter vor Ort, werde jemand anderes informiert und die Lebensmittel sind weg. Das könne sich die Tafel im Sinne ihrer Kundinnen und Kunden nicht leisten.

Delitzscher Tafel-Chefin: „Ich bin stolz auf mein Team“

Es sei ohnehin schon ein langer harter Tag, beschreibt Jutta Faak den Tafelalltag. Dieser beginnt meist um 6.30 Uhr mit der ersten Runde bei Lebensmittelmärkten. Über den weiteren Vormittag werden dann die Fahrzeuge beladen, die Außenstellen und Wohnungen der Kunden angefahren und beliefert. Von 13 Uhr bis 15 Uhr öffnen dann die Ausgaben. Danach geht es noch einmal zurück an die Hauptstelle in Delitzsch.

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Der Spruch sei zwar nicht von ihr, sagt Jutta Faak, doch sie hält ihn für richtig: „Tafel muss man leben“. Und das machen ihre Mitarbeiter, fasst die Delitzscher Tafel-Chefin zusammen. Für die vier fest Angestellten und die beiden ehrenamtlichen Helfer gelte: „Ich bin stolz auf mein Team“, sagt Faak.

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