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Hilfsangebot

Alltagsbegleiter in Eilenburg: Der Kampf gegen die Einsamkeit im Alter

Sandra Rehschuh kümmert sich um die Koordinierung der Eilenburger Alltagsbegleiter.

Sandra Rehschuh kümmert sich um die Koordinierung der Eilenburger Alltagsbegleiter.

Eilenburg. Spazieren gehen, Karten spielen oder einfach mal über frühere Zeiten plaudern: Viele ältere Menschen fühlen sich einsam und haben keine Verwandten oder Bekannten, die für sie da sind. Durch den demografischen Wandel wächst auch in unserer Region die Bevölkerung in den Altersgruppen über 70 Jahren immer weiter an. Vereinsamung spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Um der entgegen zu wirken, gibt es Alltagsbegleiter.

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Angebot in Eilenburg noch unbekannt

Die Alltagsbegleitung ist ein vom Freistaat Sachsen gefördertes Projekt, das Unterstützung für betagte und hochbetagte Personen bietet, die nicht pflegebedürftig sind und ihren eigenen Haushalt führen. Alltagsbegleiter ermöglichen der älteren Generation eine Teilnahme am sozialen Leben, beugen sozialer Isolierung vor und können dazu beitragen, dass die Person länger in den eigenen vier Wänden leben kann. In Eilenburg wird das Projekt seit 2013 vom Verein Senioren-Selbsthilfe Torgau durchgeführt. Der Verein sucht nach Menschen, die Interesse daran haben, sich ehrenamtlich zu engagieren. Im 14-tägigen Rhythmus gibt die Projektkoordinatorin Sandra Rehschuh seit Dienstag Interessierten von 14 bis 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus Arche am Nicolaiplatz die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Dabei ist es ganz gleich, ob es Personen sind, die im Alltag Unterstützung benötigen oder Interesse an der Tätigkeit des Alltagsbegleiters haben. Das Angebot ist als Informationsmöglichkeit gedacht. „In Eilenburg ist das Projekt noch nicht so bekannt. So haben die Menschen einen Ansprechpartner vor Ort“, sagt Rehschuh.

Mutter war schon Alltagsbegleiterin

Die 27-Jährige ist seit 2014 im Verein tätig und kümmert sich um die Belange der Alltagsbegleiter. „Meine Mutter war früher auch als Alltagsbegleiterin in Eilenburg tätig – so bin ich auf den Verein aufmerksam geworden“, sagt Rehschuh. Im Jahr 2013 hat der Verein mit drei Alltagsbegleitern angefangen, mittlerweile sind es acht Ehrenamtler, die über 15 betagten Menschen im Alltag unter die Arme greifen und für sie da sind. „Die bestehenden Begleiter sind in der Regel Arbeitssuchende oder Rentner, die sich noch fit fühlen. Es gestaltet sich leider eher schwierig, an junge Menschen ranzukommen“, sagt die 27-Jährige.

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Für die Tätigkeit erhalten die ehrenamtlichen Helfer bei 32 Stunden monatlich eine Aufwandsentschädigung von 80 Euro. Bei geringerer Stundenzahl reduziert sich die Aufwandsentschädigung anteilig. Die Begleitung ist für die Senioren kostenfrei. „Sie gehen spazieren, einkaufen oder erledigen gemeinsam Behördengänge“, sagt Rehschuh.

Regelmäßige Sprechstunden

Neben der Sprechstunde trifft sich Sandra Rehschuh einmal im Monat mit allen Alltagsbegleitern aus Eilenburg – es geht um den Austausch untereinander. Außerdem können Probleme angesprochen und Fragen gestellt werden. Probleme gibt es in der Regel jedoch selten. „Wenn doch, geht es meist darum, dass die Chemie zwischen den beiden Menschen nicht stimmt. Dann finden wir eine Lösung“, sagt Rehschuh.

Die erste Sprechstunde am Dienstag wurde kaum angenommen. Sandra Rehschuh hofft, dass das Projekt in Eilenburg in Zukunft noch größeren Anklang findet.

Von Maria Sandig

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