Tierschutz

Ausgesetzt: Hund vor Tierheim in Eilenburg gefunden

Am Sonntagmorgen fanden Mitarbeiter den Hund allein vor dem Tierheim.

Am Sonntagmorgen fanden Mitarbeiter den Hund allein vor dem Tierheim.

Eilenburg. An einen Baum gebunden und allein – so haben Mitarbeiter des Tierheims Eilenburg am Sonntagmorgen einen Labrador-Rüden aufgefunden. Ob der Hund bereits die stürmische Gewitter-Nacht dort verbracht habe, sei nicht klar, schrieb das Tierheim einige Stunden später auf Facebook. „Was wir wissen ist, dass er extrem verstört war“, hieß es in dem Text, in dem Tierfreunde um Hinweise gebeten werden.

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Schwierig herauszufinden, wer das Tier ausgesetzt hat

"Wir hoffen, dass vielleicht ein Vorbesitzer aufmerksam wird", sagt Annett Albrecht, Leiterin des Tierschutzzentrums in Eilenburg. Immerhin könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Labrador seiner eigentlichen Familie gestohlen worden sei. "Meistens ist es schwierig herauszufinden, wer Tiere ausgesetzt hat", sagt die 32-Jährige. Bei ihrem neuen Schützling erschwere auch die Fellfarbe die Suche. "Für Außenstehende ist ein brauner Labrador nur schwer vom anderen zu unterscheiden."

Immer wieder werden vor allem Kleintiere vor dem Tierheim abgesetzt

Es ist nicht das erste Mal, dass Tiere auf oder vor dem Gelände des Tierheims einfach abgeladen werden. Erst vor einem Monat hatten Unbekannte einen Karton mit einem Kaninchen und einem Meerschweinchen vor dem Tor abgestellt. „Es kommt auch vor, dass Katzen urplötzlich hier auftauchen. Da gehen wir auch davon aus, dass sie einfach am Tierheim rausgelassen werden“, erzählt Annett Albrecht. Hunde dagegen würden eher selten auf diese Weise ausgesetzt.

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Viele wollen den Hund jetzt schon adoptieren

In den sozialen Medien fand die Geschichte des Labradors viel Beachtung. Schon jetzt haben sich viele Tierfreunde angeboten, ihn zu adoptieren. „Wir wollen ihn aber erst mal selbst kennenlernen“, sagt die Tierheimleiterin. Auch die eigentlichen Besitzer sollen noch eine Chance erhalten, den bisher namenlosen Hund zurückzuholen, der zwar gechipt, aber nicht im Tierregister registriert ist. Bisher sei der übrigens noch recht vorsichtig. „Gestern hat er uns erst mal die Zähne gezeigt, aber zum Glück ist er sehr verfressen – ein typischer Labrador eben“, sagt Annett Albrecht. Der Zugang zum Herz des Hundes über Leckerlis scheint zu funktionieren – mittlerweile lässt er die Tierheimmitarbeiter an sich heran.

Von Hanna Gerwig

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