1. Sommertheater

Eilenburger Burgverein präsentiert das Stück „Rebell“

Markus Gille wird am Freitag das 1. Sommertheater des Burgvereins im Innenhof des Torhauses bestreiten.

Markus Gille wird am Freitag das 1. Sommertheater des Burgvereins im Innenhof des Torhauses bestreiten.

Eilenburg. Am Freitag gibt es eine Premiere der besonderen Art. Erstmals lädt der Burgverein in Eilenburg zum Sommertheater in den Innenhof des Torhauses auf dem Schlossberg ein. Die LVZ sprach mit dem gebürtigen Eilenburger Markus Gille, der dann das Stück „Rebell“ aufführt.

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Auf was dürfen sich die Eilenburger freuen?

Es handelt sich dabei um ein 90-minütiges Soloprogramm, bei dem die Geschichte der DDR kurz vor Schluss anhand des Rebells Dean Reed thematisiert wird. Ich habe mich mit Dean Reed schon länger beschäftigt. Obwohl ich kein direkter Fan bin, fasziniert er mich. Warum kommt ein US-Amerikaner in die DDR und wie kam er hier 1986 tatsächlich ums Leben?

Dean Reed.

Dean Reed.

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Sie haben das Stück selbst geschrieben?

Ja. Dazu muss ich kurz ausholen. An sich bin ich künstlerischer Leiter der Bürger-Bühne Freiberg und Sänger am Mittelsächsischen Theater. Doch bis 2018 hatte ich auch viel Kraft in die Ur-Aufführungen meiner beiden Kammeropern „Letzte Tage Lodz“ und „Freiberg“ in Leipzig gesteckt. Wenn man immer 60 bis 70 Leute mit im Boot hat, künstlerisch und finanziell die Verantwortung trägt, ist das nicht immer einfach. Ich habe mir daher eine Auszeit genommen und in dieser dann das Stück 2019 am Strand von Ägypten mir ganz bewusst auf den Leib geschrieben.

Sie haben ihren Abschluss 2002 in Israel an der Tel Aviv Uni in klassischem Gesang mit Auszeichnung gemacht Trotzdem singen Sie nicht, warum?

Ich habe für das Stück eine literarische Herangehensweise gewählt, lasse meine Stimme lediglich mal kurz hören. Aus meiner Sicht erschließt sich in dem Stück, warum ich nicht singe. Ob das die Eilenburger auch so sehen, auch dazu komme ich mit den Eilenburgern im Anschluss gern ins Gespräch.

Apropos Eilenburg…

Sie spielen sicher auf meine Verbindung zu der Muldestadt an. Ich bin Leipziger, aber wurde in der Eilenburger Klinik geboren. Da spielte auch der Zufall mit rein. Meine Großeltern Hildegard und Oskar Gille wohnten am Fuße des Schlossberges. Und als ich auf die Welt drängte, war meine Mutti und ihre Schwiegertochter gerade zufällig bei ihnen zu Besuch. Sie war mit Eilenburg dann übrigens so zufrieden, dass es bei meiner jüngeren Schwester kein Zufall war, dass auch sie in Eilenburg geboren wurde.

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Meine Großeltern, bei denen ich an den Wochenenden und in den Ferien viel Zeit verbrachte, waren nicht nur Lehrer, sondern vor allem auch Künstler. So haben sie auch Konzerte auf sehr hohem Niveau gegeben, bei denen mein Großvater Klavier spielte und meine Großmutter sang. Ich wurde da entscheidend geprägt. Bis 1972 gab es in dem jetzt leider verfallenen Haus sogar einen Salon mit einer richtigen Hausmusik-Szene. Bei meiner Großmutter, die dafür berühmt war, dass sie das Haus stets nur mit weißen Spitzenhandschuhen und weißem Damenhut verließ, hatte ich übrigens auch meinen ersten Gesangsunterricht.

Und wie kam es jetzt eigentlich zu diesem Engagement?

Obwohl ich in Freiberg und Leipzig wohne, ist die Verbindung zum Eilenburg meiner Kindheit immer geblieben. Vor einigen Jahren wurde ich deshalb sogar Mitglied im Eilenburger Burgverein. Und als dort überlegt wurde, wie man das sanierte Torhaus nutzen könnte, habe ich gesagt: Ich hätte da ein Stück … Das war allerdings bereits vor über einem Jahr. Dass es nun klappt, freut mich ungemein. Bisher habe ich das Stück zweimal im Schlosshof Döben bei Grimma aufgeführt. Obwohl ich dachte, dass das Stück nur bei Leuten mit ostdeutscher Vergangenheit funktionieren kann, habe ich dort die erstaunliche Entdeckung gemacht, dass es auch bei Jüngeren und Leuten mit westdeutschen Wurzeln ankommt.

Am Torhaus ist die Zahl der Gäste von vornherein sehr begrenzt.

Das stimmt, aber ein paar Dutzend dürfen es trotzdem sein. Und das Gute ist: Da ich allein komme und damit keinen bezahlen muss, gehen weder Burgverein noch ich ein großes finanzielles Risiko ein. Es darf natürlich trotzdem gern voll werden. Doch mir würde das Stück selbst vor fünf Leuten Spaß machen.

Service: Das Sommertheater am Torhaus beginnt am Freitag um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, Kartenreservierung unter 0176/84393582 . Es gibt eine kleinere Regenvariante. Der Burgverein weist auf das Einhalten der aktuellen Corona-Schutzverordnung hin.

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Von Ilka Fischer

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