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Professioneller Anspruch

Eilenburger Tanzschule macht Schülerinnen fürs Ballett fit

Die Mädchen müssen sich anstrengen, um den Anforderungen des Ballettunterrichts gerecht zu werden. In Rosa (vorn) sieht Katharina Freystein besonders großes Potenzial. Ein Video sehen Sie unter www.lvz.de/Regional.

Die Mädchen müssen sich anstrengen, um den Anforderungen des Ballettunterrichts gerecht zu werden. In Rosa (vorn) sieht Katharina Freystein besonders großes Potenzial. Ein Video sehen Sie unter www.lvz.de/Regional.

Eilenburg. Kleine Mädchen mit Strumpfhosen tippeln in den Raum. Alle haben neue, noch verpackte Schuhe mitgebracht. „Bald fangen wir mit dem Spitzentanz an“, sagt Katharina Freystein und schaut, ob die Schuhe auch richtig passen. Sie ist die Tanzlehrerin der Mädchen. Seit elf Jahren unterrichtet sie an ihrer eigenen Schule, seit drei Jahren bietet sie den Tanzunterricht auch in Eilenburg an. Den Schwerpunkt bildet dabei das klassische Ballett – die Königsdisziplin der Tanzstile. Nach Meinung der Pädagogin gibt es in der Region kaum Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sich professionell auf den Tanzberuf vorzubereiten.

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Tanzschule Eilenburg

2.2.2018: Die Eilenburger Tanzlehrerin Katharina Freystein eröffnete vor drei Jahren ein Tanzstudio, in dem sie ihre Schülerinnen auch auf eine mögliche professionelle Karriere als Tänzerinnen vorbereitet.

Sie hat eigene Vorstellungen davon, wie der Unterricht an einer Tanzschule aussehen sollte, wie man mit den Teilnehmern umgehen sollte und welchen besonderen Respekt jeder einzelne verdient hat. Außerdem wollte sie einen besonders leistungsorientierten Unterricht anbieten. „Das konnte ich irgendwann als Honorarlehrerin nicht mehr durchsetzen. Das hat in das Konzept vieler Schulen einfach nicht reingepasst“, erklärt sie. Aus diesen Gründen eröffnete sie die Schule. „Spezielle Leistungsklassen sollen interessierten Kindern und Jugendlichen die Grundlage geben, die Aufnahmeprüfung an einer staatlichen Ballettakademie oder Musicalschule zu bestehen“, beschreibt sie.

Drei bis vier Mal Training pro Woche

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Drei bis vier Mal die Woche wird trainiert, um eine optimale Vorbereitung zu erzielen. Allerdings sieht sie das Tanzen unter verschiedenen Gesichtspunkten: Es kann als intensives Hobby oder auch als berufliche Richtung betrachtet werden. „Ich biete Unterricht in verschiedenen Tanzstilen für jedes Alter an. Ballettunterricht gibt es auch schon für Kinder im Alter von zwei Jahren“, sagt Katharina Freystein. Ihre älteste Teilnehmerin ist 70 Jahre alt. „Manche fangen mit 50 Jahren oder später an und erfüllen sich ihren Kindheitstraum“, sagt die Tänzerin erfreut. Momentan sucht die Tanzschule nach Unterstützung für den Bereich Ballett und Kindertanz sowie kreativer Tanz, da die Nachfrage sehr hoch ist und weitere Gruppen angeboten werden sollen.

Katharina Freystein mit ihren Schülerinnen.

Katharina Freystein mit ihren Schülerinnen.

Katharina Freystein legt eine CD ein. Ein klassisches Lied ertönt, die Mädchen stehen an der Ballettstange. Alle tragen ein dunkelblaues Oberteil und Strumpfhosen. Die Mädchen beginnen, sich zur Musik zu bewegen. Katharina Freystein gibt französische Anweisungen wie „plié“, „dégagé“ und „relevé“. Die Schülerinnen wissen sofort, welche Bewegung auszuführen ist. Sie wirken sehr diszipliniert. „Ballett ist nicht für jeden das Richtige. Wenn die Kinder es nicht selbst wollen und nicht den nötigen Ehrgeiz haben, wird es auch nichts. Gerade der Spitzentanz ist mit gewissen Schmerzen verbunden. Auch Dehnungen sind anstrengend und auf gewisse Weise unangenehm“, gibt die Tanzlehrerin zu.

Freude am Tanz

Die Mädchen sitzen frontal zum Spiegel und dehnen ihren Körper. Immer wieder geht die Pädagogin zu den einzelnen Mädchen und korrigiert die Haltung.

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Im Unterricht legt sie besonderen Wert auf die Freude am Tanz, aber auch auf Disziplin und auf einen achtvollen Umgang miteinander in der Gruppe. Die Individualität des Einzelnen und gesundheitliche Aspekte stehen außerdem im Vordergrund. „Ich achte sehr darauf, dass sich meine Schüler nicht durch falsche Bewegungen verletzen. Korrekturen sind aus diesem Grund sehr wichtig“, sagt sie. Diesen Ansatz verinnerlichte sie während einer Zusatzqualifikation bei Professor Martin Puttke in Berlin. Dieser hat, gemeinsam mit Bewegungsanalytikern, die Balletttechnik Danamos entwickelt. „Es geht darum, den Körper zu respektieren und die Gesundheit der Schüler im Vordergrund zu sehen“, erklärt die Tänzerin.

Die jungen Mädchen bewegen sich grazil mit einigen Drehungen diagonal zum anderen Ende des Raumes. Die Pädagogin lobt ihre Schülerinnen und gibt Tipps zur Verbesserung der Haltung. Die Atmosphäre ist entspannt.

Verletzung am Knie

Katharina Freystein kommt aus einer erfolgreichen Leichtathletikfamilie. Auch sie versuchte sich darin, hatte nach eigenen Aussagen jedoch keinen Erfolg. Mit zwölf Jahren ging sie das erste Mal zum Ballettunterricht. „Das war genau meine Welt“, erinnert sich die Pädagogin. Allerdings passierte etwas, das sie noch heute beschäftigt: „Ich verletzte mich am Knie. Ich konnte das damals noch nicht einschätzen. Heute weiß ich aber, dass die Lehrer damals respektlos mit meinem Körper umgegangen sind. Eine Karriere auf der Bühne war somit ausgeschlossen.“

Das Training fordert viel Disziplin.t

Das Training fordert viel Disziplin.t

Ihren eigenen tänzerischen Lebensweg begann Katharina Freystein im Jahr 1996 an der RM-Balance Dance Company. Dort lernte sie Grundlagen im Klassischen Tanz, Jazz-Dance und Modern-Dance. Später erweiterte sie ihre Tanztechnik an der Fachschule für Bühnentanz von Erward Figurski. In den folgenden Jahren nahm sie Privatunterricht bei unterschiedlichen Lehrern und absolvierte in Berlin eine tanzpädagogische Fortbildung. An der TU Dresden studierte sie zudem Berufspädagogik.

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Ihr heutiger Job erfüllt sie. Die Ballettliebhaberin sagt, sie hätte ihren Platz hinter dem Vorhang gefunden. Die Eröffnung ihrer Tanzschule im Jahr 2007 war dahingehend ein wichtiger und richtiger Schritt. „Für mich ist Ballett mein ganzes Leben. Ich habe mich immer mit dem Ballett beschäftigt und davon geträumt. Diesen Traum und dieses Gefühl möchte ich an meine Schüler weitergeben“, sagt sie.

Das Element Wasser

Zum Ende der Stunde wird der neueste Tanz geprobt. Bald soll er vor einem Publikum präsentiert werden. Es geht um das Element Wasser. Einige der Mädchen liegen auf dem Boden, auf ihnen ist ein großes blaues Tuch ausgebreitet, das von den anderen an den Ecken gehalten wird. Als die Musik ertönt, bringen die Mädchen das Tuch in Bewegung, erzeugen gleichmäßige Wellen. Die Moldau von Bedrich Smetana umrahmt die fließenden Bewegungen.

Die Gruppe von Katharina Freystein ist nach ihren Aussagen sehr repräsentativ für die Tanzschule und strahlt das aus, was sie sich immer vorgestellt hat. Talentiert und zielstrebig sind sie. Auch die neunjährige Rosa ist seit einem knappen Jahr Teil der Gruppe. In ihr sieht Katharina Freystein viel Potenzial. In dieser relativ kurzen Zeit hat sie sich extrem weiterentwickelt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich beruflich in diese Richtung entwickeln wird.“ Am Ballett liebt die junge Tänzerin am meisten die Spagatsprünge und die Drehungen.

Mit Stolz im Gesicht

Schon für einige Schüler legte Katharina Freystein mit dem Tanzunterricht den Grundstein. Zwei Schülerinnen sind ihr besonders in Erinnerung geblieben. Stefanie Knorr fing mit zwölf Jahren bei ihr an, heute ist sie Tanzpädagogin. Nele Neugebauer ist heute eine gefragte Musicaldarstellerin und lernte ab der zweiten Klasse bei Katharina Freystein. „An meinem Beruf ist das Besondere, dass ich jeden Tag mit Menschen arbeiten kann, die versuchen, ihren Traum zu verwirklichen und die ich dabei unterstützen kann“, gibt sie stolz zu und beendet die Stunde mit einem Lob an die Mädchen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und Stolz im Gesicht verlassen sie den Raum.

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Von Maria Sandig

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