Millionen-Projekt

Erster Spatenstich fürs neue Eilenburger Wasserwerk

Beim ersten Spatenstich fürs neue Eilenburger Wasserwerk (vorn von links): Eilenburgs Ex-Bürgermeister Hubertus Wacker, Bernd Laqua, der Bürgermeister von Bennewitz, Eilenburgs OBM Ralf Scheler, die Geschäftsführerin des Versorgungsverbandes Ramona Seifert, der Bürgermeister von Doberschütz und Verbandsvorsitzende Roland Märtz, sowie Oberbauleiter Achim Röder.

Beim ersten Spatenstich fürs neue Eilenburger Wasserwerk (vorn von links): Eilenburgs Ex-Bürgermeister Hubertus Wacker, Bernd Laqua, der Bürgermeister von Bennewitz, Eilenburgs OBM Ralf Scheler, die Geschäftsführerin des Versorgungsverbandes Ramona Seifert, der Bürgermeister von Doberschütz und Verbandsvorsitzende Roland Märtz, sowie Oberbauleiter Achim Röder.

Eilenburg. Die ersten Spaten stecken an diesem ersten Juli-Mittwoch in der Erde, doch eigentlich sollte das neue Eilenburger Wasserwerk schon fertig sein. Ramona Seifert, Geschäftsführerin des Versorgungsverbandes Eilenburg-Wurzen, weiß deshalb nicht so recht, ob dieser Tag einen Grund zum Feiern bietet oder eher nicht. Weil es aber keinesfalls selbstverständlich ist, ein Wasserwerk zu bauen, beginnt der Millionenbau mit diesem symbolträchtigen Akt, an dem neben den Bürgermeistern und Vertretern der 14 Mitgliedskommunen, Planern, den Geschäftsführern von Remondis, Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, Abwasserzweckverband und Stadtwerke auch die Mitarbeiter des Versorgungsverbandes teilnehmen.

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Wasserwerk-Bau ist für jeden Wasserwirtschaftler etwas Besonderes

Für Ramona Seifert ist dieser Tag deshalb ein besonderer. Nicht nur, dass an diesem Tag vor 36 Jahren ihre Tochter geboren wurde. In diese Zeit vor über drei Jahrzehnten fällt auch ihr Studium für Wasserwirtschaft an der TU Dresden. Mal ein Wasserwerk mitzubauen, ist für einen Wasserwirtschaftler etwas Einzigartiges. Und nicht vielen ist es vergönnt, ein solches Projekt mitzuverfolgen, „deshalb ist es für mich heute toll, hier den ersten Spatenstich vollziehen zu können.“

 Geschäftsführerin Ramona Seifert und Verbands-Chef Roland Märtz sprechen zu den Gästen

Geschäftsführerin Ramona Seifert und Verbands-Chef Roland Märtz sprechen zu den Gästen.

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Projekt hat eine schwierige Zeit hinter sich

Die Freude kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Vorhaben bisher aus Gründen des Natur-, Denkmal- und Hochwasserschutzes einen schwierigen Verlauf genommen hat. Kein Zufall ist daher, dass Eilenburgs ehemaliger Oberbürgermeister Hubertus Wacker an diesem Tag auch da ist. Noch in seiner Amtszeit begann das Vorhaben Formen anzunehmen – mittlerweile geht es ins zehnte Jahr. 2012 fasste die Verbandsversammlung den Beschluss, den 1984 errichteten und längst maroden Bau, für den mittlerweile enorme Reparatur- und Instandhaltungskosten aufzubringen waren, zu ersetzen. "Wir haben damals ein Gutachten erstellen lassen, nach dem nur ein Neu- aber eben kein Umbau wirtschaftlich sinnvoll ist", so Seifert.

Weil dieser den Planungen zufolge komplett auf der Überschwemmungsfläche auf dem Wedelwitzer Areal entstehen sollte, erteilte das Landratsamt Nordsachsen 2016 Bauverbot – der Standort musste wieder verworfen werden, die historische Altsubstanz an anderer Stelle auf dem Areal in einen Neubau integriert werden. Denn einbezogen wird nun auch das alte Wasserwerk, mit dem 1896 die Geschichte der Eilenburger Wasserversorgung einst begonnen hat und das rund 90 Jahre dafür gesorgt hat, dass die Eilenburger Wasser hatten.

Die Spaten stehen bereit

Die Spaten stehen bereit

Die Wasserwerker haben sich mittlerweile mit den Gegebenheiten arrangieren können. In dem denkmalgeschützten Gebäude werden künftig Rohwasserbehälter und eine Leitwarte untergebracht. Dennoch hat all das die Kosten enorm in die Höhe getrieben. Allein der Umbau des historischen Wasserwerkes kostet eine Million Euro, der Reinwasserbehälter 1,2 Millionen Euro. Für den Rückbau müssen statt 80 000 satte 780 000 Euro veranschlagt werden. Statt 3,5 kostet das Projekt nun 8,8 Millionen Euro. Um weiterplanen zu können, brauchte es Anfang 2018 grünes Licht von der Verbandsversammlung, um für einen Teil der Finanzierung einen Kredit aufnehmen zu können. Das Ja gab es, selbstverständlich war es nicht, dankte Ramona Seifert den Vertretern der Mitgliedskommunen. Auch Verbands-Vorsitzender Roland Märtz ist froh, dass seine Amtskollegen die Entscheidung trotz aller Erhöhungen mitgetragen haben und Eilenburg zwei Versorgungsleitungen – die vom Fernwasser Torgau und die aus der eigenen Wasseraufbereitung – hat.

Ab August wird gebaut

Seit Januar liegt nun die wasserrechtliche Nutzungsgenehmigung vor. Los geht der Bau, der einen Meter über der Hochwasserlinie von 2002 erfolgt, aber erst im August. Wegen der Brutzeit darf nur zwischen dem 1. August und dem 28. Februar auf dem Areal nahe der Mulde gebaut werden. Deshalb wird sich der Bau nun auch vier Jahre hinziehen. Die Speicherkapazität erhöht sich von 600 auf 2000 Kubikmeter.

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Von Kathrin Kabelitz

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