Stunde der Musik

Kammerduo begeistert in Eilenburg

Pavel Burdych an der Violine und Zuzana Berešová am Flügel gestalten die Stunde der Musik in der Rinckart-Aula.

Pavel Burdych an der Violine und Zuzana Berešová am Flügel gestalten die Stunde der Musik in der Rinckart-Aula.

Eilenburg. Trotz einer Konkurrenzveranstaltung im Bürgerhaus Eilenburg, der Mühlenpreis-Verleihung, ist die "Stunde der Musik" am Freitagabend gut besucht. Und das ist auch gut so, denn dieses Konzert der Veranstaltungsreihe des Musikvereins Eilenburg ist ein besonders authentisches, von überragender Musikalität.

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Brillant eingespieltes Duo

Ein tschechoslowakisches Kammerduo steht auf dem Programm. Tschechoslowakisch deshalb, weil Violinist Pavel Burdych Tscheche ist und die Pianistin Zuzana Berešová Slowakin. „Antonín Dvorák und Freunde“ betiteln sie ihr Programm, in dem Dvorák die Hauptrolle spielt, daneben tschechische, russische und deutsche Komponisten aus Hoch- und späteren Romantik.

Schon die ersten Takte der Romanze in f-Moll von Dvoráks kündigen Berešovás Strahlkraft an den Tasten an. Sie atmet ihre Körperspannung leise in die Tasten, bereitet Burdychs Violine ein Klangbett, auf das er sich in feinen Bögen legt. Selbst das Mezzoforte der Pianistin fühlt sich leise an. Sie gibt ihrem Partner die Kontinuität, den Halt, der es ihm erlaubt, sich mit der Violine durch die Register zu schrauben. Das wiederkehrende Motiv in der Violine schimmert mit jedem Wiederauftauchen süßer durch die Saiten.

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Landsleute spielen wehmütig und nostalgisch

„Allegro, ma non troppo“ steigt Dvoráks Sonate für Violine und Klavier in F-Dur, das Opus 57, ein. Nur nicht zu fröhlich, mit einem fast schon verbissenen Dur lässt sich das Klavier in den Melodien nicht auf der Nase herumtanzen. In versöhnlichen Passagen verflechten Berešová und Burdych ihre Läufe, um sich im nächsten Moment melodisch in andere Richtungen zu bewegen. Burdych geigt mit dem ganzen Körper, als hätte sein Bogen ein Eigenleben entwickelt, das ihn in die Höhe reißt oder in die Knie zwingt. Zuzana Berešová spiegelt die Musik in ihrem Gesicht, mal wie verwundert über so viel Zartheit im Klang, mal verschmitzt, mal dramatisch ernst.

Der zweite Komponist des Abends ist Leoš Janácek, mit einer Gattung slawischer Volkslieder: Dumka. So wehmütig und nostalgisch können Janácek wohl nur Landsleute spielen.

Auch in Bedrich Smetanas Duett Nr. 2 „Aus der Heimat“ werden die beiden Musiker schwelgerisch, ohne ins Pathos abzurutschen.

Virtuos und perfekt

Johannes Brahms‘ Scherzo in c-Moll setzt sich in seiner Lebhaftigkeit von seinem Vorgänger Pjotr Iljitsch Tschaikowski ab, während Josef Suks Pohadka in E-Dur aus einer Sinfonischen Suite, mit wiegenliedartigen Bögen in der Violine auf ein bittersüßes Ende zusteuert. Nach Dvoráks Mazurek lässt das Publikum das Duo aber nicht ohne Zugabe von der Bühne. Davon gibt es sogar zwei: Dvoráks „Als die alte Mutter“ und die Humoresque. Bei beiden Stücken können Burdych und Berešová noch einmal virtuos glänzen. Vor allem ersteres strahlt in unerbittlicher Melancholie. Die Humoresque dagegen bildet den perfekten Schluss.

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Von Katharina Stork

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