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LVZ-Check

Kinderbetreuung: Doberschütz am günstigsten, Zschepplin am teuersten

Jungen und Mädchen der Kita „Landmäuse“ in Doberschütz. Bei den Beiträgen kommen die Eltern am günstigsten weg.

Jungen und Mädchen der Kita „Landmäuse“ in Doberschütz. Bei den Beiträgen kommen die Eltern am günstigsten weg.

Eilenburg.Kinder sind uns lieb und teuer. Die Elternbeiträge, die für den Besuch in Krippe, Kindergarten oder Hort von den Eltern bezahlt werden müssen, machen einen nicht unerheblichen Posten aus. In Eilenburg und Bad Düben sowie in vielen Gemeinden der Region wurden diese zum 1. Januar erhöht. Doch da sich die Ausgangslage durchaus unterschiedlich darstellt, sagt das nicht wirklich viel aus. Die LVZ macht daher den Praxischeck, wer was wo bezahlt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die auf den vollen Euro gerundeten Zahlen jeweils für das erste Kind einer Familie bei einer neunstündigen Betreuung in Krippe und Kindergarten sowie für eine sechsstündige Betreuung im Hort verglichen. Fazit: Doberschütz hat derzeit die günstigste Betreuung. Der Krippenplatz kostet hier (wie übrigens auch in Laußig, das aber bei den Älteren etwas mehr verlangt) mit 180 Euro am wenigsten, in Zschepplin muss mit 216 Euro dagegen das meiste Geld berappt werden Eilenburg und Bad Düben liegen dazwischen.

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In Eilenburg ging es bereits im November 2016 heiß her, nachdem die Elternbeiträge seit 2008 nicht verändert worden waren. Damals wurde im Stadtrat ein Kompromiss ausgehandelt, der die ursprüngliche von der Verwaltung für 2017 vorgesehene Erhöhung teilweise bis zum Januar 2018 aufschob. Diese fünf- bis achtprozentige Erhöhung greift aber nun. Der Krippenplatz kostet damit künftig 186 Euro (neun Euro mehr gegenüber 2017), der Kindergarten 109 (acht Euro) und der Hort 64 Euro (vier Euro). Mit 22 und 28 Prozent werden aber dennoch die möglichen Höchstgrenzen für die Umlage nicht erreicht.

In Bad Düben standen die Beiträge im November auf der Tagesordnung des Stadtrates. Danach kostet der Krippenplatz ab diesem Jahr 201 Euro (plus 14 Euro). Das Plus von 14 Euro gilt auch für den Kitaplatz, der nun 128 Euro kostet. Für den Hortplatz werden 74 Euro fällig (9 Euro). Die Mehrkosten für die Krippe sollten ursprünglich sogar bei 23 Euro liegen, der Verwaltungsausschuss hatte aber die Empfehlung ausgesprochen, nicht den Höchstsatz von 23 Prozent anzuwenden.

Jeweils fünf Euro mehr müssen die Eltern in Mockrehna bezahlen. Das beschlossen die Gemeinderäte auf ihrer Sitzung im Oktober. So müssen in der Kinderkrippe 185 Euro gezahlt werden. Im Kindergarten sind es 105 Euro, im Hort bei sechsstündiger Betreuung 65 Euro.

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Um eine Erhöhung der Kosten kam auch die Gemeinde Laußig nicht herum. Auch hier wurde aber nicht der höchstmögliche Prozentsatz umgelegt. Der Krippenplatz kostet 180 Euro (15 Euro mehr), der Kindergarten 101 Euro (fünf Euro). Die Kosten für den Hortplatz sind um zwei auf 60 Euro gestiegen.

In der Gemeinde Doberschütz sind die Gebühren dagegen seit Anfang 2015 nicht mehr angehoben worden. In der Kinderkrippe betragen sie damit 180 Euro, im Kindergarten 91 Euro und im Hort 53 Euro.

Ähnliches trifft auch auf Jesewitz zu. Hier gilt die im Dezember 2015 beschlossene Gebührensatzung weiter. Für den Krippenplatz werden dort 190 Euro verlangt. Für den im Kindergarten 115 Euro. Der sechsstündige Hortplatz kostet 66 Euro.

Für Zschepplin, das mit Jesewitz den Verwaltungsverband Eilenburg-West bildet, gelten die 2015er-Gebühren ebenso weiter. Sie belaufen sich für die Krippe auf 216 Euro und für den Kindergarten auf 130 Euro. Für das Hortkind werden 76 Euro fällig.

Oftmals wurde in den Parlamenten eine größere Verantwortung des Freistaates angemahnt. So sei schwer zu verstehen, dass beispielsweise Studienplätze kostenlos sind, Kinderbetreuung aber nicht. Die Kommunen selbst dürfen von den Gesamtkosten maximal 23 Prozent der Kosten (Krippe) beziehungsweise 30 Prozent bei Kindergarten und Hort umlegen. Grund für die Anhebung sind die gestiegenen Betriebs- und Lohnkosten und die Senkung des Personalschlüssels in der Krippe – eine Erzieherin auf 5,5 Kinder – sowie im Kindergarten – eine Erzieherin auf zwölf Kinder. Eine angemessene Steigerung der Landeszuschüsse gab es aber nicht. Die Kommunen klagen darüber, dass sich der Freistaat immer mehr aus der Finanzierung der Kinderbetreuung zurückzieht und Kommunen und Eltern alleinlässt.

Von Ilka Fischer

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