Wirtschaft

Spatenstich für Millionen-Investition: Koreaner bauen Pilzzuchtfabrik in Torgau

Seitlinge, sehr schmackhafte Speisepilze, sollen künftig von Torgau aus den europäischen Markt erobern.

Seitlinge, sehr schmackhafte Speisepilze, sollen künftig von Torgau aus den europäischen Markt erobern.

Torgau. Im Landkreis Nordsachsen entsteht eine der größten Pilzzucht-Fabriken Europas. Unter der Firmierung Mushroom Park Torgau GmbH will ein südkoreanisches Unternehmen in der Großen Kreisstadt Torgau künftig Speisepilze züchten. Am Mittwoch erfolgte der symbolische Spatenstich für das Bauvorhaben, in das 15 Millionen Euro investiert werden. Allein die Baugewerke für den ersten Ausbauabschnitt der High-Tech-Produktionsstätte belaufen sich nach Angaben von Sven Handschuh von der Firma Goldbeck auf 6,6 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: Ende 2017.

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Zunächst 70 Stellen geplant

Schon im April 2018 könnten dann die ersten Pilze geerntet und auf den europäischen Markt gebracht werden. Bis 2019 soll die Errichtung weiterer Produktions- und Verarbeitungsstätten folgen. Zunächst würden 70 bis 80 Arbeitsplätze entstehen, langfristig seien bis zu 110 Stellen geplant. Zwischenzeitlich waren die Pläne ins Stocken geraten. Dabei hatte die 20 300 Einwohner zählende Stadt Torgau bereits 2015 ein 6,3 Hektar großes Gelände für 760 000 Euro an die Gesellschaft verkauft, dem Unternehmen damit den Weg für die Großinvestition geebnet.

In der jetzt entstehenden Halle, die 23 Meter hoch und zweigeschossig sein wird, sollen vor allem Kräuterseitlinge produziert werden. Sie werden auch Königsausternpilze genannt, erleben gerade in der Vegetarierszene als eiweißreicher Fleischersatz einen Boom. Von der Konsistenz und dem Geschmack kommen Seitlinge dem Steinpilz sehr nahe.

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Moderne Halle

Die Produktionsstätte in Torgau gilt nach ihrer Fertigstellung als die modernste ihrer Art auf dem Kontinent. Die Südkoreaner betreiben in ihrer Heimat zehn solcher Anlagen. Zwei weitere gibt es in China. Anfang April, so die Planungen, sind die Erdarbeiten soweit fortgeschritten, dass die ersten Betonfertigteile gesetzt werden können.

Insgesamt verfügt die Produktionshalle über 39 Wachstumsräume, in denen die in speziellen Flaschen herangezogenen Speisepilze auf Aufzügen ständig bewegt werden. So will man optimale Wachstumsbedingungen schaffen. Von der Impfung eines speziellen Substrats bis zur Ernte vergehen maximal 19 Tage.

In Torgau sollen mit Inbetriebnahme der Pilzzucht täglich bis zu 10 Tonnen Seitlinge europaweit vermarktet werden.

Von Nico Fliegner und Christian Wendt

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