Bundestagswahl

Wahlkreis Nordsachsen: Direktkandidaten stellen sich den Fragen

Rund 100 Gäste sind zum Wahlforum im Eilenburger Bürgerhaus gekommen.

Rund 100 Gäste sind zum Wahlforum im Eilenburger Bürgerhaus gekommen.

Eilenburg. Der Kampf um den Wahlkreis 151-Nordsachsen für den neuen Bundestag, der am 26. September gewählt wird, biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade ein. Insgesamt gehen zwölf Direktkandidatinnen und Direktkandidaten an den Start.

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Rund 100 Gäste waren am Donnerstagabend der Einladung der Landeszentrale für politische Bildung und der Leipziger Volkszeitung in den großen Saal des Eilenburger Bürgerhauses gefolgt. 130 wären laut Hygienekonzept möglich gewesen. Den Fragen der Moderatoren Friedemann Brause von der Landeszentrale und LVZ-Redakteur Nico Fliegner stellten sich Dr. Christiane Schenderlein (CDU), Rüdiger Kleinke (SPD), René Bochmann (AfD), Martin Richter (FDP), Philipp Rubach (Die Linke) und Denis Korn (B’90/Grüne). Das Publikum klebte vorab auf am Eingang aufgestellten Tafeln Punkte und legte somit die drei Themenblöcke fest, zu denen die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien Stellung bezogen. Und so sollte es vorrangig um Innenpolitik und Integration, Wirtschaft und Finanzen sowie Umwelt, Klima und Landwirtschaft an diesem Abend gehen.

Am Ende der rund zweistündigen lebhaften und teilweise hitzigen Debatte wollten die Moderatoren vor allem eines von den Bewerbern wissen: Warum sollten die Nordsächsinnen und Nordsachsen gerade Sie wählen? Und so reagierten die Sechs in der letzten Fragerunde, die bei der AfD begann und beim Kandidaten der Partei Die Linke endete.

Für René Bochmann (AfD) ist klar: „Ich komme aus der Mitte der Gesellschaft, bin in Nordsachsen verwurzelt, ich wohne seit 2008 im Landkreis und habe hier in einem Unternehmen gearbeitet. Ich bin kein Akademiker oder stehe als Firmeninhaber oder Selbstständiger da, sondern ich komme aus der typischen Gesellschaft und möchte gern diese Probleme mit nach Berlin nehmen, dort anbringen und auch lösen.

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René Bochmann (AfD).

René Bochmann (AfD).

Martin Richter (FDP) betonte: „Ich komme auch aus der Mitte der Gesellschaft, allerdings kann ich tatsächlich überzeugen und wirken durch strategisches Denken und Handeln, aber auch partnerschaftliches Handeln und durch mein Bewusstsein, dass der ländliche Raum die Brennstoffzelle des Landes ist. Für mich ist auch klar, die größte sozialpolitische Aufgabe ist die Bildungspolitik.“

Martin Richter (FDP).

Martin Richter (FDP).

Christiane Schenderlin (CDU) möchte sich intensiv für Nordsachsen in Berlin einsetzen, „das heißt, meine Erfahrung, Kompetenz und meine Verlässlichkeit dort einbringen, damit sich Nordsachsen gut entwickelt und die Zukunftsregion attraktiver wird. Ich engagiere mich seit vielen Jahren für meine Heimat, bin Mutter von drei Kindern und mit diesem Herzblut gehe ich nach Berlin und setze mich für Nordsachsen ein.“

Christiane Schenderlein (CDU).

Christiane Schenderlein (CDU).

Denis Korn (B’90/Grüne): „Ich setze mich auch mit vollster Kraft für Nordsachsen ein und komme auch aus der Mitte der Gesellschaft. Ich bin mit einem nur Realschulabschluss Handwerksmeister geworden und habe etwas aufgebaut. In meinem Unternehmen arbeite ich seit gefühlt sechs Monaten nicht mehr und sollte ich gewählt werden, werde ich das an meinen Sohn übergeben. Ich habe den ganzen Menschen in Nordsachsen mal richtig zugehört, bin durch den Landkreis getourt und war in 334 Ortschaften, habe so viel Input bekommen wie keiner, der hier sitzt. Ich bin der einzige hier, der sich klar gegen die Erweiterung des Flughafens positioniert hat.

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Denis Korn (Grüne).

Denis Korn (Grüne).

Rüdiger Kleinke (SPD) schilderte seinen Eindruck: „Wir haben hier eine große Auswahl von Persönlichkeiten, die für Nordsachsen das Beste wollen. Jeder hat seine Schwerpunkte. Meiner ist die soziale Politik. Ich werde mich einsetzen für 12 Euro Mindestlohn in Deutschland, für 400  000 neue Wohnungen in Deutschland. Und wer genau diese soziale Politik und Olaf Scholz als Kanzler haben will, den bitte ich um seine Stimme.“

Rüdiger Kleinke (SPD).

Rüdiger Kleinke (SPD).

Philipp Rubach (Die Linke) findet es „spannend, dass wir uns einer Phase des Wahlkampfes auf der Zielgerade befinden, wo es möglicherweise nach 16 Jahren Kanzlerschaft Angela Merkel so leicht sein könnte, die CDU raus aus der Regierung zu bringen. Laut aktuellen Umfragen ist das gar nicht so unrealistisch. Ich würde mich freuen, wenn wir eine sozialere Politik umsetzen. Das heißt für uns, dass wir die Menschen mit einem Bruttoeinkommen monatlich bis zu 6500 Euro steuerlich entlasten wollen und dass wir die Reichsten der Gesellschaft heranziehen wollen. Es steht ja auch die Frage, wer für diese Krise zahlt. Ich habe heute deutlich gemacht, dass wir die soziale Kraft in diesem Land und die Stimme des Ostens sind und für eine laute Stimme des Ostens würde ich gern in den Bundestag einziehen.“

Philipp Rubach (parteilos).

Philipp Rubach (parteilos).

Eine ausführliche Zusammenfassung des Wahlforums lesen Sie am Freitag auf www.lvz.de.

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Von Kathrin Kabelitz

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