„Licht im Advent“

Der Oschatzer Tafel werden die Lebensmittel knapp – Sie können mit ihrer Spende helfen

Die Kisten in der Ausgabestelle leeren sich schnell. Wer später kommt, kriegt das was übrig bleibt.

Die Kisten in der Ausgabestelle leeren sich schnell. Wer später kommt, kriegt das was übrig bleibt.

Oschatz. „Hat man in anderen Betrieben auch so viel Spaß wie wir?“, fragt Michaela Feike, nachdem sie Claudia Wachsmuth aus der Warenlieferungs-Einfahrt vom Penny in Wermsdorf gelotst und wieder auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat. Jeden Mittwoch und Freitag fahren die beiden Tafelmitarbeiterinnen mit „Schorschi“- so nennen sie ihren Mercedes Sprinter - die Supermärkte im Großraum Oschatz an, um Lebensmittel abzuholen. „Es ist immer wieder eine Überraschung, was für die Tafel übrig bleibt“, sagt Michaela. Heute sind es ein paar Clementinen, ein bisschen Spargel aus Peru, Joghurt und verschiedenes Brot.

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Käse und Wurst gibt es selten

Gefüllt ist der Transporter davon nicht, gerade einmal der Boden zur Hälfte mit Kisten bedeckt. Wurst und Käse sind unter den Lebensmitteln nicht zu finden. Das ist für die Beiden nicht mehr überraschend. „Viele Supermärkte haben mittlerweile selbst reduzierte Theken, die von den Kunden und Kundinnen genutzt werden, weil Jeder gerade aufs Geld schaut“, weiß Michaela. Bevor die Mitarbeiterinnen die Waren in die Zentrale Vergabestelle nach Oschatz fahren, gibt es noch ein paar Zwischenstopps. Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, ihre Lebensmittel von der Tafel abzuholen, bekommen sie vor die Haustür geliefert.

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Nach dem spontanen Begutachten von Möbeln, die Privatpersonen spenden wollen, soll es dann aber wirklich wieder zurückgehen. Schließlich öffnet um 13 Uhr die Ausgabestelle und die Lieferung muss noch sortiert werden. Es kommt anders, die Chefin ruft an: „Rauchhaupt“ im 23 Kilometer entfernten Wurzen hat noch Ware zur Abholung bereitstehen. Schorschi macht eine Kehrtwende und fährt in die entgegengesetzte Richtung. Schlechte Laune kommt deswegen nicht auf. „Ich könnte auch irgendwo gut bezahlt an der Kasse arbeiten, aber das ist mir zu viel Druck, besonders mit meiner Krankheitsgeschichte. Hier haben wir so ein gutes Miteinander – das ist einzigartig“, sagt die Ehrenämtlerin Claudia Wachsmuth.

Supermarktspenden decken den Bedarf nicht mehr

Zurück in der Lichtstraße, dort hat sich schon eine Schlange gebildet. Eine Stunde vor Öffnung warten Menschen mit leeren Tüten und Körben vor der Tür der Tafel und sind miteinander im Gespräch. Drinnen gibt es alle Hände voll zu tun, der Transporter wird entladen, Gemüse hastig aus dem Kühlhaus in den Vergaberaum getragen und dort in Kisten sortiert und Joghurt und Pudding gestapelt. Einige Produkte sind falsch etikettiert oder haben Testaufdrucke. „Die wurden direkt vom Hersteller von unseren Kollegen aus dem Logistikzentrum in Dresden abgeholt. Wenn wir das nicht hätten, wären wir aufgeschmissen. Ware, die wir aus den Supermärkten holen, würde den Bedarf nicht decken“, sorgt sich die Leiterin Birgitt Friedrich.

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Neben den Lebensmitteln beschäftigt sie die Knappheit der ehrenamtlich Mitarbeitenden. „Zurzeit arbeiten davon 20 Menschen bei der Oschatzer Tafel, aber das Jobcenter erkennt Ehrenämter nicht als Arbeit an.“ Gern würde man mehr Bundesfreiwilligendienstler einstellen, aber auch die könnten nicht finanziert werden, weil die Oschatzer Tafel keinen Träger hat. Stattdessen werden neben dem Alltagsbetrieb noch ein Raum vermietet und eine Kleiderkammer für den Verkauf geöffnet. Das belastet zusätzlich, aber jeder Euro wird dringend benötigt.

Alles zum „Licht im Advent“ und unseren Spendenaufruf für die Tafel-Hilfe finden Sie auch in unserem Special: www.lvz.de/lichtimadvent

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Von Leo Maxim Schauer

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