Spendenaktion

Kraftakt für Oschatzer Tafel: Doppelt so viele Bedürftige

Die Helfer der Oschatzer Tafel versorgen aktuell bis zu 2000 Menschen, darunter auch dieses Paar, das vor dem Krieg in der Ukraine geflohen ist.

Die Helfer der Oschatzer Tafel versorgen aktuell bis zu 2000 Menschen, darunter auch dieses Paar, das vor dem Krieg in der Ukraine geflohen ist.

Oschatz. Hier holen sich Familien, Alleinstehende und Senioren ihre Lebensmittel, finden Bedürftige warme Wintersachen oder dringend benötigte Möbel für die Wohnung – und der Bedarf steigt. Die Tafel in Oschatz ist gefragt wie nie zuvor. Haben die Helfer hier vor einem Jahr noch rund 1000 Menschen versorgt, sind es heute knapp doppelt so viele. Und im nächsten Jahr rechnet man mit „weit über 2000“ Bedürftigen.

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Vereinschef Karltheodor Huttner geht davon aus, dass durch allgemeine Teuerung und den anhaltenden Krieg in der Ukraine der Gang zur Tafel in naher Zukunft für noch mehr Menschen nötig wird. Umso wichtiger wird die Arbeit der Helfer und Ehrenamtlichen in der Oschatzer Lichtstraße. Und die können durchaus Unterstützung brauchen. „Besonders fehlen uns hier Fahrer“, sagt Huttner. Aktuell habe man drei Ehrenamtliche für diese Aufgabe, bei drei Fahrzeugen wären aber doppelt so viele eine echte Entlastung.

Außerdem ist der Verein auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um weiter gut helfen zu können. Für die Zukunft haben die Oschatzer zwei konkrete Projekte im Blick, für die sie auch auf die Spendenaktion dieser Zeitung hoffen: So muss die Kleiderkammer im Dachgeschoss dringend gedämmt werden. Der große Raum ist voller Schuhe, Stiefel, Kindersachen und Garderobe für Erwachsene. Nach oben jedoch geht der Blick auf die blanken Sparren. „Im Winter ist es zu kalt und im Sommer hält man es vor Hitze nicht aus“, so Huttner. Außerdem wollen die Helfer künftig an ihren Öffnungszeiten mittwochs, donnerstags und freitags für einen günstigen Preis einen warmen Mittagstisch anbieten.

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Derzeit kümmern sich fünf Helfer über den Bundesfreiwilligendienst und geförderte Jobs um einen reibungslosen Ablauf in Oschatz. Unterstützt werden sie von rund 25 Ehrenamtlichen, die Lebensmittel sortieren, bei der Ausgabe oder in der Kleiderkammer helfen und sich um die Gäste kümmern.

Grundlage ist die wöchentliche Fahrt zum Zentrallager der sächsischen Tafeln in Dresden, wo Lebensmittel von Supermärkten und Produzenten angeliefert werden. Denn von den Märkten vor Ort würden immer weniger Spenden kommen, hat der Vereinsvorsitzende festgestellt. „Die Märkte bieten Produkte nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum heute selber länger zu reduzierten Preisen an. Das ist Ware, die früher oft eher bei der Tafel gelandet ist“, erklärt Karltheodor Huttner.

Dabei entspreche das durchaus dem ursprünglichen Gedanken der Tafel. „Es ging zunächst darum, Lebensmittel zu retten, weil früher von den Supermärkten wirklich viel weggeworfen wurde“, sagt er zum Ziel in den Anfangsjahren. Heute stehe ganz klar die Hilfe für Bedürftige im Vordergrund. Dazu zählen seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine auch die Menschen, die von dort geflüchtet sind. Für sie organisiert die Tafel in Oschatz auch einmal in der Woche einen Deutschkurs, außerdem ist donnerstags zur Ausgabe eine Dolmetscherin vor Ort und hilft bei Verständigungsproblemen.

Karltheodor Huttner hat einen Wandel in der Wahrnehmung der Tafeln bemerkt. Früher habe man deren Arbeit oft etwas abfällig bewertet und umgedreht hätten sich Menschen oft geschämt, zur Tafel zu kommen. „Heute ist das anders: Wir erfahren Anerkennung, weil wir helfen. Die Not ist groß und die Leute merken, es kann mich auch schnell treffen und ich bin auf die Hilfe der Tafel angewiesen“, beschreibt er. Gerade angesichts inflationärer Preise und in Erwartung hoher Energiekosten werde man zu einer wichtigen Instanz.

Daher freue man sich auch über den Zuspruch von Oberbürgermeister David Schmidt (parteilos), der seit seinem Amtsantritt schon zweimal zu Besuch in der Lichtstraße war, genauso wie über die Unterstützung der Oschatzer Unternehmer. „Schuh- und Modegeschäfte, die im Lockdown schließen mussten und ihre Ware nicht verkaufen konnten, haben uns zum Teil ganze Kollektionen geschenkt. Das ist absolut neuwertige Ware für unsere Kleiderkammer“, schwärmt der Tafelchef. Vor allem bei Familien mit Kindern und bei Geflüchteten, die nur mit wenig Gepäck nach Deutschland kamen, sei dieser Fundus mit zahlreichen Regalen und Kleiderständern sehr gefragt.

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Gerade deshalb wird die Dämmung der Kleiderkammer im Dachgeschoss immer wichtiger. „Wir wollen unseren Gästen hier zu jeder Jahreszeit Zugang ermöglichen – da muss man es hier oben auch aushalten können“, begründet Karltheodor Huttner.

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