Bau

Oschatzer Hortneubau im Fokus beim Tag der Architektur

Architekt Lars Pabst am Hort Grashüpfer im Gespräch mit Gästen.

Architekt Lars Pabst am Hort Grashüpfer im Gespräch mit Gästen.

Oschatz. Zwei Stunden lang führte der Leipziger Architekt Lars Pabst am Sonntag Besucher im neuen Hort Grashüpfer in der Bahnhofstraße zum bundesweiten Tag der Architektur. Ebenso lange dauerte es im Jahr 2014, den Oschatzer Stadtrat vom Neubau zu überzeugen, erinnerte er sich an die Vorstellung im Gremium.

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Nun, vier Jahre später, gibt es kaum noch Kritiker. Ein Credo bei der Gestaltung sei neben Energieeffizienz das Bedürfnis der Kinder nach Entfaltung gewesen. „Kreativität braucht große, helle Räume“, sagt Pabst, der selbst Vater von drei Kindern ist. Aus eben diesem Grund habe man bei der Konzeption auf allzu viele Farben verzichtet. Die drei Etagen des Hortes werden je von einer Farbe dominiert: anthrazit, rot und gelb.

Energiesparende Bauweise

Obwohl schon im Januar eröffnet, ist der Hort noch nicht fertig. Nach dem Abriss des Altgebäudes ist Platz für großzügige Außenanlagen, an einem Hang gelegen. Dieser speziellen Lage sei es geschuldet, dass der Haupteingang im ersten Obergeschoss liegt. Erreichbar ist der im Moment noch über den Hof der Grundschule Zum Bücherwurm und eine große Treppe, die auch als Sitzgelegenheit fungieren soll. "Ich freue mich, dass die Kinder und Erzieherinnen dies schon verinnerlicht haben", so Pabst. Zeugnis davon legen Bilder vom Abschied der Klasse 4 vergangene Woche ab, als sich alle auf besagter Treppe sammelten.

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Die energiesparende Bauweise erschöpft sich nicht allein in den verwendeten Materialien. Auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes trägt dazu bei. Die hier erzeugte Energie fließt in den Hort, auch die Bücherwurm-Schule wird dadurch mitversorgt, so Pabst. Eine wartungsintensive Lüftungsanlage gibt es in dem Haus nicht, stattdessen setze man darauf, dass das Personal regelmäßig die Fenster für diesen Zweck öffnet.

Ungenutzte Fläche

Das Areal, das der Architekt vorgefunden hat, sei durch Zäune zerschnitten gewesen – bedingt durch die drei Nutzer Hort, Grundschule und Oberschule. "Davon wollten wir uns trennen, nicht zuletzt, weil dadurch um die 2000 Quadratmeter Fläche ungenutzt waren", verdeutlicht Pabst. Ein Schritt hin zur offenen Bauweise, die dem von der Stadtverwaltung getragenen Gedanken des Schulcampus entspricht, sei umgesetzt worden. Vollendet werde diese durch die Außenanlagen und den noch zu absolvierenden Bau einer Turnhalle – dort, wo einst das denkmalgeschützte Rote Vorwerk seinen Platz hatte.

Von Christian Kunze

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