Interview

Oschatzer Notar Christian Salzig ist neuer Präsident des Lionsclubs

Christian Salzig ist neuer Präsident des Lionsclubs in Oschatz.

Christian Salzig ist neuer Präsident des Lionsclubs in Oschatz.

Oschatz. Christian Salzig ist neuer Präsident des Lionsclubs Oschatz. Der 50-Jährige löst Dr. Gernot Pietschmann an der Spitze ab. OAZ sprach mit dem Notar über künftige Projekte, Nachwuchssorgen und sein Club-Verständnis.

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Die wichtigste Frage zuerst: Seit 22 Jahren ist der Lionsclub Oschatz ein Männerclub. Lassen Sie künftig „Löwinnen“ rein?

Ja das stimmt, wir nehmen nach wie vor keine Frauen auf. Dieses Thema möchte ich auf die Tagesordnung setzten. Denn die Frauen hinter den Löwen sind eine wichtige Stütze – auch wenn sie offiziell noch nicht eintreten dürfen.

Wer legt denn überhaupt fest, ob der Club für Frauen geöffnet wird?

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Dafür bedarf es, wie für alle anderen wichtigen Entscheidungen, einer Mehrheit von 25 der derzeit 26 Mitglieder. Einer darf ein Veto einlegen. Und so weit sind wir einfach noch nicht.

....weil das Gros der Gründungsmitglieder dagegen ist und sie dafür?

Nein. Natürlich gibt es Männer der ersten Stunde, die darauf beharren. Und darüber werde ich mich nicht diktatorisch hinwegsetzen. Es gibt junge Mitstreiter, für die diese Frage wichtig ist. Sie kann aber nicht übers Knie gebrochen werden.

Warum nicht?

Weil mit Sicherheit nicht jede Frau eines Lionsfreundes sofort bereit ist, einzutreten. Wenn wir ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wollen, muss das erst wachsen. Selbst bei den existierenden gemischten Clubs national und international liegt das Verhältnis Mann:Frau derzeit noch bei 2:1. Zudem muss unser Club erstmal noch jünger werden.

Wie „jung“ ist er denn derzeit?

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Im Moment liegt der Altersdurchschnitt bei etwas über 60 Jahren. Das liegt daran, dass die meisten unserer Gründungsmitglieder, die dem Club noch immer angehören, in ihren besten Jahren – also Mitte 40 – waren, als 1996 alles begann.

Das ist die Kehrseite der Medaille, dass so viele dem Club treu bleiben.

Ich würde es nicht als Kehrseite bezeichnen. Die Erfahrungen, Kontakte und Projekte dieser Generation sind immens wichtig für die Clubarbeit. Die Mischung mit den frischen Ideen der neuen Köpfe, die muss stimmen. Es muss übrigens schon viel passieren, bis ein Lionsfreund dem Club den Rücken kehrt.

Was denn zum Beispiel?

Meist geschieht das, wenn sich der Wohn- und damit der Lebensmittelpunkt eines Mitglieds aus Oschatz oder der Region weg verlagert – durch einen Wechsel des Jobs oder Arbeitsplatzes etwa.

Was bei Ihnen aber nicht zu befürchten ist?

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Nein. Ich lebe seit 1996 hier und werde das nicht ändern. Ich bin zwar kein Gründungsmitglied, aber seit rund 17 Jahren dabei. Willibald Schwaiger und Gernot Pietschmann warben mich damals für den Club. Sie wollten wohl einen Juristen. Es gab noch einen anderen Notar, doch der wollte wohl nicht.

Sie wollen – und sind jetzt Präsident. Welche Projekte liegen Ihnen am Herzen?

Zuerst die Initiativen LionsQuest und Klasse 2000, die sich der Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern widmen. Beides ist ebenso wichtig wie der Wissenserwerb in der Schule. Dazu müssen wir den Kontakt zu den Einrichtungen und ihren Träger- und Fördervereinen noch mehr fokussieren. Weiterhin habe ich mir die Förderung der SightFirst-Activitiy, ein globales Programm zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit, sowie eine Kooperation mit der Opferhilfe Weißer Ring vorgenommen.

An der Unterstützung bedürftiger Familien halten Sie allerdings fest?

Natürlich. Die traditionelle Weihnachtsfeier im Thomas-Müntzer-Haus wird es wieder geben, ebenso bleiben wir in den Kinderheimen Borna und Sornzig präsent. Es ist mir lieber, wenige Dinge gründlich zu tun, als eine Vielzahl von Initiativen nur oberflächlich anzugehen.

Benefizkonzert „Naturgewalt und Zaubertöne“, 31. August, 20 Uhr, St. Aegidienkirche. Dirigent Philipp Amelung, Pianist Andreas Boyde, Leipziger Symphonieorchester und Jugendchor des Thomas-Mann-Gymnasiums interpretieren Werken von Johannes Brahms, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven.

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Von Christian Kunze

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