Natur

Pilze sprießen in der Dahlener Heide und im Wermsdorfer Wald

Der flockenfüßige Hexenröhrling ist einer der ersten Speisepilze, der im Wermsdorfer Wald zu finden war.

Der flockenfüßige Hexenröhrling ist einer der ersten Speisepilze, der im Wermsdorfer Wald zu finden war.

Oschatz. Pilzsammler können sich auf eine ertragreiche Saison freuen, da ist sich Philipp Anders sicher. „Die Witterung der letzten Wochen – also der ständige Wechsel zwischen Regen und Wärme – bietet ideale Wachstumsbedingungen“, sagt der ehrenamtliche Pilzberater aus Taura. Bereits seit 2007 steht er mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, Genießbares von Ungenießbarem zu unterscheiden. Den geschulten Blick verdankt der 28-Jährige seinem Vater Heiko, der selbst seit vielen Jahren sein Wissen mit Pilzliebhabern der Region teilt.

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Vermehrten Nachfragen der Sammler

Dass es am Waldboden schon jetzt prächtig wächst und gedeiht, merkt Anders unter anderem an den vermehrten Nachfragen der Sammler: „Es gibt keine Statistik, die das belegt, aber gefühlt hatten wir in diesem Sommer schon mehr Beratungen als im gesamten letzten Jahr.“ An einen neuen Sammel-Trend glaubt Anders hingegen nicht: „Ob jemand im Wald auf die Suche geht, hängt stark davon ab, welche Rolle das Pilzsammeln in der Familie gespielt hat. Wer es als Kind nicht kennenlernt, fängt damit in der Regel auch nicht als Erwachsener an. Dass sich Menschen, die früher zum Beispiel mit ihren Großeltern im Wald unterwegs waren, erinnern und dann auch selbst auf den Weg machen, erleben wir hingegen häufiger.“

Sehr viele Pfifferlinge

Der kommende Herbst eignet sich dafür ganz besonders. Schon bei den traditionell früh wachsenden Pfifferlingen habe sich die gute Saison angekündigt: „Da ist die Hauptzeit ja schon fast wieder rum, aber es gab sehr viele.“ Mittlerweile seien besonders Täublinge und Schirmpilze in den Wäldern sehr verbreitet. Und: „Es gibt schon die ersten Steinpilze“, sagt Anders.

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Auch wenn in der Region hochgefährliche Pilz-Exemplare eher selten zu finden seien, mahnt er zur Vorsicht: „Zum Beispiel haben die genießbaren Stockschwämmen im Nadelholzhäubling ein sehr gefährliches und ähnliches Gegenstück. Beim unbedenklichen grauen Wulstling und dem giftigen Pantherpilz herrscht ebenfalls Verwechslungsgefahr. Der Pantherpilz sei vor einigen Jahren in der Region Dresden sehr verbreitet gewesen. Deshalb gelte die Devise: kein Risiko eingehen! Wer unsicher bei der Unterscheidung seiner Pilze ist, sollte sie auf keinen Fall verspeisen, ohne vorher professionellen Rat eingeholt zu haben. Den bekommt man kostenlos bei den ehrenamtlichen Pilzberatern in der Region.

Volkshochschule Nordsachsen bietet Pilzwanderungen an

Für Feinschmecker, die ihr eigenes Wissen erweitern wollen, gibt es ebenfalls Möglichkeiten. So bietet zum Beispiel die Volkshochschule Nordsachsen Wanderungen an, bei denen Berater Anders nicht nur wichtige Tipps für die richtige Auswahl sondern auch für eine Zubereitung der Pilze gibt.

Denn auch hier gibt es Fallstricke: „Gesammelte Pilze sollten spätestens am Folgetag verspeist werden, sonst drohen sogenannte unechte Vergiftungen, die von Überlagerung herrühren können.“ Wer zu viel gesammelt hat, könne die Pilze auch einfrieren. Dazu ein Tipp von Heidekoch Anders: „Am besten funktioniert es, wenn die Pilze vorher zubereitet wurden. Dann haben sie nach dem Auftauen ein leckeres Aroma.“

Wegen der hohen Nachfrage hofft Anders auf Beraternachwuchs: „Wer schon ein bisschen Vorwissen hat und interessiert ist, kann sich an das Landratsamt wenden und zum Pilzberater ausbilden lassen. Der Kurs an der Volkshochschule dauert zwei Jahre und wird gefördert.“

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Pilzberater in der Region: Elke und Andreas Kade, 04758 Oschatz Tel. 03435-927474 OT Thalheim, Saalhausener Straße 20;

Wolfgang Berger, 04769 Mügeln Tel. 034362-30242 OT Schweta, Schlanzschwitz Nr. 20 A

Philipp Anders, Ferienpark Taura, Waldstr. 30

Tel. 034221 62174

Von Anton Zirk

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